Kurz und Klar 4.Februar

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Nachrichten hacken Foto: Pixabay

Unsere Kinder verlernen das Sprechen

Laut einer Datenauswertung der Krankenkassen KKH stieg die Zahl der Kinder zwischen 6 und 18 Jahren mit Sprechstörungen von 2012 bis 2022 um knapp 60%. Fast jeder zehnte Junge und jedes 15. Mädchen sind inzwischen betroffen. Bei 15- bis 18-Jährigen nahmen die Sprechstörungen sogar um 144% zu, hier bei den Mädchen mehr als bei den Jungen. „Chatten und Liken sind kein Ersatz für direkte Kommunikation“, schreibt die KKH. Als Ursache diagnostizieren die Experten, dass neben die schon immer vorhandenen Auslöser von Sprechstörungen die übermäßige Nutzung von digitalen Geräten und der damit einhergehende Rückgang der direkten, mündlichen Kommunikation getreten ist. Die Pandemie (bzw. die Pandemiemaßnahmen; N.H.) hätten dabei als „Brandbeschleuniger“ gewirkt.

Nicht nur die Kinder redeten von sich aus weniger. Auch die Eltern und das sonstige Umfeld seien zu sehr mit Smartphones beschäftigt, um mit ihnen zu reden. (Quelle Norbert Häring) (b.k.)

Unsichere Versorgung mit LNG-Gas aus USA und Kanada

US-Präsident Joe Biden hat kürzlich die Genehmigung von Anlagen für den Export von Flüssigerdgas auf Eis gelegt. Das US-Energieministerium hatte mitgeteilt, es habe die Genehmigungen gestoppt. Es solle geprüft werden, wie sich LNG-Exporte auf den Klimawandel, die Wirtschaft und die nationale Sicherheit (? b.k.) auswirken.

Joe Bidens Chancen auf eine erneute Wahl zum US-Präsidenten schwinden. In der eigenen Partei verliert er an Rückhalt, und auch die Klimaschützer, die ihn einst gewählt haben, fallen über ihn her. Sie sind verärgert über seine Energiepolitik, die sich kaum noch mit den Erfordernissen des Klimaschutzes vereinbaren lässt.

Auch in British Columbia (Kanada) finden Wahlen statt. Die neue Provinzregierung muss entscheiden, ob sie die schwimmende Exportanlage von Ksi Lisims genehmigt. (Telepolis) Unsere Regierung hatte die Versorgung aus Nordamerika als sicher bezeichnet und dafür die Umweltfragen ignoriert. (b.k.)

Gewerkschaft NGG: Warnstreik bewirkt besseres Tarifergebnis

Der Warnstreik – u.a. in unserer Region bei Jägermeister – hat die Arbeitgeberseite kompromissbereiter gemacht. Nun soll ein Tarifvertrag für ein Jahr geschlossen werden, und zwar sollen die Entgelte in zwei Schritten um 8,5 Prozent erhöht werden, die Beschäftigten erhalten im Februar einen Inflationsausgleich von 700 Euro. Die Arbeitgeber wollten ursprünglich einen Vertrag über zwei Jahre bei geringerer Erhöhung. Auch die Auszubildenden profitieren: ihre Vergütungen werden prozentual mit den Löhnen verknüpft, so dass die Vergütung des ersten Ausbildungsjahres um 190 Euro steigt. (Quelle: NGG, 2.2.24) (a.m.)

ARD-Umfrage ergibt, dass 60 Prozent denken: „Man wird wegen seiner Meinung zu bestimmten Themen ausgegrenzt“

Der ARD-Deutschland Trend vom 1. Februar hat interessante Ergebnisse zutage gefördert.

72 Prozent der Befragten zeigen Verständnis für die vielen und meist großen Demonstrationen gegen den Rechtsextremismus, 21 Prozent tun das nicht. 66 Prozent halten die AfD für rechtsextrem; 47 Prozent meinen, die AfD löse zwar keine Probleme, nenne aber Dinge beim Namen. Immerhin 43 Prozent finden es gut, dass die AfD den Zuzug von Ausländern und Flüchtlingen begrenzen will; das sind mehr als doppelt so viele wie die, die zur Zeit die AfD wählen würden. 61 Prozent haben Sorge, dass der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen bedroht; 53 Prozent befürchten, dass sie ihren Lebensstandard nicht werden halten können. 52 Prozent sind der Meinung, dass zu viele fremde Menschen nach Deutschland kommen, und genau die Hälfte befürchtet sogar einen Verlust der deutschen Kultur und Sprache. Man mag das übertrieben, ganz falsch oder gefährlich finden, aber es hilft nichts: nur wenn man es zur Kenntnis nimmt, kann man sich damit auseinandersetzen. Verdrängen bringt nichts. Wenn man hinzunimmt, dass 60 Prozent eine starke Einengung der Meinungsfreiheit empfinden, wird die Dringlichkeit einer offenen Auseinandersetzung nur noch deutlicher. (Quelle: tagesschau.de, 1.2.24)(a.m.)

Experte Heusgen zum Ukrainekrieg: „Das muss ja zu Ende gehen“

In der Sendung Maischberger vom 31. Januar wurde Christoph Heusgen, der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz und frühere Berater der Regierung Merkel, über 15 Minuten interviewt. Er vertrat die Ansicht, dass im Ukrainekrieg keine der beiden Seiten sich militärisch durchsetzen könne. Deshalb könnte der Krieg mit einer Friedensvereinbarung wie 2014/15 beendet werden. „Das muss ja zu Ende gehen. Letztlich wird so etwas herauskommen wie Minsk“, so Heusgen. Russland müsse dafür Verhandlungen mit der aktuellen Regierung akzeptieren, man müsse natürlich für ein solches Abkommen auch „Selenskyi mitnehmen“, so Heusgen wörtlich. (Quelle: Presseportal ARD Das Erste, 31.1.24)(a.m.)

Ukraine-Hilfe: EU-Politiker melden Erfolg bei Biden

Sie habe ein „gutes Telefongespräch“ mit US-Präsident Biden gehabt, teilte von der Leyen nach der Freigabe von 50 Mrd. Euro für die Ukraine mit. Man sei sich einig gewesen, dass Kiew weiter unterstützt werden müsse.

Da wollte Macron nicht nachstehen. Der EU-Beschluss sende eine klare Message nach Washington: „Die EU kümmert sich um die Ukraine, und wir haben geliefert“, erklärte er bei seiner Pressekonferenz nach dem Gipfel.

Geht’s noch? Steht die EU etwa in der Schuld der USA?

… So geht es nicht. VDL und Macron sind nicht Biden verpflichtet, sondern zuallererst ihren Bürgern bzw. Wählern.

Sie hätten besser daran getan, zu erklären, wieso noch Geld für die Ukraine da ist, nicht aber fürs Klimageld oder die Gesundheitsvorsorge in Europa!

Zumindest aber hätten sie darlegen müssen, wie es nun mit der Ukraine weitergehen soll. Der Krieg läuft nicht gut… Hat die EU eine Strategie – außer zu zahlen und zu hoffen, dass es irgendwann irgendwie besser wird? Oder folgt sie schlicht den USA? (Quelle LostInEUrope) (b.k.)

Israelische Soldaten als Ärzte verkleidet verüben gezielte Tötungen – Was sagt die Bundesregierung?

Verkleidet als Ärzte, Frauen und Krankenpfleger drangen israelische Spezialkräfte am 30. Januar in ein Krankenhaus in Jenin im besetzten Westjordanland ein und töteten nach eigenen Angaben drei dort behandelte Palästinenser, denen sie Nähe zur Hamas und Islamischer Dschihad vorwarfen. Auf der Bundespressekonferenz wurde die Bundesregierung gefragt, ob sie dieses Vorgehen Israels als vom humanitären Völkerrecht gedeckt betrachtet. Zusammengefaßt: die Regierungsprecher eiern bei diesem krassem Vorfall nur rum. (NachDenkSeiten) Genauso war es übrigens in den USA beim Pentagon. Ob den westlichen Regierungen überhaupt klar ist, wie dem Ansehen des Westens in der übrigen Welt geschadet wird. (b.k.)

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