Wiederaufnahme für eine Generation: Schräge Hymne auf David Bowie
„...and the stars look very different today“: Die Textzeile aus Bowie's „Space Oddity“ überschreibt den Abend im Aquarium des kleinen Hauses. Foto: Staatstheater Braunschweig / Marco Kany
Eine tote Legende, die 40 Jahre die Rock- und Popgeschichte der westlichen Hemisphäre beeinfusst hat, lässt sich nur schwer zum Leben erwecken. Jeder Versuch endet tendenziell tödlich. Zu Vieles muss ausgelassen, verkürzt, ignoriert, unerklärt oder in seinen Facetten übersehen bleiben. Bowie post mortem auf der Bühne darstellen? Dafür bedarf es eigentlich mindestens weiterer 40 Jahre, und das Nonstop. Und dazu nochmal 80 Jahre wegen der vielen Anmerkungen von Kritikern, Besserwissern, Zeitzeugen, Fans und tatsächlich nahestehenden Mitschaffenden. Eine intellektuelle Singularität wie Elvis Presley lässt sich mit einem flotten Medley in 90 Minuten brav abarbeiten. Für einen sich täglich neu erschaffenden Egomanen mit musikalischen, literarischen und darstellerischen Ansprüchen genügen 90 Minuten kaum, um den inneren Zwiespalt vor dem Ändern der Haarfarbe zu erklären.
Stadt feiert ihren Ehrenbürger: Empfang zum Geburtstag von Gerhard Glogowski
Ehrenbürger Gerhard Glogowski feierte seinen 75. Geburtstag mit vielen Freunden und politischen Weggefährten in der Dornse des Altstadtrathauses. Foto: Marcus von Bucholz
Nein, durch die Erinnerung an Skandale wollte man sich die gemütliche Feier in der Dornse des Altstadtrathauses nicht verderben lassen. Der einzige der vier Redner, der das böse Unwort in den Mund nahm, war der geehrte Jubilar höchstselbst: Ex-Ministerpräsident, Ex-Oberbürgermeister und Braunschweigs Ehrenbürger Gerhard Glogowski sagte zur Feier seines 75. Geburtstags: „Wenn man das Richtige tun will aber zur falschen Zeit, dann nennt man das einen Skandal.“ Ein Satz, der ganz am Ende seiner eigenen Jubelveranstaltung wie weisswaschendes Weihwasser auf die 150 geladenen Gäste herabtröpfelte. Denn ganz so moralisch und temporär eingegrenzt ist das mit den Skandalen nur aus fragwürdig euphemistischer Sicht.
Sowohl Oberbürgermeister Ulrich Markurth (links) als auch Ministerpräsident Stephan Weil hoben in Ihren Reden die Verdienste des Jubilars für die Stadt Braunschweig und Niedersachsen hervor. Foto: Marcus von Bucholz
Strukturelle Benachteiligung der IGSen beenden
Preisverleihung: Schulbuch des Jahres 2018
Burgplatz Open Air: Mit “Carmen” back to the roots
Begleitet von GMD Srba Dinic am Flügel sang Carolin Löffler die berühmter Arie „Habanera“ für die Gäste der Veranstaltung. Foto: Marcus von Bucholz
Nach „West Side Story“ (2014), „Hair“ (2016) und „Hairspray“ (2017) kehrt das Staatstheater in diesem Jahr beim Burgplatz Open Air zu seinen Wurzeln zurück. Bizet’s unwiderstehliche Sehnsuchtsoper „Carmen“ (vor 15 Jahren zur Eröffnung der Reihe gegeben) soll in einer wohl eher werktreuen Inszenierung unter Regie des Österreichers Philipp M. Krenn „den Weg zu unserem eigentlichen Kerngeschäft“ zurückführen – so Intendantin Dagmar Schlingmann. Als „Garant für ein Galaformat“ stehe dabei Generalmusikdirektor Srba Dinic Pate. Der bezeichnet die ‚Carmen’ als eine seiner Lieblingsopern; findet sie „selbst nach sechs oder sieben Inszenierungen noch lebendig und frisch.“
„Nach’ m Schoduvel“ – wie weiter?“
Braunschweiger NS-„Euthanasie“-Opfer auf bundesweiter Webseite zur NS-„Euthanasie“ präsent
FAULHEIT
Projekt Zeitlos, Zoe Pilgrim
Fr., 16. bis Sa., 17. Februar, 12 - 17 Uhr
Eröffnung: Do., 15. Februar, 18 Uhr
kostenlos, keine Anmeldung erforderlich
Wir laden Sie herzlich zum Besuch der Schülerausstellung "Faulheit" in den Kunstverein Braunschweig, Lessingplatz 12 ein.
Anstrengungsvermeider, Herumtreiber, faule Socken oder Müßiggänger als kreative Köpfe?
Gregor Gysi bei Graff: „Man muss aufhören können, zu siegen“
Es wurde keine Lesung, sondern eine lockere Plauderei über Politik und sein Leben: Gregor Gysi (links) im Gespräch mit Journalist Hans-Dieter Schütt bei „Graff“. Foto: Marcus von Bucholz
Hunde bellen und beißen. Esel bocken und treten nach ihren Widersachern. Katzen schleichen sich an, fixieren ihr Opfer, spielen mit ihm und schlagen dann unvermittelt zu. Und wenn’s mal schief geht – dann haben sie bekanntlich sieben Leben.
Da passt es gut, dass „Linken“-Politiker Gregor Gysi in seiner Autobiographie auf seine ersten sechs Leben zurückschaut. Der „zweimal 35-Jährige“ (Eigeneinschätzung) wartet noch auf das letzte, das Siebte – nach Kindheit, Jugend in der DDR, Anwaltsberuf, letztem SED-Vorsitzenden, argwöhnisch angefeindetem PDS-Vorsitzenden mit (widerlegten) Stasi-Kontakten und gefeiertem „Linken“-Star, der aus dem Bundestag nicht mehr wegzudenken ist. Weil seine Reden Spaß machen. Weil sein vergifteter Humor mehr ausdrückt, als andere direkt sagen. Weil er im TV-Schaufenster Bundestag so spitzfindig argumentieren kann, dass selbst die immerkritischen eigenen Genossen nur noch überwältigt Beifall klatschen. Beispiele gefällig?
„Ein Leben ist zu wenig“ überschrieb Gregor Gysi seine Autobiographie, die er vor seinem Braunschweiger Publikum vorstellte. Foto: Marcus von Bucholz






































