Ausweisung der Herzogsberge zum Naturschutzgebiet ist umstritten.

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Cremlinger Grünen begrüßen Naturschutzgebiet Herzogsberge. Foto:Diethelm Krause-Hotopp

Die Herzogberge bei Cremlingen sind ein beliebtes Erholungsgebiet bei den anliegenden Gemeinden, mit einer großen Freifläche, schönen Waldwegen und Waldseen. Vor kurzem wurden die Spaziergänger von Absperrungen durch große Erdhaufen überrascht. Man konnte sich zusammenreimen, dass es um Naturschutzmaßnahmen geht. Zwei Schilder an den großen Erdhaufen über die Maßnahmen wären sehr hilfreich gewesen. Man konnte sich dann vorstellen, dass die vielen eingeschlagenen Pflöcke Wegmarkierungen darstellen sollen. Hinter den Absperrungen lockte die alte Schautafel zum Naturschutzgebiet, die erst heute abgebaut wurde. Die Umsetzung war also recht ungeschickt und lockte zum Widerspruch.

Das zentrale Gebiet um die Ehlerbergkuhle wurde gesperrt. Die vielen schönen Wege um das Gebiet herum sind geblieben.

Auf dem Gebiet um die Ehlerbergkuhle herum habe ich bei gutem Wetter oft um die 20 Spaziergänger und etwa 20 nicht angeleinte Hunde gezählt. In einem der letzten Jahre war für mehrere Tage eine dünne Schneeschicht auf den Herzogbergen. Nach 2-3 Tagen boten die Wegränder eine einzige ekelige Fäkalienansicht.

Daraus ergibt sich auch für den Laien wie mich, dass dies ökologisch hochwertige Gebiet Schutz brauchte.

Seit den neuen Maßnahmen wurden die Anleinpflicht weitgehend eingehalten.

Einige Leute sind gegen diese Maßnahmen, das geht soweit, das sechs Wegkennzeichnungen abgesägt wurden, wie mir heute Mitarbeiter vom Straßenbau berichteten. Sie berichteten auch von Vandalismus gegen die Schautafeln. Auch heute wurde der Kritik an den Naturschutzmaßnahmen in der Wolfenbüttler Ausgabe der Braunschweiger Zeitung viel Platz gewidmet. (b.k.)

Die Grünen im Cremlinger Rat zu dem Thema:

Stellungnahme der Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Gemeinde Cremlingen, Dr. Diethelm Krause-Hotopp und Jochen Fuder, zu Pressebeiträgen in der Wolfenbüttel Zeitung (16.01. und 23.01.) über die Herzogsberge in Cremlingen.

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen setzt sich für den Natur- und Umweltschutz ein. Mit der Ausweisung der Herzogsberge zum Naturschutzgebiet durch den Landkreis Wolfenbüttel am 18. Juli 2019 wurde eine wichtige Forderung der Cremlinger Grünen erfüllt. Ein Naturschutzgebiet wird nur dann beschlossen, wenn es sich um ein Gebiet mit besonderem Artenreichtum handelt und dieser wertvolle Lebensraum auch für die Zukunft gesichert werden soll. Bis vor 15 Jahren galt für die Herzogsberge ein Betretungsverbot, weil dort die Bundeswehr übte.

Inzwischen gehört es der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die, wie auch die zuständige Untere Naturschutzbehörde, erlaubt, das Gebiet zu betreten, weil die Herzogsberge auch große Bedeutung für die Naherholung im Cremlinger und Braunschweiger Raum haben.

Dabei sind natürlich Regeln einzuhalten, um Flora und Fauna zu schützen. Der Landkreis und die Gemeinde Cremlingen haben dafür Feldhüter eingestellt, die leider auch immer wieder Verstöße feststellen müssen.

Zentrale Bedeutung haben in diesem Gebiet die Wasser- und Randflächen der Ehlerbergkuhle. Uneinsichtige Hundebesitzer hatten ihren Spaß, wenn ihre Lieblinge durch Wasser tobten bzw. die Hänge hinab sprangen. Für die zahlreichen zu schützenden Tiere war dies weniger erfreulich. Auch der Schäfer, der mit seinen Schafen auf dem gepachteten Gebiet die Grasnarbe flach hält, klagte immer wieder über freilaufende Hunde.

Dies waren wichtige Gründe, ein neues Wegekonzept zu entwickeln, mit dessen Hilfe die Ehlerbergkuhle weiträumig umgangen wird. Dazu dient auch der von Herrn Wuttke kritisierte Erdwall, der nach Bepflanzung nicht mehr stören wird.

„Leider haben es der Landkreis und der DBU versäumt, über dieses Konzept öffentlich in der Gemeinde zu informieren und das Gespräch mit den Anwohnern zu suchen“, kritisiert Andreas Schlechtweg, Mitglied der Grünen im Ortsrat Cremlingen. Er spricht sich auch für einen runden Tisch aus, um nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Der Landkreis hätte gut daran getan, zunächst seine Infotafeln aufzustellen, bevor die Eingriffe durchgeführt wurden. Neben an manchen Stellen zu engen bzw. zu zahlreichen Wegemarkierungen, nicht entfernten Infotafeln an der Ehlerbergkuhle, die geradezu zum Anschauen und zu Verbotsübertretungen einladen und fehlen noch immer Hinweistafeln mit ansprechenden Erläuterungen. Diese Mängel haben nun dazu geführt, dass immer wieder Protest geäußert wird. „Wir haben spontan einen Spaziergänger angesprochen, der sich aber positiv über dieses neue Konzept äußerte und die Kritik nicht nachvollziehen konnte“, so Diethelm Krause-Hotopp. Die Grünen werden ihre Vorstellungen der Unteren Naturschutzbehörde mitteilen und hoffen darauf, dass möglichst viel davon aufgegriffen und zügig umgesetzt wird.

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