Kurz und Klar 12.September

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Erdgasversorgung Foto:Pixabay

Die Situation auf dem europäischen Energiemarkt ist angespannt. Angesichts der sich bereits jetzt zuspitzenden Gasknappheit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Versorgungskrise in Europa. Bestenfalls steigen nur die Kosten. Im schlimmsten Fall kann die Versorgung nicht gewährleistet werden.

Ein Thema, das augenblicklich bei den Wahlen untergeht, für das sich die Menschen jedoch spätestens im Winter wieder interessieren werden, sind die Energiekosten. Während oft über die Energiepreise in den USA gesprochen wird, weil die Schlingel „ja alle Klimaanlagen haben“, werden die Risse in der europäischen Versorgung nicht kommentiert.

Manchmal werden mögliche Versorgungslücken sogar in einer völligen Verdrehung der Realität als etwas Wünschenswertes dargestellt. Wer erinnert sich nicht an die bizarren Geschichten, man könne den Strommangel durch das smarte Netz ausgleichen. Dieses naive Bejubeln einer selbst verschuldeten Mangelwirtschaft bedarf keines Kommentars, kollidiert es doch mit der Wirklichkeit. Probieren Sie das doch einfach mal mit der Heizung. Wenn es Ihnen Weihnachten zu kalt wird, heizen Sie einfach Ostern, dann gibt es auch wieder Gas. (Quelle Cashkurs 10.9.21)

“Katastrophal gescheitert” – so die Weltgesundheitsorganisation WHO

“Wir können keinen Zweifel daran haben, dass unsere politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systeme katastrophal dabei gescheitert sind, die bestimmende Krise unserer Zeit zu bewältigen“, sagte der frühere EU-Kommissar Monti, der eine WHO-Sonderkommission leitet.

In seinem Abschlussbericht empfiehlt Monti eine umfassende Reform der Gesundheits- und Sozialsysteme in Europa. Doch dafür gibt es kaum Widerhall auf EU-Ebene. Im hoch gelobten Corona-Aufbauprogramm spielen Gesundheits-Reformen nur eine Nebenrolle, im Mittelpunkt stehen Klima und Digitales. (Quelle LostInEurope)

Britische Impfkommission rät von Impfung 12- bis 15-Jähriger ab
Die britische Impfkommission (JCVI) hat sich überraschend gegen flächendeckende Corona-Impfungen von 12- bis 15-Jährigen ausgesprochen. Die Kommission erweiterte zwar ihre Impfempfehlung für an Herz, Lungen und Leber erkrankte Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe, eine allgemeine Impfempfehlung wollte sie aber nicht aussprechen. Zur Begründung hieß es am Freitag in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Public Health England, die gesundheitlichen Vorteile einer Impfung seien für gesunde Menschen diese Altersgruppe marginal.

Venezuela: Erste Vakzine aus Covax-Initiative

Caracas. Venezuela hat nach monatelangen Verzögerungen durch die US-Sanktionen eine erste Lieferung Coronavakzine von der internationalen Impfinitiative Covax erhalten. Die zur WHO gehörende Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) bestätigte am Dienstag die erste Lieferung von 700.000 Impfdosen von insgesamt 12 Millionen. Internationale Banken hatten aufgrund der US-Sanktionen die Zahlungen von Caracas an die PAHO zurückgehalten. (Quelle Junge Welt 9.Sept.)

Warum der Krieg in Afghanistan „kein Misserfolg“ war

Die Niederlage des westlichen Militäreinsatzes in Afghanistan öffnet gerade die Bereitschaft in US-Medien, sich die profitable Seite etwas genauer anzuschauen.

So hat sich der noch ziemlich junge US-Think-Tank Responsible Statecraft, die Profite der fünf größten Waffenhersteller in den USA vorgeknöpft.

Die Quintessenz steckt schon im Titel des Berichts: „Top-Rüstungsunternehmen geben während des Afghanistankriegs eine Milliarde Dollar für Lobbyarbeit aus und erhalten dafür Aufträge in Höhe von zwei Billionen Dollar„. Zwischen 2001 und 2021 hat der US-Kongress Aufträge im Wert von 2,02 Billionen Dollar an die fünf größten US-Waffenhersteller – Raytheon, Lockheed Martin, General Dynamics, Boeing und Northrop Grumman – vergeben, wird behauptet. (Quelle telepolis)

20 Jahre nach dem 11. September 2001 ist der Westen mit seinem „Anti-Terror-Krieg“ gescheitert, hat aber Millionen Menschen umgebracht und ganze Länder zerstört.

Millionen Todesopfer, grassierende Armut, Dutzende Millionen Flüchtlinge und mehrere umfassend zerstörte Länder: Das ist die Bilanz der westlichen Kriege im weiteren Nahen und Mittleren Osten seit dem 11. September 2001. .. Geführt unter dem Propagandabanner von „Freiheit“ und „Demokratie“, haben die Kriege in Afghanistan, Pakistan und dem Irak, in Syrien, dem Jemen und Somalia vor allem menschliches Leid und Elend in historischen Dimensionen gebracht. Die tatsächlichen oder angeblichen Ziele wurden nicht erreicht: Nirgends, weder am Hindukusch noch an Euphrat und Tigris, sind gedeihende Gesellschaften entstanden; der jihadistische Terror ist laut dem Urteil von Experten heute „stärker“ und global weiter verbreitet als im Jahr 2001. Im „Anti-Terror-Krieg“ haben westliche Streitkräfte und Geheimdienste zudem schwerste Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen begangen – von gezielten Morden an unbewaffneten Zivilisten bis hin zur Verschleppung Tausender in Folterverliese. Die Bundesrepublik war in all dies involviert. (German-foreign-police gibt hier einen soliden Überblick)

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