TiHo-Studie zu Hühnerqualen

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Nach Medienberichten kommt die Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover von Prof. Hartung zu dem Ergebnis, dass die praxisübliche Haltung mit bis zu 25 Tieren pro Quadratmeter für die Masthühner eine große Qual bedeuten. Dauerhaftes Stehen in verkoteter feuchter Einstreu führe zu Fußballenentzündungen bei bis zu 100 Prozent der Hühner. Auch sei die Sterberate während der Mast in der Hälfte der untersuchten Durchgänge deutlich höher als durch die EU-Tierschutzvorgaben erlaubt. Die Realität sieht durch mangelnde Kontrollen, Fangkolonnen, Preisdruck und Niedriglöhnen wahrscheinlich sogar noch schlimmer aus, als die schon verheerenden Ergebnisse im Versuchsgut. Dass der Verband die überfällige Veröffentlichung der Expertenstudie als „grob fahrlässig“ kritisiere, spreche für sich, sagte der Grünen-Politiker Meyer in Hannover. „Die Agrarindustrie reagiert wie ein ertappter Dieb.“

Am 14.10.2010 ist Professor Dr. Jörg Hartung von der schwedische Universität Uppsala zum Ehrendoktor ernannt worden.
Die schwedische Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala (SLU) hat Professor Dr. Jörg Hartung, Leiter des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, die Ehrendoktorwürde verliehen. Die schwedische Universität würdigt mit der Vergabe des Dr. honoris causae (Dr. h.c.) seine wissenschaftlichen Verdienste um den Tierschutz, den Umweltschutz und den Arbeitschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung.

 

 


Kommentare   
 
0 #2 Kristine Schmieding 2011-03-04 16:36
Antworten auf die Fragen von Wilma Armbrecht

1)Was wollte der Autor uns mit diesem Artikel mitteilen? Diese spezielle Art der Haltung ist seit Jahren bekannt!

Es ist richtig, dass diese Art der Haltung bekannt ist. Aber eine allgemeine Bekanntheit ist etwas anderes als ein wissenschaftliches Gutachten. Ich vermute, Frau Armbrecht, dass Sie den Unterschied erkennen.

2)Benötigt man eine Studie, um festzustellen, dass die bei uns übliche Nutztierhaltung für Tiere eine große Qual bedeutet?

Ja, weil man sich damit auf einer gesicherten Grundlage bewegt. Und die braucht man heutzutage, damit man politisch aktiv werden und auf dieser Grundlage auch Rechtswege beschreiten kann.

3)Was müsste man nach Meinung des Herrn Professors tun, um diese Art der Tierhaltung zu verbessern?

Es handelt sich um einen Untersuchungsbe richt zur Besatzdichte. In der Zusammenfassung der Untersuchung heißt es abschließend: „Die vorgestellten Befunde lassen es angeraten erscheinen, die derzeit geltenden Bestimmungen zur Platzbemessung für Masthühner in der EU-Richtlinie im Hinblick auf Tiergesundheit, Tierschutz und Schlachtkörperqualität neu zu überdenken.“ Mehr Platz für die Tiere würde natürlich deutliche Kostensteigerungen für die Unternehmen bedeuten – nicht umsonst wurde versucht, die Studie zurückzuhalten. Politisch liegen weitergehende Konsequenzen auf der Hand. Die Arbeit wird bereits genutzt, z.B. durch Herrn Meyer, Agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag.

4)Wo hört die Quälerei des Tieres auf? Kann man die Quälerei des Tieres messen?

Entscheidend ist nicht, wo die „Quälerei“ aufhört (mit dem Tod), sondern wo sie anfängt. Entscheidende Indikatoren sind die in der Studie festgestellten Gesundheitsschäden und Verhaltensänder ungen der Tiere. Der Bericht nutzt den Begriff der „Qual“ nicht.

5)Was ist die Botschaft dieses Artikels?

Erkennen Sie diese nicht? Ich denke, dass dies eindeutig ist, dass ein Engagement gegen diese Art der Tierhaltung gefordert ist. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, für die man sich selbständig entscheiden kann!
 
 
 
0 #1 Wilma Armbrecht 2010-12-27 16:07
Was wollte der Autor uns mit diesem Artikel mitteilen? Diese spezielle Art der Haltung ist seit Jahren bekannt!

Benötigt man eine Studie, um festzustellen, dass die bei uns übliche Nutztierhaltung für Tiere eine große Qual bedeutet?

Was müßte man nach Meinung des Herrn Professors tun, um diese Art der Tierhaltung zu verbessern?

Wo hört die Quälerei des Tieres auf? Kann man die Quälerei des Tieres messen?

Was ist die Botschaft dieses Artikels?

 
 

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