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Die geplante Zerstörung des Stadtklimas im Bahnhofsbereich

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Foto: pixabay

Von Edgar Vögel

Heiß hier! Na und?

Wenn jemand (womöglich aus guten Absichten) sein Auto in einen reißenden Fluss steuert, ist klar: Es gibt kein Zurück. Wenn „Stadtväter“ (ja, die männliche Form) aus Braunschweig eine „City of Lions“ machen wollen, hat das viele Folgen. So soll es offenbar bedeuten, dass es dafür ein (sub)tropisches Klima braucht, in dem sich richtige Löwen wohlfühlen. Das passt gut zum Bahnhofsbereich, wo ohnehin Vieles für Veränderungen spricht. Nein, gemeint ist hier nicht die Unterart der Baulöwen, die z. B. in etwa nordöstlich des Bahnhofs verortet werden könnte. 

Stadtklima im eigentlichen Sinn bezeichnet zunächst das lokale, überwiegend durch Bebauung erzeugte Klima in Innenstädten und unterscheidet sich wesentlich vom Klima im Umland. Ob es gelingt, eine Überhitzung – bedingt durch die starke Versiegelung – zu begrenzen, entscheidet in einer großen Stadt nicht nur über Lebensqualität, sondern auch über Sein oder Nichtsein. Die Herausforderung ist eine doppelte: Sich als Stadt mit eigenen Beiträgen dem Klimawandel entgegen zu stellen, und zugleich dessen aktuelle Folgen abzumildern. Letzteres heißt „Klimafolgen-Anpassung. Wie überlebenswichtig beides ist, führt uns die aktuelle Hitzeperiode deutlich vor Augen. 

Wie sich unsere Stadt real dazu positioniert, zeigt ihr Verhalten bei der Umgestaltung des Bahnhofsbereich mit aller Deutlichkeit. Mit dem Ratsbeschluss am 12.05.26 wurde festgeklopft: Braunschweig soll ein neues, sog. „Bahnhofsquartier“ bekommen. Kurz: Die Versiegelung durch ein Übermaß an Straßen wird aufgebrochen und durch eine Neuversiegelung mit hohen, dafür begrünten Betongebäuden ersetzt. Das dient natürlich guten Absichten: Hunderte Wohnungen und Büro-Arbeitsplätze in verkehrsgünstiger Lage. Aber nicht nur notorische Meckerer können erkennen: Leben und arbeiten kann in heißen Sommerperioden dort künftig niemand mehr, wie die folgende Stellungnahme des Braunschweig-Forums mit Klimaanalysen eindrucksvoll belegt! Viele von uns haben entsprechendes in den letzten Tagen in den eigenen vier Wänden zu spüren bekommen – ein Vorgeschmack auf die künftige Zuspitzung. Stadt, Rat und Lokalpresse verheißen eine „radikale Veränderung“. Wie wahr!

Der folgende Beitrag wurde für das „Braunschweiger Forum“ als Stellungnahme zum Bebauungsplan verfasst und unter “Wird zur Kenntnis genommen. Den Einwendungen wird (in Gänze) nicht gefolgt“ von der Stadt zurückgewiesen. Stadtväter, die ihr Auto in den Fluss steuern. Wir sollten sie in unserem eigenen Interesse daran hindern!

3 Kommentare

  1. Der Link zur Aufzeichnung der Ratssitzung vom 12.5.2026

    https://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/politik/ratderstadt/videostream_archiv.php

    Zeitfenster 2:40:26 – 2:59:40

    TOP 16

    155. Änderung des Flächennutzungsplanes „Umfeld Hauptbahnhof“
    Stadtgebiet zwischen Kurt-Schumacher-Straße, Ottmerstraße,
    Willy-Brandt-Platz und Berliner Platz
    Planbeschluss

    https://ratsinfo.braunschweig.de/integration/wicket/resource/org.apache.wicket.Application/doc2187437.pdf

    Vorlage Nummer 26-28747

    TOP 17

    Bebauungsplan mit örtlicher Bauvorschrift „Umfeld Hauptbahnhof“,
    AW 118
    Stadtgebiet im Bereich Kurt-Schumacher-Straße, Viewegstraße,
    Ottmerstraße, Willy-Brandt-Platz und Berliner Platz
    Behandlung der Stellungnahmen, Satzungsbeschluss

    https://ratsinfo.braunschweig.de/integration/wicket/resource/org.apache.wicket.Application/doc2182808.pdf

    Vorlage Nummer 26-28597

  2. Nachtrag
    Andere Städte sind dabei, es besser zu machen, viel besser, wie Beispiele aus Freiburg:
    https://www.garten-landschaft.de/hitzeschutzgesetz-freiburg-stadtklima/
    und Nürnberg:
    https://www.nuernberg.de/internet/klima/
    oder Hamburg zeigen:
    https://www.entwicklungsstadt.de/masterplan-magistralen-2040-hamburg-plant-die-transformation-seiner-hauptverkehrsstrassen/

    Statt großflächiger Versiegelung ist eine durchgehende grüne Achse zwischen Viewegs Garten und Bürgerpark für die Verbesserung des Stadtklimas realisierbar und dringend geboten. Das Beispiel vieler Städte zeigt, wie es gehen kann. Höchste Zeit, dass auch die selbsternannten Braunschweiger Löwen in der Gegenwart ankommen, bevor sie als Opfer der Klimakrise aussterben müssen!

  3. die Bürobunker am Bahnhof haben von oben bis unten Klimaanlagen … die ihrereits wieder die Umgebung aufheizen.
    tres chique

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