„Solidarität ist Zukunft“

1

Von Michael Kleber

DGB-Region SüdOstNiedersachsen feiert Tag der Arbeit vor Ort und online

Niemand kann die Pandemie allein bewältigen. Insbesondere in Zeiten der Krise ist Solidarität wichtiger denn je. Denn durch gemeinsames Handeln können Wege für eine gute Zukunft gefunden werden. Darum steht Solidarität auch im zweiten Jahr unter Corona-Bedingungen am 1. Mai im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ rufen die Gewerkschaften zum Tag der Arbeit auf.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) plant sowohl Präsenzveranstaltungen als auch digitale Formate. Überall dort, wo die Auflagen es zulassen, gehen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auf die Straße. Natürlich unter den gebotenen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen. Im Internet unter www.dgb.de/erstermai wird es am 1. Mai ab 14:00 Uhr zudem wieder einen Livestream aus der Bundeszentrale des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Tag der Arbeit mit einem abwechslungsreichen Programm aus Politik und Kultur, mit Talks und Mitmachaktionen geben.

Der DGB-Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt hat zwei Wochen vor dem Tag der Arbeit auf seinen Online-Kanälen auf Facebook und Instagram einen Countdown zum 1. Mai gestartet. Die Menschen zeigen auf Fotos, wie sie sich auf zum 1. Mai machen. Daraus wird eine virtuelle Demonstration erstellt, die der DGB am 1. Mai auf seinen Social-Media-Kanälen unter #aufzum1mai und seinen Websites postet.

In Braunschweig beginnt um 10:30 Uhr auf dem Burgplatz die Auftaktkundgebung. Heinrich Betz (Vorsitzender DGB-Stadtverband) und Ulrich Markurth (Oberbürgermeister) begrüßen. Sebastian Wertmüller (ver.di) hält die Mairede. Anschließend erfolgt eine Demonstration zum Johannnes-Selenka-Platz, wo die Abschlusskundgebung mit dem Mairedner Prof. Klaus Dörre (Friedrich-Schiller-Universität Jena) stattfindet. Ab 13:00 Uhr gibt es auf dem Ringgleis „Standpunkte“ der Gewerkschaften mit aktuellen Positionen. Weitere Informationen im Internet unter www.suedostniedersachsen.dgb.de.  Am 30. April um 18:00 Uhr lädt die Stadt Braunschweig zu einem digitalen Arbeitnehmerempfang ein. Dr. Martin Kuhlmann (Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen) redet zum Thema „Digitalisierung und Arbeit – Was kommt nach COVID-19?“.

In Gifhorn startet um 08:00 Uhr am IG Metall-Büro eine 1.Mai-Fahrrad-Tour zum Tankumsee und zurück. Zum Auftakt erläutert Gunter Wachholz (Vorsitzender DGB-Kreisverband) seine Positionen zum Tag der Arbeit.

In Helmstedt lädt die Stadt Helmstedt am 29. April um 18:00 Uhr zu einem digitalen Arbeitnehmerempfang ein. Frank Bsirske (ver.di) hält die Festrede.

In Peine findet eine Mainelkenaktion statt. Frank Raabe-Lindemann (Vorsitzender DGB-Kreisverband) und Nanni-Rietz-Heering (Vorsitzende ver.di-Ortsverein) erklären sich solidarisch mit den Forderungen der Beschäftigten des Klinikums Peine nach einer bedarfsgerechten Personalausstattung und danken allen mit den Mainelken für ihre hervorragende Arbeit.

In Salzgitter präsentiert TV38 am 30. April um 19:00 Uhr und 21:00 Uhr ein Interview mit dem Mairedner Thorsten Gröger (IG Metall). Stimmen aus der Region gibt es am Tag der Arbeit ab 11 Uhr online auf Facebook bei „Salzgitterinfos“.

In Wolfenbüttel heißt es ab 10:00 Uhr vor dem Bankhaus Seeliger „Flagge zeigen zum 1. Mai“. Es werden gewerkschaftliche Fahnen und Transparente aus Vergangenheit und Gegenwart gezeigt. Bertold Brücher (Vorsitzender DGB-Kreisverband) hält die Mairede.

In Wolfsburg laden IG Metall und Stadt Wolfsburg am 30. April um 18:00 Uhr zum digitalen Arbeitnehmerempfang ein. Prof. Dr. Philipp Staab (Humboldt-Universität zu Berlin) redet zum Thema „Digitaler Kapitalismus – Mythos oder Realität? Neue Märkte, neue Unternehmen, neue Menschen?“.

Michael Kleber, Geschäftsführer der DGB-Region SüdOstNiedersachsen, ist überzeugt, dass Solidarität in diesem Jahr wichtiger denn je ist: „Solidarität ist das Mittel gegen Hetze und Spaltung, sie verhindert die Ausgrenzung von Menschen und nimmt ihnen die Angst, zurückgelassen zu werden. Sie hilft gegen die extreme Rechte und Verschwörungstheorien. Solidarität ist das Fundament der Demokratie. Am Tag der Arbeit reden wir darüber – vor Ort und digital.“

1 KOMMENTAR

  1. Der Soziologe Alfred Vierkandt (1928) definierte Solidarität folgendermaßen: „Solidarität ist die Gesinnung einer Gemeinschaft mit starker innerer Verbundenheit“. Und: „Solidarität ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das praktisch werden kann und soll.“
    Solidarität impliziert ein Prinzip der Mitmenschlichkeit; sie konstituiert sich „aus freien Stücken“.

    Der Begriff „Solidarität ist für den 1. Mai in diesem Jahr hervorragend gewählt. Auch wenn gelegentlich Kritik laut wird, weil das Wort inhaltsleer geworden sein soll, nicht zuletzt weil der Begriff durch inflationären Gebrauch seines Kerns beraubt wurde.

    Eine gute Wahl ist „Solidarität“, weil sich auch im neoliberalen Kapitalismus zeigt, dass es ohne Verantwortung füreinander nicht geht. Corona, der Klimawandel und der Biodiversitätsverlust sind die das Brenngläser, die uns zur Solidarität zwingen. Die Menschen sind empört, wenn unsolidarisch gehandelt wird. Die SPD-Grüne Riesterrente ist gescheitert, weil von Solidargemeinschaft gesprochen wurde aber die Subventionierung der Versicherungswirtschaft gemeint war.

    Das Erfolgsprinzip in der Biologie ist die Kooperation. Die ist vergleichbar mit der Solidarität, die jedoch einen Willen vorrausetzt. Das natürliche Prinzip der Kooperation ist immer überlegen. Nicht das der Konkurrenz auf das unsere Wirtschaft aufbaut. Das Naturprinzip der Kooperation ist überlegen, weil es sich über Jahrmillionen entwickelt und als vorteilhaft für das Lebendige herausgestellt hat. Das Naturprinzip der Konkurrenz ist nur kurzfristig in der Selektion erfolgreich. Langfristige Stabilität bringt nur die Kooperation.

Möchten Sie den Artikel kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.