Satire, soziale Medien und digitale Gegenöffentlichkeit verändern die Wahrnehmung moderner Kriege – und stellen die Glaubwürdigkeit westlicher Politik infrage.
09.04.2026

Satire mithilfe von Künstlicher Intelligenz: Trump verleiht seinem Verteidigungsminister Hegseth einen dezenten Orden.YouTubeSatire mithilfe von Künstlicher Intelligenz: Trump verleiht seinem Verteidigungsminister Hegseth einen dezenten Orden. YouTube
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Reduziert man den Zweiten Weltkrieg auf wenige Bilder, prägt mit Gewissheit eines aus dem Jahr 1940 ganz besonders: Charlie Chaplin als Diktator Anton Hinkel, der mit einer riesigen Weltkugel tanzt. Und was wird von der israelisch-amerikanischen Aggression gegen Iran bleiben? Vermutlich die Vision eines tumben Donald Trump, auf dessen Schultern ein geifernder Benjamin Netanjahu durch das Fernglas schaut, während entspannte iranische Bartträger mit Turban wie im Sandkasten die Straße von Hormus blockieren und im Hintergrund Ölfässer an feixende Chinesen verkaufen. Heavy-Metal-Bands, im Iran eigentlich verpönt, spielen im Ayatollah-Kostüm, die westliche Politiker-Entourage wird als Horde taumelnder Teletubbies verniedlicht. Kreative machen sich über den Westen lustig – und als cool erscheint ausgerechnet der Iranian Way of Life.
Der Spott hat sich des aktuellen Krieges bemächtigt. Schneller, professioneller, witziger und entschiedener als es zu erwarten gewesen wäre. Dass Clips und Memes auf Social Media absurder und skurriler sind als im Ukraine-Konflikt, hat einen simplen Grund: Den Gegner Ex-Sowjetunion hatte man jahrzehntelang gefürchtet, den Iran aber als irrational dargestellt: Als Witzfigur erschien schon 1987 Ayatollah Khomeini in Rudi Carells „Rudis Tagesschow“. Verhüllte Frauen schrien „Tod USA“ und „Tod Israel“. Und nun? Weiter
Stefan Piasecki ist Professor für Soziologie und Politikwissenschaften an einer Verwaltungshochschule. Er promovierte in Politik- (Uni Duisburg-Essen) sowie Medienwissenschaften (Uni Leipzig) und wurde habilitiert in Religionspädagogik (Uni Kassel). Er ist Autor von zeitgeschichtlichen Romanen. Diese basieren auf präzisen Recherchen in Archiven und an Originalschauplätzen und stellen Ereignisse der deutschen Geschichte in den Vordergrund.

























