Buntes Braunschweig Teil 1: Der City-Point

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»Das Land braucht mehr fröhliche Lust auf Zukunft statt Jammern über die Gegenwart.«
(Roman Herzog)

In der Reihe „Buntes Braunschweig“ veröffentlicht der Braunschweig-Spiegel in loser Folge Ideen, welche das Leben in der Stadt bunter und lebenswerter machen. Jeder ist herzlich eingeladen, sich mit Ideen und Vorschlägen zu beteiligen!

In der ersten Folge veröffentlichen wir eine Idee von B.E.R.N.D., der Braunschweiger EntwicklungsRunde Neues Denken, über eine zukünftige Nutzung des City-Points.

„Look square“ und „Think square“  von Werner Dubinski, ACP (1994), Privatbesitz

Das Problem

Durch Verdrängungswettbewerbe im Handel, stehen Etagen des City-Points seit geraumer Zeit leer. Allein durch den Bau des ‚Schlosses’ wurden 30 Tausend Quadratmeter neuer Einkaufsfläche geschaffen. Es ist nicht zu erwarten, dass in näherer Zukunft die Kaufkraft so stark steigen wird, dass der City-Point wieder voller Geschäfte ist. Auch um Karstadt und Galeria Kaufhof steht es eher schlecht, und wenn neue Läden im City-Point angesiedelt werden, wird das vermutlich zu Lasten dieser Kaufhäuser sein. Daher stellt sich die Frage: Was tun?

Die Idee: Ein ‚KreativKaufHaus‘

In Braunschweig und der Region gibt es sehr viele Künstler, die auf der Suche nach einem zentralen Ort sind, um ihre vielfältige Kunst zu zeigen und anzubieten. Unser Vorschlag ist daher, aus den oberen beiden Etagen des City-Points ein KreativKaufHaus zu entwickeln.

Was ist das KreativKaufHaus?

In der dritten Etage des City-Points bekommen die Künstler ihre Ausstellungs- und Verkaufsfläche, um ihre hochwertigen Exponate anzubieten. Der City-Point würde sich zu einem „KreativKaufHaus“ entwickeln – und das im Herzen unserer Stadt Braunschweig.

In der vierten Etage entsteht eine große Galerie für bildende Künstler aus Braunschweig, die allen Künstlern offen steht, unabhängig davon, ob sie an der HbK studiert haben oder nicht.

Die Organisation beider Etagen wird den Künstlern in Eigenregie überlassen. Bei der Entwicklung des Verkaufskonzeptes werden auch bestehende Kleinkunstläden wie z.B. der KingKingShop, Café Riptide, Piou und Tatendrang beteiligt, wie schon bestehende Galerien wie z.B. die EinRaum– und NeunRaumGalerie, die HbK und die freien Künstler. Auch für regionale Verlage wie Andreas Reiffer bietet ein KreativKaufHaus eine gute Fläche. Ziel dabei ist, dass möglichst alle Beteiligten gemeinsam am Projekt arbeiten.

Nicht fehlen darf eine Bühne für Puppenspiel, Pantomime, Lesungen, Akrobatik und Musik. Bei der Programmgestaltung sollten Kinder und Familien im Mittelpunkt stehen.  Ein  ‚Literatencafé‘ würde das Projekt abrunden.

Der Eigentümer überlässt die beiden Etagen den Künstlern mietfrei, wird allerdings mit einem noch festzulegenden Betrag an den Einnahmen beteiligt.

Die Stadt Braunschweig übernimmt im Rahmen des Stadtmarketings die Nebenkosten, also Strom, Heizung und Wasser.

Das Projekt läuft als Testphase zwei Jahre lang und wird bei Erfolg verlängert.

 

Die Vorteile für die Beteiligten

Wir gehen davon aus, dass sich das Projekt für alle Beteiligten lohnt. Hier ein kurzer Überblick (‚Stakeholderanalyse‘):

Vorteile für die Stadt:
Mit einem KreativKaufHaus hätte Braunschweig bundesweit die größte reguläre Verkaufsfläche für Kunst und Kleinkunst. Einheimische und Touristen haben einen zentralen Punkt, wo sie die Kreativität der Region bestaunen und Bilder, Geschenke, Kleidung einkaufen können.

Vorteile für ECE:
Das Problem mit dem Leerstand im City-Point wird durch das Projekt gelöst. Auch wenn die Mieteinnahmen durch die Gewinnbeteiligung niedriger ausfallen, als durch reguläre Miete, kann das Projekt als Imageprojekt genutzt werden. Die weiteren Geschäfte im City-Point werden durch das KreativKaufHaus profitieren und leerstehende Geschäfte in den unteren Stockwerken lassen sich besser vermieten.

Vorteile für die Politik:
Mit einem KreativKaufHaus im City-Point kann mit relativ geringen Mitteln ein großes Kreativzentrum geschaffen werden. Dieses kann zu einem Highlight der Kreativregion werden und bundesweit Aufsehen erregen. Ein KreativKaufHaus kann ein FBZ nicht ersetzen, kann jedoch zur Vernetzung der Künstler beitragen und so einen eigenständigen Beitrag zur Stadtkultur leisten.

Vorteile für die Künstler:
Durch die Bündelung vieler Künstler wird das KreativKaufHaus zu einem zentralen Ort für Kunst. Der Verkauf und die Organisation kann gemeinsam betrieben werden, so dass weniger Arbeitsaufwand notwendig ist. Kunst ist somit in der Mitte der Stadt, und auch eher kunstferne Schichten werden bei einem Streifzug durchs KreativKaufHaus zum Kaufen und Genießen inspiriert.

Fazit:Rolltreppe ins Nichts

Es ist davon auszugehen, dass die Synergieeffekte allen Beteiligten zu Gute kommen. Wir wünschen uns daher, dass sich möglichst bald Politiker und Künstler mit den Betreibern des City-Points zusammensetzen, um über eine mögliche Nutzung zu verhandeln. Ein KreativKaufHaus dieser Größe wäre einmalig und ist daher jede Anstrengung wert!

 

 

 

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