Sozialarbeit zu verschenken

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Foro: Pixabay

Die Coronaepidemie verdeutlicht die grundlegenden Missverhältnisse in der Care (Sozial)-Arbeit. Schon vor dem neuartigen Corona-Virus Covid-19 bildete diese Arbeit ein lebensnotwendiges Fundament der Gesellschaften. Ohne die vielen Menschen, die tagtäglich Kinder erziehen, unterstützungsbedürftige Kranke und alte Menschen pflegen und versorgen sowie Menschen (i.d.R. Frauen), die ihre Angehörige pflegen oder in Not geratene helfen, würde unser Gemeinwesen sofort zusammenbrechen. Sorgearbeit wird sowohl alltäglich in Familien als auch in sozialen Berufen, etwa durch Pflegekräfte oder ErzieherInnen geleistet und primär von Frauen ausgeführt. Nach wie vor werden Umfang und Bedeutung dieser sozialen Bereiche massiv unterschätzt, obwohl vorliegende Zahlen zeigen, dass knapp zwei Drittel aller Arbeitsstunden in Deutschland entlohnte und nicht entlohnte Sozialarbeit sind.

Auch wenn derzeit in Anerkennung der sozialen Leistungen geklatscht wird, sollte nicht verkannt werden, dass die geringe Entlohnung direkt Einfluss hat auf das Sozialprestige der Sozialberufe. In unserem neoliberal orientierten Kapitalismus ist nun mal das Bankkonto entscheidend für das Sozialprestige des Einzelnen, der Familie und des Berufsstandes.

Lesen Sie einen Kommentar von Kristen Ghodsee, Professorin an der Pennsylvania Universität für Russische und Osteuropäische Studien: „Mitgefühl nicht verschenken“

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