Kleine Anfrage: Beteiligung des Welfen-Adels am Holocaust?

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Kleine Anfrage von B90/Die Günen im Landtag (18. Wahlperiode Drucksache 18/5687)

Informationen zur Anfrage (Auszüge):

Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, war das letzte regierende Mitglied der Welfen.

Er war seit 1913 mit Viktoria Luise von Preußen, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, und Tochter des letzten Hohenzollern-Regenten, Kaiser Wilhelms II., verheiratet.

Nach dem Sturz 1918 vom Braunschweigischen Thron zog des Herzogpaar nach Österreich und versicherte Adolf Hitler 1933 treue Gefolgschaft; Ernst August raubte sich ein Firmen-Imperium durch Arisierung jüdischer Unternehmen zusammen und baute u.a. mit am KZ Ausschwitz – dazu fragen am 27. Januar 2020 die Landtags-Grünen in Hannover die Landesregierung:

„Etwa 40 000 KZ-Häftlinge“ kamen dabei laut FAZ vom 17. August 2014 ums Leben. Profil.at berichtete am 27. Mai 2004: „Die Porr AG baute in Auschwitz für die IG Farben, das Konzentrationslager stellte die Arbeiter. Ab 1944 war die Porr AG im Konzentrationslager Gusen II tätig, mit KZ-Häftlingen wurden Stollen für die unterirdische Rüstungsproduktion errichtet“.Die Welt berichtete am 4. Februar 1999 über einen Teil der sogenannten Arisierungen und schrieb beispielsweise zu der Porr AG: „Erst Anfang der 90er-Jahre sei das Aktienpaket der Welfen für über 100 Millionen DM verkauft worden.“

In zehn Einzelfragen hinterfragen die Grünen die braunen Bereicherungen des letzten Braunschweigischen Herzogs Enst August, am Beispiel der Arisierung von dreizehn meist österreichischen Firmen ab 1933 – u.a.:

In welcher Form sind Zwangsverkäufe, Raub, Enteignungen, sogenannte Fluchtsteuern, Zwangsvermögensabgaben, Sperrkonten u. ä. im Rahmen der sogenannten Arisierung von 1933 bis 1945 durch Mitglieder ehemals regierender adeliger Häuser in Niedersachsen wissenschaftlich aufgearbeitet worden?

Konkret genannt werden in der Grünen-Anfrage folgende Firmen:

 – Anteile der Allgemeinen Baugesellschaft A. Porr, Wien (zunächst 12,5 %, später die Mehrheit der Anteile),

– ein Minderheitspaket der Feibisch AG, Berlin, und der Beckerwerke AG in Chemnitz,

– Anteile des Bankhauses Aufhäuser, München,
– die Hinterschweiger Werke, Wels (später Flugzeug- und Metallbauwerke GmbH, Wels),
– die Firma Eduard Elbogen, Wien,
– die Österreichisch-Alpinen Talksteinwerke Adolf Brunner & Co,
– die St. Cathreiner Talkumwerke, Oberndorf a. d. L.,
– die Rabenwälder Talksteinwerke GmbH, Wien,
– die Steiermärkische Talkumgewerkschaft Kammern GmbH,
– die Firma Baryt Co., Reichl & Bleyer, Pernharz (Böhmen),
– die Mühldorfer Graphit AG,
– Graphit-Vorkommen in St. Lorenzen bei Rottenmann und
– Kaolin-Vorkommen in Buchberb bei Chilli, Steiermark,

alle Firmen von ehemaligen Eigentümern jüdischen Glaubens erworben.

Die vollständige Anfrage ist seit 14 Tagen zu finden unter Niedersächsischer Landtag – 18. Wahlperiode Drucksache 18/5687

Ganz aktuell, wie das Schloss-Museum mit üppigen Finanzmitteln der Bürgerschaft per Finanzantrag zum Haushalt weiter aufgepäppelt wird – siehe dazu, wer mag: https://braunschweig-spiegel.de/sexy-image-fuers-schlossmuseum/

Kommentar: Unwissende Braunschweiger Politik

Die Bürger der Stadt gehen davon aus, dass selbstverständlich schon vor Jahren geprüft wurde, ob das Welfenhaus im NS-Staat verstrickt war. Um Schaden von der Stadt abzuwenden wird das spätestens unter dem ehemaligen OB Dr. Hoffmann, der den Welfenkult in unserer Stadt maketingtechisch vorrantrieb, geschehen sein. Schließlich wird bei ernst zu nehmender Geschichtsdarstellung das Gesamte betrachtet und nicht nur das marketingrelevante Angenehme. Falls dem nicht so sein sollte und CDU und SPD hier nicht politisch eingreifen, wird die Stadt eine Glaubwürdigkeitskrise durchmachen und überregional Schaden davontragen.

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