CDU/FDP-Verbot für neue Integrierte Gesamtschulen und der Rechtsradikalismus

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Kassandra sagte: „Alles wird sich vor ihren Augen abspielen, und sie werden nichts sehen.“ (Christa Wolf)
Es wird Zeit hinzusehen, wenn sich Extremismus und Rassismus beginnen breit zu machen. Das Rekrutierungsfeld für Neo-Nazis und ihre Propaganda wächst. Zu glauben, dass alles sei mit dem Hinweis auf Hartz IV zu erklären, führt in die Irre. Unsere Schulen müssen sich ändern. Es wird Zeit, die Ursachen zu sehen und zu bekämpfen. Und das heißt vor allem, Investition in Bildung! Bildung für unsere Kinder, vermittelt in Gesamtschulen und Gemeinschaftsschulen, in der alle Kinder mitgenommen werden, in der es keine Verlierer gibt. Niemand darf am Beginn des Erwachsenenlebens vor den geschlossenen Türen der Gesellschaft stehen.

Der Vorsitzende der Aktion „Gesicht zeigen!“, Uwe-Kasten Heye, ehemals Regierungssprecher der Rot-Grünen Koalition, macht das von der CDU/FDP favorisierte dreigliedrige deutsche Schulsystem für das Entstehen von Rechtsextremismus und Rassismus mitverantwortlich. Zwar gäbe es vielfältige Ursachen, und eine sei mit Sicherheit, dass unsere Schulen Jahr für Jahr neue „Verlierer“ produzieren. Für die Leistungsschwächeren , so Heye, gehe der Lift nur nach unten, so lange bis sie abgestempelt in der Hauptschule säßen. Man produziere ein Reservoir an Menschen, die einer demokratischen Gesellschaft zunehmend entfremdet seien. Für ihn sei das ein „permanenter Skandal“.

Die Integrierten Gesamtschulen verlässt kaum ein Schüler ohne Abschluss. „Wir fördern die Schüler, damit sie den bestmöglichen Schulabschluss machen“ so Franz Rollinger, Leiter der Wilhelm Bracke Gesamtschule in der Braunschweiger Weststadt ( http://bracke-igs.mzbs.de/) in der „Salzgitter Zeitung“ am Samstag den 20. Oktober.

Unter dem Motto„Gemeinsam lernen – gemeinsam leben!“
gehen alle Kinder und Jugendliche gemeinsam in eine Schule und werden nicht im zarten Alter von 10 Jahren nach Schulleistung und Herkunft selektiert. Auf dieser Grundlage arbeiten alle Integrierten Gesamtschulen, nicht nur die in Braunschweig, wie die IGS Querum (http://www.igsquerum.de/) und die preisgekrönte IGS Franzsches Feld (http://www.igs-ff.de/ ). Wie erfolgreich diese integrierende Schulform ist, und welches Versagen hinter dem Wulff-Busemann-Bildungssystem des dreigliedrigen Schulsystem steht, zeigt sich in den Preisen, die ohne Ausnahme an Integrierte Gesamtschulen gehen. Insbesondere auch an die „kleinen IGSen“, also die Grundschulen, die bei ihrer Gründung von Vertretern des Ständestaates auch bekämpft wurden. Die Schulpreise sind jedoch „nur“ der offensichtliche Ausdruck des erfolgreichen Systems, das Wulff und Busemann (beide CDU) bekämpfen. Wichtiger sind den IGSen die Menschen, die Kinder, die Jugendlichen, die in einem offenen, kritisch demokratischen Geist erzogen werden; die aufgrund ihrer schulischen Sozialisation und ihrer erzielten bestmöglichen schulischen und sozialen Leistung selbstbewusste Menschen werden. Menschen, die wenig anfällig sind für den demokratiezerstörenden und schleichend die Gesellschaft zersetzenden Rechtsradikalismus, verbunden mit einem zunehmend wirtschaftlich standortgefährdenden Rassismus.

Selbstverständlich muss davon ausgegangen werden, dass Ministerpräsident Wulff und sein mitverantwortlicher Kultusminister diese Tatsachen kennen. Trotzdem verbieten sie ausdrücklich über § 12 (Niedersächsisches Schulgesetz) das Errichten neuer Gesamtschulen.

Unter diesen Bedingungen fördert das Wulff-Busemann-Bildungssystem, stammend aus dem vorletzten Jahrhundert, den Rechtsradikalismus in Niedersachsen und gefährdet darüber hinaus auch den ohnehin schwachen Wirtschaftsstandort Niedersachsen.

Uwe Meier Aktion 4. IGS für Braunschweig

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