Rommel: die Legende mit langem Schatten

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Die Skulptur eines Kriegsinvaliden mit langem Schatten des Heidenheimer Künstlers Rainer Jooß verdunkelt den Gedenk-Quader für Erwin Rommel in Heidenheim. Foto: Rainer Jooß

George Floyd starb unter dem Knie des weißen Polizisten Derek Chauvin am 25. Mai in der US-amerikanischen Stadt Minneapolis. Weltweit gibt es seit dem gewaltsamen Tod Demonstrationen gegen Rassismus, denn der ist ein globales Problem. Im Laufe der Demonstrationen werden weltweit Denkmäler gestürzt, z. B. die von ehemaligen Sklavenhändlern und solche, die Kolonialismus, der mit dem Rassismus einhergeht, verherrlichen. Auch in Braunschweig gab und gibt es Demonstrationen gegen Rassismus und es gibt Diskussionen um Denkmäler.

Braunschweig hat drei Denkmäler, die an die „ruhmreiche“ Kolonialzeit erinnern. Darüber gibt es Diskussionen in der Stadt – nicht erst seit heute. Die Diskussion um die Denkmäler wurde vor wenigen Tagen vom Rat in den Kulturausschuss überwiesen. Der hier in Rede stehende Rommel-Stein mit Skulptur in Heidenheim soll für den Kulturausschuss im Rat de Stadt Braunschweig eine Anregung sein, um zu zeigen wie andere Kommunen mit inzwischen unliebsamen Denkmälern umgehen.

Nach Auskunft des Künstlers Rainer Jooß soll die Skulptur mit dem stilisierten Minenopfer so lange am Ort bleiben bis eine endgültige Lösung für den Rommel-Steinquader gefunden wurde. Begleitend gibt es zu dem nun abgeschlossenen Projekt, das 4 Jahre in Anspruch nahm, eine Webseite (https://www.rommel-denkmal.de/).

Der weltweit angesehene Militärhistoriker Prof. i.R. Dr. Wolfram Wette sprach zu diesem historischen Ereignis vor dem Gemeinderat der Stadt Heidenheim am 23. Juli. Buchtipp: Kramer/Wette (Hg): „Recht ist, was den Waffen nützt

Wolfram Wette ist auch in Braunschweig bekannt. So hielt er als Gast der Ev. Akademie Abt Jerusalem den Vortrag: „Der 1. Weltkrieg wurde nicht von Schlafwandlern verursacht.“

Die Texte auf der Webseite in den Piktogrammen verfasste hauptsächlich Dr. Wolfgang Proske, Initiator der Buchreihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer“.

Der Herausgabe der Buchreihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer“ widmet sich Wolfgang Proske seit 2010 und verstärkt damit die NS-Täterforschung. Foto: Uwe Meier

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