Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge wird verlängert

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Foto: Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V.

Um die Behandlung von traumatisierten und psychisch erkrankten Geflüchteten zu verbessern, wurde im vergangenen Jahr mit „refuKey“ ein Pilotprojekt gestartet, das Niedersachsen zu den Vorreitern in der Versorgung geflüchteter Patientinnen macht. Auch im Raum Braunschweig/Königslutter wurde das Konzept umgesetzt. Nun wird das Angebot verlängert und ausgebaut.

Flüchtlinge leiden häufig unter den traumatischen Erfahrungen, die sie in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht machen mussten. Hilfe finden sie etwa in Psychosozialen Zentren (PSZ), die sich auf die Behandlung von Flüchtlingen und Folteropfern spezialisiert haben, oder in psychiatrischen Kliniken der Regelversorgung. Mit dem Projekt „refuKey“ wurde erstmals eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Zugängen etabliert. Für die Region Braunschweig/Königslutter bilden das AWO Psychiatriezentrum Königslutter (APZ) sowie das PSZ Braunschweig des Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN e.V.) ein sogenanntes „Kooperatives Kompetenzzentrum“.

Hierzu wurden dem AWO Psychiatriezentrum zwei Mitarbeiterinnen zur Verfügung gestellt, die das Klinikpersonal bei der Arbeit mit Geflüchteten unterstützen. Zudem begann im Oktober 2018 der Aufbau eines Psychosozialen Zentrums in Braunschweig. Da die Mitarbeiterinnen sowohl in der Klinik als auch im PSZ tätig sind, wird der Übergang von Patientinnen zwischen den Einrichtungen erleichtert und die Behandlung besser auf Geflüchtete angepasst, etwa durch den Einsatz von Dolmetscherinnen. Dazu der Geschäftsführer des AWO Psychiatriezentrums Königslutter, Thomas Zauritz: „Auch wir im APZ haben traumatisierte Flüchtlinge als Patienten. Wir freuen uns, dass wir durch refuKey mit dazu beitragen können, die Behandlung von diesen traumatisierten Menschen in der Region Braunschweig verbessern zu können. refuKey trägt dazu bei, dass Menschen, die schlimme Umstände überlebt haben, wieder in ein ‚normaleres‘ Leben kommen können. Da helfen wir gern mit!“.

Mit dem Folgeprojekt „refuKey 2“, das zum 1. Mai 2019 gestartet ist, setzen die Kooperationspartner ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. In der nächsten Projektphase, die zunächst bis Ende 2019 läuft, werden etwa die Kapazitäten des PSZ in der Braunschweiger Innenstadt erweitert (ab Juni im Bohlweg 14). Durch die Nähe zur Landesaufnahmebehörde ist mit einem gleichbleibend hohen Bedarf in der Region zu rechnen. Auch weiterhin bleiben für Geflüchtete viele Hürden im Gesundheitssystem bestehen, „etwa die Finanzierung der Arbeit von Dolmetschern oder Psychotherapien. Psychische Erkrankungen sind darüber hinaus in vielen Kulturen tabuisiert“, so Dr. med. Gisela Penteker, eine der refuKey-Projektleiterinnen.
Das Projekt wird vom Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN e.V.) durchgeführt, in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Es wird vom Niedersächsischen Sozialministerium gefördert.

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