Wasserstoff für Klimaschutz – Braunschweig ignoriert Potentiale der Region

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Modernste Antriebstechnik wurde zu einem Exportschlager: Wasserstofftriebzug mit Brennstoffzelle aus Salzgitter. Pixabay

Heute gab es die Bundesregierung auf allen Kanälen bekannt: Deutschland soll weltweit die Vorreiterrolle in der Wasserstofftechnologie einnehmen. Dafür gibt es bereits milliardenschwere Förderprogramme. Im großen Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise sind weitere 7 Milliarden Euro für die Wasserstofftechnologien vorgesehen und 2 Milliarden für internationale Partnerschaften. Und was macht Braunschweig: Braunschweig ignoriert dagegen regionale innovative Potentiale.

Obwohl keine 5 km von der südlichen Stadtgrenze entfernt auf ehemaligen Brachflächen der Salzgitter AG ein Zentrum der Wasserstoff-Technik aus dem Boden wächst, schaut man in Braunschweig lieber weiter in die entgegengesetzte Richtung, also in Richtung gestern: „Innovationsstandort“, „Mobilitätscluster am Forschungsflughafen“ „im Jahr 2007 Deutschlands Stadt der Wissenschaft“, so die aktuellen Begriffe aus der Werbebroschüre zur städtischen Wirtschaftsförderung.

Nicht der Hauch einer Andeutung, dass mit zig Millionen-Förderung das sog. „SALCOS“-Projekt für eine CO2-arme Stahlherstellung und Energiespeichertechnik auf Wasserstoffbasis angelaufen ist.

Bereits seit einem Jahr berichtete die BIBS-Zeitung „Unser-Braunschweig“ über diese zukunftsweisenden und klimaschonenden Innovationen mit Wasserstoff-Zügen http://www.bibs-fraktion.de/…/user_uplo…/2019_04_18_ub22.pdf
und – Stahlproduktion „SALCOS“ (auf S. 2) http://www.bibs-fraktion.de/…/2019_11_11_ub23__repariert_.p…

Stattdessen rühmt sich die Stadt Braunschweig mit Kooperationen zu allen umliegenden Städten, aber eben nicht zu Salzgitter und im Energiekonzept 2030 setzt BS-Energy unter aktiver städtischer Beteiligung auf Heizenergie aus Atom/Kohlestrom von E.on und einem neuen Heizofen zur Verbrennung von Sperrmüll … Das wird unter INNOVATION in der Stadt der Forschung verstanden!

Die BIBS-Fraktion bleibt dran und setzt das Thema Wasserstofftechnologie in den Ratsgremien (Wirtschaftsausschuss und RAT) auf die Tagesordnung …

Hoffnungsträger für Klimaschutz – Wasserstoff: Kabinett beschließt Strategie

1 KOMMENTAR

  1. Etwas wundern kann man sich, wenn man sieht, wie vergleichsweise altmodische (nichtsdestotrotz nützliche) Ideen wieder aus der Schublade gekramt werden.
    Irgendwie habe ich den vagen Eindruck, man macht das, weil der Regierung klar wird, daß künstliche Intelligenz nichts für Deutschland ist – der Zug ist abgefahren, aber woanders. Dann machen wir lieber weiter mit Chemie und Verbrennungsmotoren, wie seit 100 Jahren.
    Eigentlich schade. Mir persönlich wären ’soziale Innovationen‘ lieber: eine Abnahme der Ungleichheit, bessere (nicht billigere) Bildung, gesunde Nahrung würde verm. die Lebenszeit aller Menschen verbessern und verlängern.
    Vielleicht ist Wasserstofftech ein Baustein dazu, das wäre schon ein Fortschritt.

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