Stellungnahme der Grünen zu der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an Richard Borek

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Stellungnahme der Grünen Fraktionsvorsitzenden Dr. Elke Flake zu der geplanten Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an den Braunschweiger Unternehmer Richard Borek (siehe http://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/nachrichten/borek.html):

„Den Vorschlag von Oberbürgermeister Ulrich Markurth sehen wir eher kritisch. Die Ehrenbürgerwürde ist zur Zeit die höchste Auszeichnung, die wir in Braunschweig zu vergeben haben. Sie müsste – wenn überhaupt – an besonders hervorzuhebende und unumstrittene Persönlichkeiten vergeben werden. Richard Borek hat sicherlich einige Verdienste, allerdings waren diese z. T. sehr umstritten. In vergangenen Auseinanderset-zungen hat Herr Borek stark polarisiert und immer wieder einseitig Partei ergriffen. Beim Thema Stadtgeschichte und –gestaltung liegen wir mit seinen Vorstellungen oft „über Kreuz“. So haben wir intensiv gegen die Schlosspark-Zerstörung und die Shoppingmall mit Schloss-fassade gekämpft, während Herr Borek sich bekanntlich massiv für den sogenannten „Schloss-Wiederaufbau“ eingesetzt hat.

Wir haben weder der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Gerhard Glogowski 2007 noch an Ferdinand Piëch 2013 zugestimmt und wir sind auch in diesem Fall wenig begeistert. Auch wenn die Borek-Stiftung durchaus positive Projekte angeschoben und gefördert hat, fragen wir uns, ob es zwingend ist, Herrn Borek wegen dieser Projekte zum Ehrenbürger der Stadt Braunschweig zu ernennen.

Das Institut „Ehrenbürger“ ist u. E. ziemlich überholt und nicht mehr zeitgemäß. Zwei oder drei wichtigen Männern, die sowieso schon über enormen Einfluss verfügen, eine zusätzliche Sonderstellung zukommen zu lassen, halten wir grundsätzlich nicht für überzeugend. Deutlich besser gefällt uns das Instrument der Bürgermedaille, mit der ganz normale Menschen „wie Du und ich“ für ihr Engagement geehrt werden können.“   

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