Asse II: Argumente der kritischen Wissenschaftler vom BfS beiseite geschoben
Bei der Veranstaltung „Asse 2 - Flutung durch die Hintertür?!“ im vollbesetzten Rathaussaal von Wolfenbüttel diskutierten am Dienstagabend die Referenten Dr. Ralf Krupp, Dr.-Ing. Frank Hoffmann und Heike Wiegel mit dem Publikum kritische Anfragen an die Verfüll-Maßnahmen, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf der 750m-Sohle ab Januar 2017 vornehmen will.
Das BfS plant, dort ab Januar 2017 weitere Bereiche vor den Atommüll-Einlagerungskammern mit Sorelbeton zu verfüllen. Es begründet das damit, dadurch das Bergwerk zu stabilisieren und Notfallvorsorge zu betreiben. Jedoch treten dort unten, auf der sogenannten „2. südlichen Richtstrecke nach Westen“ der 750m-Sohle, schon jetzt radioaktive Laugen auf. Gegenwärtig können diese Laugen gefunden, aufgenommen und abtransportiert werden. Das würde bei einer Verfüllung erschwert werden.
Die neue Umweltzeitung ist da! „Die Zukunft gestalten“
Mit der Zukunft hat sich die Umweltzeitung schon oft beschäftigt. Auch damit, dass unsere Welt eine neue, große Transformation braucht, die vieles von dem, was die letzte große Transformation angerichtet hat, wieder zurechtbiegen kann. Die letzte begann mit der Industrialisierung und ist eigentlich noch gar nicht vollendet, auch wenn unsere heutige Markt- und Wettbewerbsgesellschaft, die man auch als totalitären Kapitalismus bezeichnen möchte, doch als Vollendung dieser Transformation angesehen werden kann. Wenn also dieses Heft unter dem Titel „Transformation Design – die Zukunft gestalten“ steht, so setzt dies im Grunde nur eine Reihe vorheriger Ausgaben fort, in denen es um die Notwendigkeit ging, den in unserer Gesellschaft herrschenden Wachstumsfetischismus zu überwinden und zu einem menschlichem Maß zu finden. Dies wird in der Tat eine große Transformation. Und wie das gehen soll, darüber schweigen viele der Apologeten einer Postwachstumsidylle.
Wann ging das eigentlich los mit der Energiewende? Eine Zeitreise.
Wann ging das eigentlich los mit der Energiewende? Als die schwarz-gelbe Bundesregierung 2010 ihr Energiekonzept vorlegte, das erstmals weitreichende Ziele für den Ausbau erneuerbaren Energien festschrieb? Mit Verabschiedung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes unter Rot-Grün? Oder gar mit dem 1000-Dächer-Solarprogramm kurz nach dem Mauerfall?
Darüber kann man trefflich streiten. Doch zwei Dinge stehen außer Frage: Die Energiewende hat viele Wurzeln – und sie reichen tief. Der britisch-deutsche Blog Carbon Brief ruft jetzt anhand eines Zeitstrahls einige davon in Erinnerung. Hier gibt es viel zu entdecken: Etwa, dass die schleswig-holsteinische SPD schon 1979 eine „Energiewende“ forderte. Darunter verstanden die Sozialdemokraten: Atomausstieg, mehr Effizienz, weg vom Öl – und Priorität für die Kohle. Oder, dass eine Enquete-Kommission des Bundestags bereits 1987 eine drastische CO2-Reduktion empfahl.
Bürgerinitiativen warnen vor Verfüllung der Atomüllkammer-Zuwege in der Asse
"Pressemitteilung"
Vernässung des Atommülls droht – BfS-„Topfkonzept“ riskant und nutzlos. Das Bundesamt für Strahlenschutz will in der Asse auf der 750 m-Sohle Zuwege zu Atomüll-Kammern verfüllen. Um auf die weitreichenden Folgen dieser Maßnahmen aufmerksam zu machen und davor zu warnen, lud der Asse 2-Koordinationskreis nach Remlingen ein, unter dem Titel: „Asse 2: Flutung durch die Hintertür?! Drohende Verfüllung gefährdet unsere Region“.
Zwei Wissenschaftler, die zur wissenschaftlichen Expertengruppe der Asse 2- Begleitgruppe (AGO, „Arbeitsgruppe Option Rückholung“) gehören, trugen am 25.10. ihre jeweiligen Einschätzungen bezüglich der vom BfS geplanten Maßnahmen vor. Der Hydrogeologe Dr. habil. Ralf Krupp monierte, dass die vom BfS erstellte „Machbarkeitsstudie zur Offenhaltung“ wichtige Optionen und Varianten, einschließlich der Vorschläge der AGO, nicht betrachtet habe. Die darauf aufbauende „Risikoabwägung“ habe entscheidende Risiken der Verfüllung nicht erkannt und sie nicht in die Abwägung einbezogen. Das Ergebnis der Abwägung sei aus Sicht der AGO methodisch fehlerhaft und nicht nachvollziehbar. Dr. Krupp wörtlich: „Die Notfallvorsorge des BfS, insbesondere das Topfkonzept, wird während der Rückholung der Abfälle unwirksam und damit nutzlos. Im Fall eines unbeherrschbaren Lösungszutritts wird durch das Topfkonzept das radiologische Risiko drastisch erhöht, indem die Lösungen in die unverfüllten Einlagerungskammern kanalisiert werden.“
Lichtbildervortrag im Naturhistorischen Museum: „Arktisches Monopoly“
Ewiges Eis. Kälte. Wildnis. Jahrhundertelang war der hohe Norden Sehnsuchtsort und Innbegriff unbezwingbarer Natur, eine Reise dorthin ein Spiel mit hohem Risiko. Doch mit dem Klimawandel verändert sich die Arktis dramatisch: Grönlands Eispanzer schmilzt, die Nordwest-Passage ist schiffbar und das Packeis verschwindet zunehmend!
BfS gefährdet die Rückholung des Atommülls aus der ASSE II
Im Dezember will das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die 2. südliche Richtstrecke vor den Einlagerungskammern vier und acht auf der 750m-Sohle verfüllen. Bis jetzt wird die Lauge, die sich vor den Kammern sammelt, abgepumpt. Nach der Verfüllung, so die begründete Befürchtung, staut sich diese Lauge in den Einlagerungskammern auf. Das vom BfS verfolgte sogenannte Topfkonzept, dass eigentlich den Atommüll vor zutretender Lauge schützen soll, droht so in sein Gegenteil verkehrt zu werden: Die sich aufstauende Lauge wird zur Korrosion der Atommüllfässer und zur Mobilisierung der enthaltenen Radionuklide führen; „die Rückholung könne so massiv erschwert, wenn nicht ganz verhindert werden“, so Claus Schröder von der Fachgruppe ASSE der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD.
„Asse 2: Flutung durch die Hintertür?! Drohende Verfüllung gefährdet unsere Region“
"Pressemitteilung"
Der Asse 2-Koordinationskreis lädt zu zwei Veranstaltungen am 25.10. und am 01.11.2016 ein.
Am Di., 25.10., 19.00 Uhr, Remlingen Dorfgemeinschaftshaus und am Di., 01.11., 19.30 Uhr, Wolfenbüttel Rathaus-Saal.
Über drei Themen wird dort jeweils informiert:
1. Was ergibt der Vergleich des Schließungskonzeptes des früheren Betreibers HMGU (Helmholtz-Zentrum) mit dem sog. Notfall-Konzept des gegenwärtigen Betreibers der Asse, dem Bundesamt für Strahlenschutz?
2. Was ist zu erwarten, wenn die vom BfS geplante Verfüllung vor den Atommüll-Kammern durchgeführt wird? Wie dürften sich die Zustände in den Kammern und die Drainagemöglichkeiten entwickeln, wenn die Strecken offengehalten werden, und wie, wenn sie verfüllt werden?
Revolution in der Elektromobilität
„Wie grün darf die Stadt sein?“ – Ein Vortrag von Prof. Dietmar Brandes
Atommüllkonferenz fordert: Gesundheit vor wirtschaftlichen Interessen
„Das neue Strahlenschutzgesetz muss sich an dem Schutz des ungeborenen Lebens orientieren“, forderte Oda Becker, Physikerin und Sprecherin der BUND Atom- und Strahlenkommission (BASK) auf der Atommüllkonferenz in Göttingen am letzten Wochenende. Zwei Tage zuvor war der Referentenentwurf des neuen Strahlenschutzgesetzes vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit versandt worden. „Es ist nicht hinnehmbar, dass in diesem Gesetz der Strahlenschutz explizit und an erster Stelle an wirtschaftlichen Interessen relativiert werden soll“, so Becker. In dem Gesetzentwurf werden Erkenntnisse über die schädliche Wirkung niedriger Strahlendosen, die insbesondere in medizinischen Studien in den letzten 15 Jahren gewonnen wurden, überhaupt nicht berücksichtigt. Aus den Reihen der Atommüllkonferenz wird es deshalb eine kritische Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf geben.


































