Aus der Geschichte lernen

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Landesbischo Meyns bei seiner Ansprache . Neben ihm der Leiter der Gedenkstätte Frank Ehrhardt

Ansprache von Landesbischof Meyns zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2020

Braunschweig. Zum Holocaust-Gedenktag, am 27. Januar, hat Landesbischof Dr. Christoph Meyns davor gewarnt, den Antisemitismus in Deutschland als „Betriebsunfall der deutschen Geschichte“ zu verharmlosen. „Verharmlosung, Abwehr von Schuld oder gar die Verkehrung von Tätern und Opfern sind der falsche Weg“, sagte er in der Gedenkstätte KZ-Außenlager in der Schillstraße in Braunschweig. Der Landesbischof hielt eine Ansprache auf Einladung der Stadt Braunschweig und des Arbeitskreises Andere Geschichte.

Meyns betonte, nur wer sich aktiv mit der Geschichte auseinandersetze, könne dazu beitragen, dass deren dunklen Seiten und vor allem der Antisemitismus in unserer Gesellschaft keine neue Macht gewinnen. Gerade weil die Erinnerung schmerzhaft sei und Versagen offenbare, sei sie weiter dringend notwendig.

Etwa 150 Menschen waren an der Feier beteiligt und wollten an diesem Tag der Toten des Holocoust gedenken. Erwartungsgemäß fanden viele keinen Platz in der kleinen Gedenkstätte. Vorkehrungen für eine Außenübertragung waren nicht vorgesehen, obwohl der Bischof draußen sprach, jedoch nicht der OB Markurth. Viele Bürger waren also ausgeschlossen. Dafür wurden die Gedenkenden über Lautsprecher aufgefordert nach Hause zu gehen! (red)

Kritisch äußerte er sich auch zur Rolle der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus. Deren Obrigkeitshörigkeit und politische Naivität, ihre nationalistische Gesinnung und der weit verbreitete Antisemitismus in der Pfarrerschaft erfülle ihn mit Scham.

Die Ansprache im Wortlaut finden Sie hier im Link

1 KOMMENTAR

  1. Der Verein „andere Geschichte“ war wohl – gelinde gesagt – überfordert.

    Da hatte der Rat der Stadt dem „Verein andere Geschichte“ die Gedenkstätte Schillstr. vor einem Jahr übereignet, um den Leugnern der Nazi-Verbrechen k e i n e n Raum für ihren Geschichts-Revisionismus und „Schuld-Kult“ – Hetze (Rechtsaußen-Mann Höcke) zu bieten.

    Und Frank Ehrhardt vom Verein andere Geschichte will genau das nicht realisiert haben und rollt dem Höcke-Anhänger Wirtz bis in das Gedenk-Gebäude der Schillstr. den Teppich aus, während zig Gedenkende draußen aufgefordert werden, nach Hause zu gehen?

    Ja, wir benötigen in der Tat in Braunschweig eine ANDERE GESCHICHTE.

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