ver.di unterstützt Braunschweiger Modellprojekt

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Kontrollierte Öffnungen in Handel und Kultur: ver.di unterstützt Braunschweiger Antrag für Modellprojekt und formuliert Erwartungen

Der ver.di-Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen unterstützt den Antrag der Stadt Braunschweig auf Durchführung eines Modellprojektes für kontrollierte Öffnungen in Verbindung mit Schnelltests. ver.di-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller: „Das ist endlich ein seriöser Vorschlag nach den Masken weg-Kampagnen letztes Jahr und abenteuerlichen Ideen für Sonntagsöffnungen im Handel.“ Entscheidend sei, dass der Schutz der Kund/-innen wie auch der Beschäftigten im Vordergrund stehe.

Im Detail hat ver.di aber auch große Bedenken: Ein Einzugsbereich für den gesamten Großraum Süd-Ost-Niedersachsen einschließlich der Hochinzidenzgebiete Salzgitter, Gifhorn und Peine sei viel zu groß und drohe Braunschweig zum Superspreader zu machen. ver.di rät zu einer Begrenzung auf die Stadt Braunschweig selber: „Sonst ist die Fußgängerzone voll, sind die Außenplätze der Cafés und Gaststätten überlaufen und drängeln sich die Kund/-innen vor und in den Geschäften!“

Außerdem sei den Beschäftigten im Handel besonders wichtig, dass sie nicht auch noch auf die Einhaltung aller Regeln (Maske, Abstand, Anzahl der Kund/-innen) achten müssten. Hier brauche es Unterstützung durch Sicherheitsdienste und müsse das Ordnungsamt präsent sein.

Eberhard Buschbom-Helmke, Handelssekretär von ver.di: „Wir haben die Kolleg/-innen im Handel in Niedersachsen befragt. Fast 50% halten die bisherigen Schutzmaßnahmen in ihren Betrieben für nicht ausreichend. Zwischen 77 % und 97% wünschen sich mehr Aufklärung durch den Arbeitgeber, Sicherheitspersonal vor den Türen und mehr behördliche Kontrollen im Betrieb.“

Geschäftsführer Wertmüller würde es begrüßen, wenn die Gewerkschaften auch mit einem Platz im Lenkungsausschuss vertreten wären, damit die Interessen der Beschäftigten aus Handel, Kultur, Gastronomie dort auch eine Stimme haben: „Wir sind bei dem Projekt dabei, damit Handel und Kultur endlich eine Perspektive bekommen. Getestete Öffnungen können ein Weg sein. Jetzt noch etwas Nachsteuerung beim Antrag und wir haben ein gutes Beispiel, an dem sich auch andere Kommunen orientieren können.“

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