„Die Anatomie der Frau ist für die Trikotwerbung nicht geeignet.“

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Fans vor dem Eintrachtstadion. Foto: Uwe Meier

Warum? „Die Reklame verzerrt.“

Vor 50 Jahren lief Eintracht Braunschweig erstmals mit Trikotwerbung auf den Rasenplatz. Der Wirbel war damals riesig. Der DFB träumte noch vom idealistischen Fussball, denn schließlich ging es um das unbefleckte Trikot. Der Likörfabrikant aus Wolfenbüttel, Günter Mast, leistete mit Eintracht Braunschweig hinsichtlich Trikotwerbung seinerzeit Pionierarbeit. Am 24. März 1973 liefen die Braunschweiger im Heimspiel gegen Schalke 04 das erste Mal mit dem Hirschkopf auf der Brust auf. Sieben Monate später knickte der Deutsche Fußball-Bund ein und erlaubte die Werbung auf dem Trikot. Die Eintracht kassierte 100.000 Deutsche Mark pro Jahr für den Deal. Eine kleine Kulturgeschichte von Johannes Koop in der TAZ.

Für Aufregung in der Fussball/Werbebranche sorgte jedoch nicht nur unsere Eintracht, sondern 1988 auch der FC Homburg, als er für Kondome warb. „London“ sollte auf den Trikots stehen und „London“ war ausdrücklich keine Städtereklame. Denn die „London Rubber Company“ machte mit ihrem Schriftzug Werbung, die dann mit einer schwarzen Folie abgeklebt werden musste. Der schwarze Balken stand fortan überall für Kondom-Werbeverbot. Ein kostenloser traumhafter Werbegag. Der verhütende Deutsche Fußball-Bund drohte dem Klub sogar mit Punktabzug. Den Prozess vor dem Landgericht Frankfurt gewann dann der FC Homburg. Nur mit der Verhütung von Gegentoren klappte es nicht gut. 1988 stieg der FC Homburg ab und spielt heute in der 5. Liga.

Nur einer hat Karriere gemacht, der auch den schwarzen Balken trug: Christian Streich. Er ist seit Januar 2012 Cheftrainer des SC Freiburg – und das äußerst erfolgreich.

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