Buntes Braunschweig Teil 3: Die Straßennamen

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»Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen —

doch es wachsen keine Blumen auf ihr.« (Vincent van Gogh)

In der Reihe „Buntes Braunschweig“ veröffentlicht der Braunschweig-Spiegel in loser Folge Ideen, welche das Leben in der Stadt bunter und lebenswerter machen. Jeder ist herzlich eingeladen, sich mit Ideen und Vorschlägen zu beteiligen und diese an die Redaktion zu senden!

In der dritten Folge veröffentlichen wir eine weitere Idee von B.E.R.N.D., der Braunschweiger EntwicklungsRunde Neues Denken, über eine mögliche Umbennenung von Braunschweiger Straße und Plätzen.

Der Anlass:

Es gibt zur Zeit eine wilde Diskussion um eine mögliche Umbennung des Berliner Platzes in Willy-Brandt-Platz. Der Vorschlag zur Umbenennung kam von der Verwaltung und stieß auf vielfältige Kritik. An dieser Diskussion möchten wir uns nicht beteiligen aus zwei Gründen: Zum einen halten wir die Idee eines Willy-Brandt-Platzes aus der Sicht des Stadtmarketings für langweilig, zum anderen halten wir es für undemokratisch, dass die Bürger des Platzes bei der Wahl eines neuen Namens nicht einbezogen wurden.

Bei der letzten Sitzung der Gruppe B.E.R.N.D. haben wir Ideen für eine kreative Umbennungen von Braunschweiger Straßen und Plätzen gesammelt und die folgenden Vorschläge entwickelt:

a) Braunschweig braucht mehr regionale Straßennamen

 

Straßennamen dienen nicht nur der Orientierung, sondern auch der Identifikation der Bewohner mit ihrer Straße. Gleichzeitig können Straßennamen auch dazu dienen, bekannte Persönlichkeiten der Stadt zu ehren und auf regionale Besonderheiten hinzuweisen. Wir wünschen uns zum Beispiel, dass die Robert-Koch-Straße in der Nähe des Eintracht-Stadions in Konrad-Koch-Straße umbenannt wird. Eine weitere Idee: Die langweiligsten Straßennamen findet man im Ruhrgebietsviertel in Querum. Straßennamen wie Essener-, Bottroper-, Wuppertaler-, Bochumer-, Duisburger-, Dortmunder- und Krefeldstraße sind schwer zu merken und haben keinerlei Bezug zur Stadt Braunschweig.
Wir schlagen daher vor, die Straßen nach Braunschweiger Originalen umzubenennen, zum Beispiel in:

  • Harfen-Agnes-Straße
  • Teddy-Wiener-Straße
  • Teeonkel-Straße
  • Rechen-August-Straße
  • Deutscher-Hermann-Straße

Da 2013 der Hundertste Hochzeitstag von Viktoria Luise gefeiert wird, ist es auch eine schöne Idee, den Querumer Westfalen-Platz in Welfenplatz unzubenennen. Oder noch schöner in: Prinzessin-Viktoria-Luise-Adelheid-Mathilde-Charlotte-von-Preußen-Platz!

b) Mehr Bürgerbeteiligung bei Straßennamen

Wir wünschen uns, dass bei der Umbennung von Straßen und Plätzen Bürgervorschläge gesammelt werden und anschließend Bürger über diese Vorschläge abstimmen können. Dies führt zu spannenden Diskussionen. Vielleicht wird ein Tunnel in Bud-Spencer-Tunnel benannt, wie in Schwäbisch Gmünd vorgeschlagen wurde, vielleicht heißt der Kennedy-Platz anschließend Jazzkantinenplatz. Auf diese Weise wird eine hohe Identifikation der Bewohner dieser Stadt mit ihren Straßennamen erreicht!

c) Mehr Humor bei Straßennamen

Eine Analyse der Braunschweiger EntwicklungsRunde Neues Denken hat ergeben: Die derzeitige Verwaltung der Stadt Braunschweig zeichnet sich in hohem Maße durch Humorlosigkeit aus. Das ist schade, denn eine alte Regel des Stadtmarketings besagt: „Humor ist Trumpf.“ Oder wie ein Braunschweiger Kreativer sagte: „Witzigkeit kennt keine (Medien-)Grenzen.“ Mit Humor kann man Braunschweig als weltoffene und kreative Stadt präsentieren. Zwei Beispiele aus der Welt der Straßennamen.

Die Otto-Bögeholz-Straße in Watenbüttel wurde in den 70er Jahren nach dem erfundenen Heimatdichter Otto Bögeholz benannt. Auch wenn Otto Bögeholz nie gelebt hat: Seine beiden Gedichtbände: „Gefühl ist alles“ und „Alles ist Gefühl“ kann man hier bestellen.

Und noch ein Beispiel: Bei google-Maps findet man im Univiertel an der Oker die Via Dentis, auf deutsch: Die Straße der Zähne, direkt neben der Alan-Turing-Allee. Ein Braunschweiger Student verlieh den Wegen diese schönen Namen, die mittlerweile sogar in der Braunschweiger Zeitung erwähnt wurden.

Wir wünschen uns, dass die Stadt ähnlichen Mut bei der Bennennung von Straßen und Plätzen zeigt. Eine Idee aus unserer Runde, allerdings politisch nicht durchsetzbar, ist die Umbenennung des Schlossplatzes in: Residenzschlossfassadenteilrekonstruktionsarkaden-Platz. Das wäre der längste Name eines Platzes in Europa und wird so dafür sorgen, dass jeder Tourist Vergnügen daran findet, diesen Namen auswendig zu lernen.  

 


Kommentare

0 #2 Pipi Prinz 2013-06-05 11:40
Super Idee mit der Umbenennung zum Welfenplatz. Hätten wir gleich zwei in BS!

0 #1 Andreas Matthies 2012-12-06 20:52
Gute Ideen! Der Vorschlag „Max Jüdel Platz“ ging ja in eine ähnliche Richtung.Viel-l eicht sollte man da anfangen, wo es neue Straßen zu benennen gibt. Das wäre am einfachsten, weil nichts umgestellt werden müsste.- Ansonsten sollte man daraufhin
arbeiten, dass in verschiedenen Vierteln mehrere Straßen zugleich umbenannt werden.
Man könnte gewisse Besonderheiten von Vierteln so verstärken, dass etwas Charakteristisches entsteht. So ähnlich wie beim Malerviertel… In Lehndorf gibt es jede Menge von Städtenamen aus dem Saarland (wegen dessen Rückkehr zum Reich), da würde sich eine „flächige“ Umbenennung anbieten!

 
 

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