Von Michael von der Schulenburg
Nach Rückkehr von ihrer mehrtägigen Reise nach Moskau erklären Michael von der Schulenburg und Ruth Firmenich, Europaabgeordnete für das BSW:
Wir hatten in Moskau die Gelegenheit, hochrangige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur zu treffen. Wir konnten Gespräche führen mit Anton Kobyakov, Berater des Präsidenten, Alexey Gromyko, Direktor des Europainstituts der Akademie der Wissenschaften sowie seinem Stellvertreter Wladislav Belov, Andrej Klimov, Führungsmitglied der Regierungspartei Einiges Russland, Michail Shvydkoy, Kulturbeauftragter der Regierung, Sergej Karaganov außenpolitischer Berater der Regierung, Fjodor Lukyanov, Vorsitzender des Rats für Außen- und Verteidigungspolitik und wissenschaftlicher Direktor des Valdai-Clubs, Daniil Bisslinger, Berater des Präsidenten. Darüberhinaus haben wir mit Journalisten und Pressevertretern gesprochen und eine Vorstellung im Musiktheater Moskau und die Eröffnungsveranstaltung der Moskauer Jazztage besucht.
Ziel unserer Reise war, uns einen Eindruck zu verschaffen, ob und inwieweit es möglich sein könnte,neue Gesprächsformate zwischen Deutschland und Russland zu eröffnen. Wir haben die Reise in großer Sorge über die sich immer weiter verschärfende Konfrontation und die zunehmende Dialogverweigerung seitens Deutschlands bzw. der EU mit Russland unternommen, die eine Eskalation des Ukrainekriegs bis hin zu einem Flächenbrand in Europa immer möglicher erscheinen lässt. Gerade in Konfliktzeiten ist es von grundlegender Bedeutung, Gesprächskontakte als Grundvoraussetzung für die Suche nach Lösungsmöglichkeiten aufrechtzuerhalten.
Einhelliger Eindruck unserer Gespräche in Russland ist, dass die Lage ausgesprochen ernst ist, dass aber auf russischer Seite Bereitschaft vorhanden ist, wieder verstärkt in einen Dialog einzutreten. Sämtliche Gesprächspartner waren aufgeschlossen gegenüber der Idee, durch Gespräche unterhalb der Regierungsebene erste Ansätze für einen gemeinsamen Austausch zu schaffen. Wir halten dies für ein ausgesprochen positives Signal.
Es steht sicherlich kaum zu erwarten, dass solche Gespräche kurzfristig zu einer Lösung der gravierenden Konflikte führen werden. Jedoch sind Austausch und Verständigung über die unterschiedlichen Interessen, so weit entfernt sie derzeit auch erscheinen, unabdingbar, um überhaupt zu Lösungsmöglichkeiten gelangen zu können und der ständig zunehmenden Gefahr einer Ausweitung des Konflikts entgegenzuwirken.
Wir werden jetzt daran arbeiten, erste Ideen für ein Dialogformat zu entwickeln. Ziel solcher Gespräche sollte sein, die Basis zu schaffen, um den Kontakt wieder zu verstärken und sich über Konfliktlinien und mögliche Annäherungspunkte und Perspektiven auf dem gemeinsamen Kontinent zu verständigen.
Wir haben die Reise in unserer persönlichen Eigenschaft als Europaabgeordnete unternommen.
Brüssel, 13.06.2026
Mit freundlichen Grüßen
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Heiko Gottschall
Lokale Assistenz in Deutschland von Michael von der Schulenburg – MEP























