zwischen dem 29. Mai und dem 10. Oktober 2026 an verschiedenen Spielorten – nicht nur in unserer Region
Eine Frau kommt die Stufen eines Hauses hinunter und blinzelt gegen die Sonne. Ein Mann geht vorbei, starrt geradeaus.
Ein Kind berührt die kalte Hülle eines Panzers und läuft weg. Die Frau dreht sich um und verschwindet wieder im Haus.
Was bedeutet das Kriegsende für eine jüdische Person, eine Zwangsarbeiterin oder einen NSDAP-Funktionär? Befreiung oder Besatzung?
Neuanfang oder Zusammenbruch? Wie begegnen sich Menschen, die gestern noch Täter und Opfer waren?
Nach dem großen Erfolg, den „Good Morning Wolfenbüttel – Szenen einer Befreiung“ im vergangenen Jahr feierte, nimmt das Team von folklicht* an verschiedenen Spielorten – nicht nur in unserer Region – die Freilichttheater- Produktion unter dem Titel „Good Morning – Szenen einer Befreiung“ in diesem Jahr wieder auf.
„Good Morning – Szenen einer Befreiung“ wirft einen Blick auf unser Land vor über 80 Jahren, als der Zweite Weltkrieg zu Ende war und sich das Leben der meisten Menschen grundlegend änderte.
folklicht* – das sind Leah Lichtwitz und Folkert Dücker. Gemeinsam mit Regisseurin Anne Wittmiß und Videokünstler Lucian Patermann geht es ihnen um das Erleben unterschiedlichster Figuren in den Tagen und Monaten im Frühjahr 1945.

Für einige bedeutete die Befreiung ihrer Städte und Landkreise eine echte Befreiung; andere mussten nun befürchten, zur Rechenschaft gezogen zu werden, und viele sahen die Befreiung als Besatzung.
„Good Morning – Szenen einer Befreiung“ ist kein klassisches Theaterstück.
Das gesamte Ensemble brachte eigene Gedanken, Recherchen und Erfahrungen ein. Gespräche mit Zeitzeug*innen, Historiker*innen und Menschen aus der Region sind in die Inszenierung eingeflossen, geben faktische und emotionale Tiefe.
Leah Lichtwitz betont, wie wichtig der offene Charakter der Aufführung ist:„Wir wollen nicht mit dem Zeigefinger auf die Vergangenheit deuten. Es geht darum, Brüche sichtbar zu machen – und die Zuschauer einzuladen, eigene Fragen zu stellen.“
Es sind Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte und Ängste der Figuren, die durch Schauspiel und Videokunst spürbar werden, die dahinter liegenden Vorstellungen und Bedeutungen von Freiheit und Befreiung zum Kriegsende offenlegen und so eine Brücke in unsere Gegenwart schlagen.
Lucian Patermann, zuständig für die Videokunst:„Die Bilder ergänzen nicht nur, sie widersprechen manchmal dem Gesagten“. „Das schafft Reibung – und genau das brauchen wir.“
Ein Stück, das deutlich macht deutlich: Erinnerung ist nichts Vergangenes – Erinnerung findet im Jetzt statt.
Termine:
Freitag, 29. Mai, 20.30 Uhr – Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße, Braunschweig
• Samstag, 30. Mai, 20.30 Uhr – Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße, Braunschweig
• Freitag, 05. Juni, 20.30 Uhr – Gedenkort KZ-Außenlager Laagberg, Wolfsburg
• Samstag, 06. Juni, 20.30 Uhr – SegensReich, An der Kirche 2, Schöppenstedt
• Mittwoch, 07. Oktober – „Euthanasie“-Gedenkstätte, Lüneburg
• Donnerstag, 08. Oktober – Gedenkstätte Bergen-Belsen
• Freitag, 09. Oktober – Kulturzentrum Alte Polizei, Stadthagen
• Samstag, 10. Oktober – Gedenkstätte KZ Drütte,
Tickets und weitere Informationen unter: www.goodmorning-wf.de
























