Eine Ausstellung – zwei fotografische Welten: noch bis zum 28.06.2026 im Museum für Photographie
Das ehrenamtliche Leben in unserer Region ist unglaublich vielfältig, bunt, faszinierend.
Die Schau im Torhaus 2 zeigt in sehr unterschiedlichen fotografischen Bildsprachen und Inszenierungen Porträts von Menschen in ihren aktiv gelebten ehrenamtlichen Engagements. Zu sehen sind beispielsweise präzise beobachtete, wunderbar sensibel fotografierte Aspekte des Vereinslebens am Beispiel eines Fußballvereins oder die Dramatik einer Höhlenrettung im Altbergbau (durch ehrenamtliche Helfer), aus einer Foto-Serie mit dem eher unspektakulären Titel “Telenotfallmedizin” oder auch die fast schmerzhaft direkten, in gewisser Weise geradezu intimen Fotos der politisch-gesellschaftlichen Bewegung „Letzte Generation“.

Beteiligt mit ihren Fotografien und Installationen sind Darya Boiko, Jessika Dirks, Mara Griem, Norbert Hillwig, Ulf Jasmer, Klaus G. Kohn, Matthias Langer und Stefan Sobotta.
Alle Motive wurden anlässlich eines Fotowettbewerbs für den vom 12. bis 14. Juni 2026 zum ersten Mal in Braunschweig stattfindenden Tag der Niedersachsen von einer Experten-Jury ausgewählt. Jährlich als „Landesfest der Ehrenamtlichen“ gefeiert, widmet sich die opulent mit Kunst, Kultur, Musik, familienfreundlichen Events – natürlich auch mit vielfältigen kulinarischen Angeboten – und noch vielem mehr ausgestattete dreitägige Veranstaltung der Vielfalt der Region und dem bunten Spektrum ehrenamtlichen Engagements.

Ommo Wille (1959-2024) war Fotograf, Maler, Illustrator, Zeichner, studierte von 1981-1989 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig Freie Kunst, war auch Lehrer an der Universität der Künste in Berlin.
Seine Familie schenkte 2026 dem Museum für Photographie Braunschweig den fotografischen Nachlass aus dem Werk des Künstlers, das auch Zeichnungen und Malerei umfasst.

Anfang der 1990er Jahre, kurz nach der ‚Wende‘, setzte sich Ommo Wille in dem umfangreichen Fotografie-Projekt „Zwischenzeit“ mit dem ehemaligen deutsch-deutschen Grenzland in der Region um Braunschweig, Sachsen-Anhalt sowie in Berlin, Potsdam und Brandenburg auseinander.
Zahlreiche Schwarzweiß-Fotografien entstanden mit einer Panoramakamera und zeigen in erweiterter und aus kompositorisch individueller Perspektive die Strukturumbrüche der Wendezeit nach 1989. Sie geben Einblicke in die politisch geprägten Landschaften der ehemaligen DDR, deren gesellschaftspolitische Auswirkungen bis heute relevant sind.

In der Ausstellung zu sehen sind auch farbintensive, hochwertige Abzüge aus dem ehemaligen Palast der Republik. Bis 1990 war er Sitz des DDR-Parlaments sowie ein beliebter Ort für Freizeit und Kultur.
Ommo Wille schrieb dazu: „1992 und 1993 hatte ich die Möglichkeit den Palast der Republik der DDR unter der kundigen Leitung eines Ingenieurs noch ein letztes Mal zu besichtigen und dabei mit einer Mittelformatkamera (Pentacon Six, 6 x 6 cm) zu fotografieren. Die Aufenthalte waren jeweils auf 2 Stunden begrenzt. Daher ist die Ausbeute des Bildmaterials leider sehr gering. Trotzdem hoffe ich, dass ich wenigstens einen kleinen Einblick in den jetzt verschwundenen Palast der Republik geben kann.“
Die außergewöhnlichen Arbeiten von Ommo Wille sind zu sehen im Torhaus 1.
Weitere Informationen:
https://www.photomuseum.de/index.php/ausstellungen-aktuell/
https://www.instagram.com/museumfuerphotographie_bs
Titelfoto: Mara Griem, ohne Titel, aus der Serie RWBS04, Braunschweig 2023 (c) Mara Griem
























