VCD Braunschweig: Fahrrad steigert Stadtqualität

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Radfahrer in Braunschweig haben ein tolles Leben? Abrupt endender Fahrradweig am Bültenweg (B58). Wer hier nicht auf der Hut ist ...

Zu den Berichten Förderung des Fahrradverkehrs in der Stadt und der provokanten Behauptung der Innenstadtkaufleute „Radfahrer haben ein tolles Leben“ entgegnet der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Braunschweig: „Jeder Fahrradfahrer in der City, der sonst mit dem Auto fahren würde, steigert die Aufenthaltsqualität in der City. Käufer aus dem Umland, die statt mit Bus und Bahn mit dem Auto kommen wollen, bekommen durch mehr Platz sogar einen Vorteil.“ Und jeder Mensch, der Bus und Bahn nutzt, sorgt für mehr Lebensqualität in der City. Er tut Gutes für die Zukunft aller durch Klima- und Umweltschutz.

Ähnliche Fehleinschätzungen und Widerstände gab es bereits vor 50 Jahren zu den Fußgängerzonen, und die möchte heute wohl keiner der Kaufleute missen. Die allermeisten Einkäufe können auch mit dem Fahrrad getätigt werden, Kaufleute sollten im eigenen Interesse nicht nur an Autofahrer denken, sondern auch um die Radfahrer werben.

Weiterhin ist es falsch eingeschätzt, dass Radfahrer in Braunschweig ein tolles Leben hätten. Viele der Radwege sind durch Wurzelaufbrüche u. a. holprig. Ampelschaltungen erlauben oft nicht die Querungen in einem Stück, sondern erzwingen Zwischenhalte. Oder es fehlt an Umfahrungen von Ampeln. Häufig fehlt kreuzenden Radfahrenden genügend Aufstellplatz in der Mitte von mehrspurigen Straßen. Radfahrern wird viel zu oft von abbiegenden Kraftfahrern die Vorfahrt
genommen. Bei allem ist zu beachten, dass ein sicheres Radfahren für Menschen von 8 bis 80plus
möglich sein muss.

Der VCD weist noch auf den ökologischen Aspekt hin – jede Autofahrt weniger ist gut für die Zukunft unseres Planeten und für uns alle. Die Klimakrise wurde nicht durch Corona abgelöst, sie ist nur in der Öffentlichkeit nicht mehr so präsent.

1 KOMMENTAR

  1. Da bringt es endlich mal einer auf den Punkt: Ampelschaltungen, Aufstellflächen, Zustand der Radwege, Konflikte mit Fußgängern und Kraffahrern, welche teilweise durch die Ampeln und Radverkehrsführungen verursacht werden.
    Die anderen selbst ernannten Pedalritter schwadronieren von Bike-Lanes auf mehrspurigen Straßen und Schnellradwegen im Überschwemmungsgebiet der Oker, oder fordern am Löwenwall mächtige Umbauten der Treppenanlage.

    Meinen Beobachtungen nach ist der Verkehr insgesamt immer aggessiver geworden. Nein, nicht nur zu viele Radfahrer fahren verkehrt, falsch und rücksichtslos, sondern auch die tollen Kraftfahrer. Gestern erst bog ein PKW im „Kreisel“ vor dem Hautbahnhof nach Rechts in die Gegenfahrspuren Richtung Stadthalle ab, es gab ein Hupkonzert und ich schaute nur noch ungläübig hinterher. In einer Fahrprüfung wäre das der Moment gewesen, wo der Prüfer sagt, „Fahren sie hier sofort rechts ran und wechseln Sie mit dem Fahrlehrer den Platz“.
    Egal ob Ortsunkenntnis o.ä. Ich sehe sowas immer häufiger. Auch nach links in Richtung Büssing-Ring wird an diesem „Kreisel“ verbotenerweise immer wieder abgebogen und es kommt zu Beinaheunfällen mit der Straßenbahn.
    Der ganze Schilderwald überfordert offenbar auch die Verkehrsteilnehmer. So manch eine Einmündung oder Kreuzung weist 6-7-8 Schilder an verschiedenen Masten auf. Fahrradstraßen sind sowas von überflüssig, wenn Krafverkehr darauf frei ist und zudem auch noch ein 30-Zone-VZ daneben hängt.

    Als Radfahrer wird man oft vor der Schlossfassade angemault. Die Fußgänger stellen sich in den Weg, wollen belehren, dabei ist da ein eindeutiges Zusatzschild „Radfahrer frei“ unter dem VZ239. An der Bohlweg-Westseite ist es dann umgekehrt, seit 15 Jahren laufen Fußgänger in den Weg oder die Kunden der Cafes stellen ihre Stühle rein.
    Nach dem Umbau Ägidienmarkt hat sich die Situation auch verschärft, keine Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern und viele Falschparker vom PKW bis zum 40-Tonner.
    Auf der Kurt-Schumacher-Straße ist es dann so, dass man vor rund 50 Jahren beim Bau den Gehweg „vergessen“ hat um die Fußgänger ins Atrium-Bummel-Center zu lotsen. Das ist leider für Radfahrer ein Problem, weil der enge Radweg immer wieder von Fußgängern blockiert wird, welche nicht durchs schäbige ABC laufen wollen. Dazu kommen dann noch Geisterradler auf dem viel zu schmalen „Radweg“.

    Und wo sind die feinen Herrschaften vom ADFC und BS-Forum/AK Radverkehr, wenn man sie mal braucht? Spielen seit 40 Jahren theoretische Planspiele durch, erzählen etwas, was so nicht passieren wird und verkrümeln sich, wenn man Mängel benennt, bzw drohen mit Konsequenzen, wenn man was Falsches sagt.

    Braunschweigs Verwaltung und ausführende Unternehmen versagen immer wieder, wenn es um Bau und Erhalt der Radverkehrsanlagen geht. Selbst so einfache Dinge wie Verkehrsschilder, Markierungen und Wegweiser werden falsch aufgestellt oder vergessen anzupassen.
    Da Feiern dann unsere Herrschaften vom BS-Forum/AK Ringgleis die Fertigstellung und mindestens 10 Wegweiser sind falsch, die aufgebrachten Markierungen schon nach 3 Monaten unlesbar bzw. verschwunden oder gar nicht erst aufgebracht worden. Poller wurden falsch oder gar nicht gesetzt, alte Schäden im bestehenden Wegen nicht beseitigt.

    Masten in den Radweg pflanzen kann die Stadt auch gut, siehe z.B. Mühlenpfordtstraße und da oben am Bültenweg. Nur Wolfenbüttel war noch konsequenter und hat ganze Lichtmastenreihen an viel zu schmale „Radwege“ gesetzt.

    Wie lange gibt es den ADFC und das BS-Forum eigentlich schon, der ADFC-KV feierte im Frühjahr 40 Jahre bestehen und hat über 1100 überwiegend passive Mitglieder. Na herzlichen Glückwunsch!

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