Die neue Umweltzeitung

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Liebe Leserin, lieber Leser,

die Pandemie-Krise ist noch nicht ganz überwunden, da schielen die Regierungsparteien und mit ihnen große gesellschaftliche Gruppen schon auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Also zurück ins Jahr 2019, und dann von allem, was es damals gab, noch viel mehr. Denn der aufgelaufene Schuldenberg muss ja auch noch abgetragen werden.

Kein Innehalten, kein Nachdenken darüber, was uns die Krise gezeigt hat: Die CO2-Einsparziele der Regierung konnten für 2020 nur deshalb erreicht werden, weil sich Verkehrsleistungen in der Luft und auf der Straße im Pandemie-Modus drastisch reduziert hatten.

Wer logisch denkt, muss sagen: Da wird uns ein (neuer, anderer) Weg gewiesen.

Übrigens gilt das nicht nur für die Treibhausgase, sondern auch für den Rohstoff- und Flächenverbrauch. Niko Paech stellt in seinem Beitrag überzeugend fest, dass eine Abkopplung des Ressourcenverbrauchs von der Wirtschaftsleistung nicht möglich ist. Wer also in einer nachhaltig organisierten Welt leben will, muss anders wirtschaften.

Einer der Artikel unter dem Hauptthema besitzt die Überschrift „Gemeinwohl-Ökonomie‟. Das Konzept ist vor gut 10 Jahren von dem Österreicher Christian Felber veröffentlicht worden. Zunehmend erfolgreich wohl auch, weil ein sehr prägnanter Begriff verwendet wird.

Nimmt man die erste große Gruppe der Beiträge, so wird deutlich, dass sich eigentlich für alle Autor*innen die Frage nach einer Gemeinwohl-Orientierung stellt. Nur jeweils für anders gelagerte Handlungsfelder, und natürlich auch mit jeweils eigener Blickrichtung.

Wer da schreibt? Einfach blättern. Die Verfasserschaft zeigt jeder Artikel am Anfang. Und am Anfang oder auch am Ende haben wir kurze biographische Notizen beigefügt. Nicht immer und überall, aber doch in größerem Umfang, und vor allem dann, wenn die jeweiligen Personen in weiter entfernten Regionen leben und arbeiten. Übrigens ist dies ein mehrfach geäußerter Wunsch unserer Leser*innen.

Drei weitere Beiträge behandeln dezidiert das Thema Geld. Was es bewirkt, eher: was es bewirken kann. Wer nun meint „kein Thema für mich‟, sollte sich schon einige Fragen stellen. Denn auch eine Girokonten-Hausbank „arbeitet‟ mit dem anvertrauten Geld. Übrigens auch Versicherungen, Rentenfonds und Krankenkassen. Wenn es um Nachhaltigkeit geht, wie lassen sich solche Investments beurteilen?

In diesem Zusammenhang schaut Franziska Dickschen in weit entfernte Länder. Dennis Zellmann holt uns zurück in die Braunschweiger Region. Dabei ist ein sehr bemerkenswerter Überblick entstanden, wo hier bei uns Ansätze für ein anderes Wirtschaften zu finden sind. Aktiv praktiziert und vorgelebt.

Erwähnt werden muss noch, was in dieser Ausgabe nicht weiter verfolgt werden konnte. Zu nennen wäre die Genossenschaftsbewegung, die (zumeist) in ihrem Hauptanliegen auf einen gemeinsamen Nutzen, nicht auf die Renditeerzielung ausgerichtet ist. Bekannte Beispiele aus Braunschweig sind die beiden Wohnbaugenossenschaften BBG und „Wiederaufbau‟. Ferner bleibt das private Unternehmertum, das sich selbst einer sehr klaren und eindeutigen Sozial- und Umweltverpflichtung unterwirft, außerhalb der Betrachtung. Deutschlandweit sind einige herausstechende Beispiele bekannt.

Im „Hintergrund‟ geht es um Fauna-Flora-Habitate („FFH‟). Es handelt sich um den wesentlichen Teil eines europäisch gedachten und geplanten Schutznetzes für die (gefährdete) Natur. Wir sprechen über die Gründe, die die EU-Kommission bewogen haben, gerichtliche Klage gegen Deutschland einzureichen. Und wir laden dazu ein, solche besonderen Gebiete in unserer Region kennenzulernen.

Unter „Regionales‟ erwartet Sie ein Interview mit Ralf Sygusch, dem Direktor des Regionalverbandes. Selbstverständlich bringen wir wieder das „Natur-Spezial‟, diesmal mit erstaunlichen Verwandlungen. Und für die Rubrik „Tipps‟, jeweils aus Küche und Garten, haben sich unsere beiden Autorinnen ein gemeinsames Thema vorgenommen: Bitterstoffe. ‒ Ein bißchen davon schadet ganz und gar nicht.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Robert Slawski,

im Namen der Redaktion

Die aktuelle Ausgabe der Umweltzeitung finden Sie hier.

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