Ein Messlabor an der Asse als Beruhigungspille für die Bevölkerung?

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Von Andreas Riekeberg, aufpASSEn e.V. und Vahlberger Asse Aktivisten (VAA)

Am morgigen Mittwoch, den 13. Oktober 2021, soll nach unseren Informationen bekanntgegeben werden, dass an der Asse ein Messlabor eingerichtet wird. Doch dieses soll nur die Gamma-Strahlung messen, nicht andere Formen von Radioaktivität, die bei Asse II bedeutsamer sind um die Belastung der Umwelt zu ermitteln. Dies müssen wir kritisieren.

Andreas Riekeberg stellt das Konzept des Messlabors in Frage: „Warum wird in Remlingen eine Gamma-Spektrometrie-Messstelle eingerichtet, wo doch bei Asse II die radioaktiven Beta-Strahler Kohlenstoff-14 (C-14) und Tritium (radioaktiver Wasserstoff) und der Alpha-Stahler Radon-222 die wesentlichen Radionuklide aus der Fortluft sind?“

Gamma-Strahlung ist ein Energiequantum, das beim unmittelbaren Kontakt mit Körpern ionisierende Wirkung hat. Beta-Strahler hingegen sind radioaktive Partikel, die vom Körper aufgenommen werden und unter Abgabe von Elektronen zerfallen. Dieser radioaktive Beta-Zerfall schädigt die DNA, beeinflusst die Zellteilung und führt zu Mutationen bei Körperzellen und Geschlechtszellen.

Manfred Kramer von den „Vahlberger Asse-Aktivisten“ fordert: „Wenn ein Messlabor aufgebaut wird, dann müssen hierbei unbedingt auch Tritium und Kohlenstoff 14, also Beta-Strahler gemessen werden können.“

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ignoriert schon seit Jahren die Forderung, Baumscheiben aus der Asse und die beiden nahe der Schachtanlage gelegenen Teiche auf eingelagertes Tritium und C-14 zu untersuchen. Nun eine Bürger*innen-Messstelle aufzubauen erscheint angesichts der Komplexität der eigentlich erforderlichen Messungen völlig unangemessen.

Heike Wiegel, Vorstandsmitglied von AufpASSEn e.V., sieht das Messlabor ebenfalls kritisch: „Wir halten eine Gamma-Spektrometrie bei Asse II in der geplanten Form für ein Ablenkungsmanöver. Es dient eher der Verharmlosung als der Aufklärung der tatsächlichen radioaktiven Belastung in der Umgebung von Asse II.“

Weiterführende Hinweise:

Radioaktive Emissionen in Becquerel (Bq) aus Asse II werden regelmäßig auch in den staatlichen „Jahresberichten Radioaktivität“ und „Parlamentsberichten Radioaktivität“ dargestellt. Diese zeigen hohe radioaktive Belastungen durch C14, Tritium und Radon bei Asse II auf. Siehe hier.

Der Deutscher Wetterdienst (DWD) gibt ausführliche Information zu Messungen für verschiedene Arten von Radioaktivität auf seiner Internet-Seite.

1 KOMMENTAR

  1. laut einem Fernsehbericht gestern soll die Rückholung in 13 Jahren beginnen… ich frage mich schon ob das irgendwann noch was wird oder diese unendliche Geschichte ohne Rückholung mit nem dicken Deckel auf dem Schacht vorläufig beendet ist.

    Was hat man in den letzten 15-20 Jahren eigentlich dort getan? Hohlräume verfüllt, Parkplatz gebaut, neue Gebäude auf Schachtgelände gestellt, Probebohrung für Schacht 5 und ganz viel warme Luft geblubbert. Da war man mit der Einlagerung drei bis vier mal so schnell wie mit der Rückholung.

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