Berliner Mohrenstraße wird in Anton Wilhelm Amo umbenannt.

0

Und was hat Braunschweig damit zu tun?

In Berlin hat am Donnerstag Abend der Bezirk Mitte entschieden, dass die bekannte und traditionsreiche Mohrenstraße umbenannt werden soll in Anton Wilhelm Amo-Straße. Wer ist der Mann, der im 18. Jahrhundert in Braunschweig vom „Hofmohr“ zum Vordenker wurde? Und was hat Braunschweig damit zu tun?

Anton Wilhelm Amo, geboren 1703, kam als jugendlicher Sklave aus Ghana nach Amsterdam und wurde an den braunschweiger Hof an Herzog Anton Ulrich verschenkt. Er machte dann in Braunschweig und in Halle/Jena als Student einen erstaunlichen Lebensweg. Er wurde der erste Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland.

Am Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel habe er eine humanistische Ausbildung erfahren, erzählt die Kuratorin des braunschweiger Kunstvereins in der Villa „Salve Hospes“, Jule Hillgärtner: „Er blieb dort für gut zwanzig Jahre, bevor er an verschiedene Universitäten in Halle-Wittenberg und Jena ging. Dort hat er als Philosoph gelehrt und geforscht“, so Hillgärtner. Sie hat gerade im Kunstverein Braunschweig die Ausstellung „The Faculty of Sensing“ kuratiert, die künstlerische Positionen zum Leben von Anton Wilhelm Amo zusammenbringt.

Die Geschichte von Amo wird vom Kunstverein Braunschweig erzählt. Doch nicht nur diese. Eigentlich dreht sich die Geschichte um das norddeutsche Kulturleben, das die TAZ näher beleuchtet. Frau Bettina Maria Brosowsky berichtete vor wenigen Tagen über den Kunstverein Braunschweig, einem der ältesten Kunstvereine Deutschlands, gegründet 1832. Und sie berichtete über den ersten afrikanischen Philosophieprofessor, der im bildungsorientierten Herzog Anton Ulrich seinen Förderer fand und dem nun in Berlin eine Straße gewidmet wird.

Möchten Sie den Artikel kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.