Tag der Pflege: Krankenhausbeschäftigte haben Forderungen

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Von Marcel Richter

Krankenhausbeschäftigte fordern mehr Personal, höhere Löhne und bedarfsgerechte Finanzierung

Braunschweig Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai haben heute in mehreren Krankenhäusern der Region unter dem Motto „Wir sind systemrelevant“ Aktionen der Beschäftigten stattgefunden. Im Mittelpunkt standen Forderungen nach mehr Personal, Entlastung und dauerhaft höheren Löhnen.

Aktionen fanden unter anderem in folgenden Krankenhäusern statt: Städtisches Klinikum Braunschweig und im Helios Klinikum Salzgitter. In den Krankenhäusern versammelten sich Beschäftigte aus allen Tätigkeitsbereichen um Banner mit der Aufschrift „Wir sind systemrelevant“.

„Die Corona-Pandemie zeigt deutlich, dass die Beschäftigten und ihre Krankenhäuser systemrelevant sind“, erklärt Marcel Richter, Gewerkschaftssekretär zuständig für Gesundheitswesen im ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen. „Dafür erwarten die Beschäftigten neben dem aktuell elementaren Gesundheitsschutz auch grundsätzliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen“, so Richter weiter.

Zentrale Forderungen am Aktionstag waren die nach einer gesetzlichen, bedarfsgerechten Personalbemessung, planbaren Arbeitszeiten, mehr Freizeit und dauerhaft höheren Löhne. Weiterhin fordern die Beschäftigten eine bedarfsgerechte Finanzierung der Krankenhäuser, eine ausreichende Investitionsförderung durch die Länder, den Erhalt der Krankenhäuser in den Regionen und einer Rücknahme der Ausgliederungen und Privatisierungen.

„Applaus alleine reicht nicht, notwendig sind nun wirkliche Verbesserungen“, betont Richter. „Dies betrifft alle Beschäftigten – egal ob in der Pflege, Reinigung oder Küche. Sie alle leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung“, betont Richter. „Wenn Politik und Arbeitgeber es ernst meinen mit einer Anerkennung, zahlen sie den Krankenhausbeschäftigten als wichtiges Signal eine Prämie von 1.500 Euro“, fordert Richter abschließend.

Update (Anmerkung der Redaktion): Auch in Peine gab es entsprechende Proteste, dort ging es natürlich auch um den Erhalt des dortigen Klinikums:

Von Sebastian Wertmüller

Tatkräftige Unterstützung für die Protestaktion von ver.di in Peine kam von der IG Metall. Foto: ver.di Süd-Ost-Niedersachsen

Nicht nur an den Internationalen Tag der Pflege galt es bei der heutigen Aktion von ver.di in Peine zu erinnern. Natürlich ging es auch um das insolvente Peine Klinikum und um das monatelange Gewürge um dessen Erhalt. Unison forderten die Redner*innen den Fortbestand des Krankenhauses im Interesse der Patientinnen und Patienten, im Interesse der Peiner Bevölkerung und im Interesse der Beschäftigten.

Mehr als 70 Kolleg*innen und Bürger*innen folgten dem ver.di-Aufruf: Beschäftigte des Klinikums, Metaller vom der Hütte, Politiker*innen aus Rat, Kreistag und Landtag.

Natürlich galten ein besonderes Augenmerk den Arbeitsbedingungen: Personalmangel, fehlende Personalbemessung, Holen aus dem ‚Frei‘, mangelnde Einhaltung der Pausen wegen des Arbeitsdruckes usw.

Gesprochen haben ver.di Sekretär Bruno Gerkens, Christine Leckelt vom Klinikum, Frank Raabe-Lindemann für den DGB, Matthias Wilhelm als 1.Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, Nanni Rietz-Heering für den ver.di-Ortsverein und Sebastian Wertmüller, der ver.di-Geschäftsführer.

Alle würdigten des Engagement der Beschäftigten im Gesundheitswesen und alle stellten darauf ab, dass tatsächlich alle gemeint seien – die Pflegekräfte, die Ärzt*innen, aber ebenso die Reinemachekräfte, die Arbeiter*innen in der Küche und bei den Hausmeisterdiensten und die vielen anderen, die für das Funktionieren eines Krankenhauses oder eine Pflegeeinrichtung unverzichtbar seien.

Insbesondere die Solidaritätsadressen von Seiten der IG Metall und DGB taten gut! So kündigten Matthias Wilhelm und Frank Raabe-Linde an, bei Bedarf auch weiter zu unterstützen.

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