Erinnerungen zur Europawahl

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Neulich traf ich den eilig daherkommenden Schulfreund Klingenbiel. „Keine Zeit“ raunte er mir zu „ich bin auf der Flucht vor meinem ehemaligen Bankberater. Sobald er sein Telefonat beendet habe, sagte der Bankmensch, wolle er mit mir überlegen, wie man angesichts steigender Aktienkurse die Zusammenarbeit wieder intensivieren könne. Mein Bedarf an Bankkontakten ist aber angesichts der Krise vollkommen gedeckt.“

„Nun mal langsam“ antwortete ich. „Die Hypotheken-, Finanz- und Wirtschaftskrise haben doch nicht die Banken verursacht – es waren möglicherweise die Terroranschläge auf das World Trade Center“. Rat wird von kompetenter Stelle zuteil: „Einen Hauptgrund für die Verluste der Stadt sieht Pesditschek* (SPD) in der nicht vorhersehbaren Krise der Weltwirtschaft nach den Terroranschlägen auf New York am 11. September 2001″.

„Na super“ meinte Klingenbiel, „die Banken sollen es also nicht gewesen sein. Hoffentlich werden die zukünftigen Bankberater nicht bereits in der Schule darauf eingestellt. Können Bürgerinitiativen hier nicht aufklärend wirken?“

„Sicherlich“, antworte ich, „nur die Wertschätzung von Bürgerinitiativen durch einige der etablierten Parteien lässt noch zu wünschen übrig. So steht beispielsweise über einen Ratsherrn der Bürgerinitiative Braunschweig unter www.spdinfo.de zu lesen: „Ist kein Arschloch, aber er verhält sich leider immer wieder schlimmer als ein solches““.

Anleitung zur Überprüfung der betreffenden Webseite: Herunterfahren bis zum Artikel „SPD-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig, 27.12.2007, BERICHT ÜBER DIE 7. RATSSITZUNG“ und dann mit dem Mauszeiger den blau hervorgehobenen Namen Peter Rosenbaum berühren.

Auf einen entsprechenden Hinweis antwortete Herr Pesditschek* (SPD): „Ich weiß auch nicht, was Ihr Rechner so alles anzeigt. Nur zu Ihrer Information: ich habe mit der Seite www.spdinfo.de nichts zu tun. Der von Ihnen zitierte Beitrag stammt zwar ursprünglich von mir, ging an eine Reihe von Empfängern,  wurde mit Manfred Pesditschek, Fraktionsvorsitzender unterschrieben und enthält an keiner Stelle die von Ihnen zitierten Schimpfwörter.“

„Nun ja“ meinte Klingenbiel, „ist halt die Partei der Arbeiterklasse, auch wenn ich bei der Demonstration am 1. Mai auf dem Burgplatz keine SPD-Fahne gesehen habe“. Auch zu diesem Thema hilft man auf der Webseite www.spdinfo.de mit einer Wertung des Hauptredners der Veranstaltung am 1. Mai 2009, Herrn Prof. Dr. phil. Frank Deppe von der Philipps-Universität Marburg, weiter: „Alternder Professor reißt Massen in Schlaf oder Tratscherei„.

Klingenbiel: „Das gibt einem schon zu denken – besser ich konzentriere mich jetzt auf die Europawahl“. Dazu meint man auf der Webseite www.spdinfo.de: „Wieder richtig wählen: Matthias Wehrmeyer für das Braunschweiger Land ins Europa-Parlament“. Die Goslarsche Zeitung erinnert dazu in ihrem Beitrag „Fast vergessen: Am 7. Juni ist Europawahl“: „Für die SPD tourt der Verwaltungsjurist Matthias Wehrmeyer durch die Region. So besuchte er die Genossen in Vienenburg und war zu Gast beim SPD-Unterbezirksparteitag in Goslar. Der Peiner Ratsherr war einst Büroleiter von Ministerpräsident Gerhard Glogowski und wurde wegen Falschaussagen im Zuge der Glogowski-Affäre verurteilt.“

*Oberstudiendirektor und Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Braunschweig.

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