Stadtbaurat Zwafelink verabschiedet sich

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Blick in den in „Originalmaßen“ wiedererstandenen Innenhof des herzoglichen Residenzschlosses zu Braunschweig

Auf eigenen Wunsch wurde Stadtbaurat Zwafelink vorzeitig in den Ruhestand entlassen. Unter der Überschrift „Das Schloss hat die Identität gefördert“ erschien am 2.11. in der Braunschweiger Zeitung eine Art Interview mit ihm, in dem er von Ralph-Herbert Meyer vorgegebene Halbsätze fortführte.

Ausgangspunkt ist die Formulierung „Schlossarkaden und die Rekonstruktion der Schlossfassade sind für mich…“, die Zwafelink fortsetzt, indem er zum einen meint, dass diese „Projektfügung“ zu recht heftig diskutiert wurde, diese aber schließlich „die Schlüsselfunktion bei der Neuinterpretation und Attraktivierung der Mitte Braunschweigs eingenommen hat“. Man fragt sich, warum für Zwafelink die heftigen Diskussionen berechtigt waren – angesichts des seiner Meinung nach großen Erfolges, der für ihn ja offensichtlich schon vorher klar war. Das klingt so nun etwas anbiedernd – oder ist er doch selbst nicht so ganz überzeugt?

Seine Entscheidung 2002 als Stadtbaurat von Nordhorn nach Braunschweig zu wechseln, sieht Zwafelink als „die beste Entscheidung, die ich je treffen konnte“. Es ist nur schade, dass er als „etwas exotischer Sonderling, dessen Ideen meistens nicht ins System passen und Unruhe verursachen“, nie wirklich aufgefallen ist. Man hatte im Gegenteil eher den Eindruck, dass er immer ganz im Sinne Hoffmanns agierte und genauso wie dieser kein Problem damit hatte, jederzeit kostbares und zum Teil auch historisches Stadtgrün zugunsten von Investoren aufzugeben. Gehört das zu dem angeblich „eingeschlagenen Kurs der ´Kultivierung der europäischen Stadt´“?

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Bleibt als Höhepunkt seines Wirkens das „Bundesmodellvorhaben St. Leonhards Garten“, das ihn offensichtlich auch etwas über die fehlgeschlagene Bewerbung nach München trösten konnte. Mag sein, dass es dafür wie erhofft „nationale und internationale Resonanz“ geben wird. Es handelt sich hier allerdings um ein eher elitäres Projekt, das nur gut betuchten Bürgern zugute kommen wird. Da die Wohnungen in Leonhards Garten nur von den jeweiligen Eigentümern bewohnt werden sollen, hatte ein Projekt wie das des Vereins „FrauenWohnenBraunschweig“ keine Chance. Da nicht alle Frauen in der Lage waren, selber eine Wohnung zu kaufen, wollte der Bauunternehmer Kursawe für sie ein Grundstück erwerben und bebauen. Bei ihm hätten interessierte Frauen auch zur Miete wohnen können – wie in Hameln, wo er bereits erfolgreich ein derartiges Projekt verwirklichen konnte. Ihm wurde die Teilnahme an dem Losverfahren für die Grundstücke jedoch verwehrt.

Von seiner Nachfolgerin Maren Sommer wünschen wir uns nun mehr politische Unabhängigkeit und den Mut zu echter Bürgerbeteiligung!

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