75 Jahre – wem gedenkt Borek?

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Werbebrief von Richard Borek Briefmarken vom 22. Mai 2020. Foto: Rosenbaum

75 Jahre Befreiung vom Faschismus und Hitler-Diktatur – doch wem gedenkt Braunschweigs Ehrenbürger Borek?

 Wir haben Mai 2020. Vor genau 75 Jahren sind die letzten Konzentrationslager des Nazi-Reiches befreit worden (siehe auch nachfolgender Beitrag).

Sieht das der Ehrenbürger der Stadt, Richard Borek auch so?

Als  „EINZIGARTIG“ bewirbt Richard Borek Briefmarken mit Textungen wie  „Original Zeitzeugnisse des Untergangs des deutschen Reiches“  –  „Entdecken Sie die einzigartige Sammlung der letzten 100 Briefmarken des Dritten Reichs“ –  „Juwelen der Postgeschichte“, im aktuellen Werbeblock vom 22.Mai 2020. 

Während die Gedenkfeiern zu 75 Jahre Befreiung vom Nazi-Regime und Befreiung der Opfer der letzten Konzentrationslager stattfinden, verklärt „Richard Borek Briefmarken“ das Dritte Reich mit heroischen Wehrmachtsmotiven. Ist das ein Vorbild für unsere Stadt?

Das gereicht allerdings niemandem, auch nicht der Stadt Braunschweig zur Ehre.

Wenn im Hause Borek – übrigens nicht zum ersten mal –  der „schicksalhaften Zeit“ gedacht wird und die Wehrmachtsmotive auch noch als „authentisches Zeugnis deutscher Kultur“ (Zitat nach Briefsendung Boreks) bezeichnet werden, spätestens dann stellt sich die Frage der Vorbildfunktion, die eine Ehrenbürgerschaft bedeuten sollte.

Und es stellt sich spätesstens jetzt die Frage vor allem an die CDU, an die Sozialdemokraten der Stadt und vor allem an den Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig Ulrich Markurth, was sie vor einem dreiviertel Jahr geritten hat, einen Verklärer von Autokratie und Nazi-Zeit zum Vorbild der Stadt zu ernennen.

2 KOMMENTARE

  1. Auf seiner online-Werbeseite kommentieren einige die Marken-Aktion Boreks so:

    – Dietmar B.: „wer heute Nazi-Briefmarken sammelt, geht zu Borek“

    – oder Peter H.: „Da freut sich auch der Reichsbürger: „GESCHENK: originalgetreue Reproduktion von Adolf Hitlers politischem Testament““

    – und nochmal Dietmar B.: „Ich verstehe einfach nicht, dass Borek immer immer wieder auf NS-Briefmarken macht. Das kann doch nur dadurch erklärt werden, dass sie mit den neuen Rechtsradikalen eine ganz neue Kundschaft gewinnen wollen. Den „Untergang des Deutschen Reiches“ möchte ich auf den Briefmarken gerne gezeigt bekommen.“

    – Peter Rosenbaum Habe dann auch selbst da drunter kommentiert: „Und das 75 Jahre nach Befreiung der letzten KZs, die übrigens auch in maßgeblicher Verantwortung des letzten BS-Herrscherpaares Victoria Luise und Ernst August mit Zwangsarbeitern gebaut worden sind. Bei Borek stehen ja bekanntlich auch das Fürstenpaar und die Rückbesinnung auf die alte Residenzstadt hoch im Kurs.“

    – Doku zu NS-Geschäften der Welfen: http://www.bibs-fraktion.de/…/user…/2020_05_18-ub24.pdf

    Übrigens, auch das Haus Borek profitierte – wie auch das Fürstenhaus mit Victoria Luise und Ernst A. – von den Arisierungen.
    Vielleicht erklärt sich daraus die Sympathie für die Nazis – siehe dazu, wer mag auf Seite 8 … Borek profitierte… http://www.bibs-fraktion.de/…/2019_11_11_ub23…

  2. Borek reagiert:

    vor wenigen Minuten hat Richard Borek Briefmarken bei seinem Werbeblock zu 75 Jahre – „Untergang des dritten Reichs“ erst die oben zitierten Kommentare und nun den kompletten Werbeblock gelöscht.

    Das ist gut so!

    Die Ehrenbürgerschaft wurde aber noch nicht zurückgegeben – und das ist nicht so gut für Braunschweig.

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