Nachlese zur Anti-AfD-Demo in Braunschweig

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Platz der Demonstration mit dem Vorhängeschloss vor der Kaufhalle. Foto: Sebastian Meyer

Die Demonstration mit über 20.000 Menschen gegen den AfD-Bundespateitag war ebenso beeindruckend wie die Gewaltfreiheit. Mindestens bemerkenswert waren die etwa 2000 Polizisten, um die erwarteten und nicht vorhandenen gewaltbereiten Linksradikalen in Schach zu halten, damit die eigentliche Gefahrenquelle, die rechtsradikalen Demokratiegegner in der Volkswagenhalle ungestört tagen können.

Der OB Markurth war privat auf der Demo und durfte privat zu den Bürgern sprechen. Als Privatmann brauchten wir Bürger ihn nicht da vorne, sondern als couragierten Kämpfer im Amt. Dienstlich hat er die Demoktratiegegner ohne Widerstand in die Stadt gelassen. Welch seltsame Spaltung, zumal ein Beamter immer im Dienst ist, so das Beamtenrecht. Aber er wollte in seiner gewohnt charmanten Art zeigen, dass er in diesen schwierigen Stunden bei seinen Bürgern steht. Das ist misslungen! Er stand für sich und nicht bei seinen Bürgern.

Misslungen ist es auch, weil er mit seiner Rede nicht warten konnte oder wollte bis alle „seine“ Bürger auf dem Platz sind und seiner Rede folgen konnten. Mindestens 10.000 Bürger waren noch im Demozug auf die er mit seiner Rede nicht warten wollte oder konnte. Das war respektlos diesen Demonstranten gegenüber, die schon viele Stunden unterwegs und teilweise von weit her angereist waren, aber aufgrund der vielen Menschen nicht rechtzeitig auf dem Platz sein konnten. Viele Menschen waren darüber zu Recht wütend.

Die machtvolle Demontration, der eindruckvolle Auftritt von Sally Perel mit den Schülern der Sally Perel-IGS, die Musikgruppen und der Chor – es war wunderbar und hat die Ehre der Stadt gerettet. Das offizielle Braunschweig war nur peinlich und zum Abschämen.

Wir freuen uns, dass wir auch einen Thorsten Stelzner und einen Axel Uhde mit Band in unserer Stadt haben. Hier ein Text von Thorsten, der rhythmisch mit der Musik von Axel vorgetragen wurde.

Aufstehen für Demokratie

Von Thorsten Stelzner

… und es reichen nicht Reden,
nicht Lied, nicht Gedicht,
– zeigen wir nicht entschlossen
auch unser Gesicht.

Lasst uns, wenn nötig –
und das ist es immer,
so tun, als käme es
ohne uns schlimmer!

Lasst uns, wenn nötig –
und das ist es jetzt,
kämpfen für Freiheit
und das Grundgesetz!

Mein Aufruf geht heute
an uns Demokraten:
Wie lange noch zusehen?
Wie lange noch warten?

Lasst uns ganz deutlich
global demonstrieren.
Wir werden die Welt
nicht an Faschos verlieren!

Die Würde des Menschen
bleibt unantastbar!
Und die Ziele der Rassisten
schlichtweg unfassbar!

Die Freiheit des Menschen
ist auf ewig unteilbar.
Der Wahnsinn der Faschisten
offensichtlich nicht heilbar!

Lasst uns, wenn nötig –
und das ist es nun,
nicht länger zögern
und endlich etwas tun!

Das Leben. Die Freiheit.
Die Demokratie.
Die Würde. Die Gleichheit.
…nicht nur Fantasie!

Die Schwesterlichkeit
und die Bruderliebe –
wer weiß, was am Ende
davon übrig bliebe?

Würden wir nicht beständig
und konsequent
dafür streiten und kämpfen
in jedem Moment!

… und es reichen nicht Reden,
nicht Lied, nicht Gedicht,
zeigen wir nicht entschlossen
auch unser Gesicht.

Lasst uns, wenn nötig –
und das ist es immer,
so tun, als käme es
ohne uns schlimmer.

Lasst uns, wenn nötig –
das ist es heute und hier –
kämpfen für Freiheit
und ein entschlossenes WIR !

1 KOMMENTAR

  1. Noch’n Gedicht:

    Schimpfe nicht auf Sozialisten
    oder auf Nationalisten
    oder gar auf Klerikale
    und auch nicht auf Liberale!
    Schimpf nicht auf die Kaisertreuen
    oder auf die Neo-Neuen,
    schimpfe nur auf jene, die’s
    Land regieren, als könnten sie’s. (Heinz Erhardt?

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