„Nur noch dreist!“ – ver.di kritisiert Vorstöße für noch mehr Sonntagsarbeit im Einzelhandel

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Foto: Alexas_Fotos auf Pixabay

Von Sebastian Wertmüller, Ver.di Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen

Als einen ungewöhnlich dreisten Vorstoß sieht ver.di die Forderungen des Einzelhandels (Handelsverband Niedersachsen, Arbeitsausschuss Innenstadt BS) zu regelmäßigen Sonntagsöffnungen.

ver.di Geschäftsführer Sebastian Wertmüller erinnert an die Arbeitsbedingungen der Einzelhandelsbeschäftigten in den letzten Wochen:

  • massenhaft Kurzarbeit ohne jede Aufstockung durch die Arbeitgeber (d.h. 60 % bei im Schnitt 1.872 Euro brutto im Monat!)
  • wochenlange Vernachlässigung bei Schutzmaßnahmen für die Verkäuferinnen und Verkäufer
  • Verweigerung Prämie trotz enormer Mehrbelastung insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel und den Drogeriemärkten

Vor diesem beschämenden Hintergrund jetzt auch noch die grottenschlecht bezahlten Kolleginnen in die Sonntagsarbeit zwingen zu wollen, sei wirtschaftlich völlig unsinnig und bringe keinen Kunden zusätzlich in die Geschäfte, betont Wertmüller.

„In wessen Auftrag handelt eigentlich die Stadt Braunschweig, wenn Wirtschaftsdezernent Leppa unisono mit dem Handelsverband und dem Einzelhandelslobbyisten Jaeschke gegen Arbeitnehmerinteressen antritt?“ fragt sich Eberhard Buschbom Helmke, der den Einzelhandel als Gewerkschaftssekretär betreut. “Sollen die Verkäuferinnen die Corona-Pandemie jetzt ausbaden?“

Rational sei es nicht erklärbar, wie man in Anbetracht der geringen Konsumlaune jetzt noch weitere Öffnungszeiten fordern könne, so Buschbom-Helmke.

ver.di lehne jede Ausweitung der Sonntagsöffnungen im Handel ab, betont Wertmüller. „Jetzt geht es darum die Binnennachfrage zu befördern und nicht die Beschäftigten zu drangsalieren.“ Da könne Wirtschaftsminister Althusmann gerne mal aktiv werde, anstatt Sonntagsarbeit ebenfalls für denkbar zu erklären.

Dass Herr Jaeschke dann auch noch den Ausstieg aus der Maskenpflicht im Handel fordere, sei dann das Sahnehäubchen der Zumutungen.

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