Schlappe für ECE: Berufungsantrag gegen Verbreitung des Buches „Angriff auf die City“ gescheitert

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Der Hamburger Einkaufscenterentwickler ist mit seinem Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen das Buch „Angriff auf die City“, in dem auch die Begleitumstände des Braunschweiger Einkaufscenters kritisch durchleuchtet wurden, gescheitert. ECE hatte vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht gegen das erstinstanzliche Urteil des Hamburger Landgerichts Berufung eingelegt. Nach der bemerkenswerten Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung über die erstinstanzliche Entscheidung wird deren Beitrag über das neuerliche Urteil mit großer Spannung erwartet.
Wen die journalistische Begleitung der Debatte um das Braunschweiger Einkaufszentrum in den vergangenen Jahren verwundert hat, dem sei folgender Beitrag des Politmagazins „Frontal 21“ empfohlen:
http://www.heute.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633_idDispatch:5326283,00.html
sowie http://www.heute.de/ZDF/download/0,5587,5002630,00.pdf

Presseerklärung des Droste-Verlags vom 29.06.2007

Presseerklärung des Droste Verlags vom 29.06.2007

Zum Antrag der Hamburger ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG auf Erlass einer einstweiligen Verfügung vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg gegen die Auslieferung des Buches „Angriff auf die City“,
Herausgeber: Walter Brune, Rolf Junker, Holger Pump-Uhlmann,
erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf

Am 28. Juni 2007 lehnte das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg den Berufungsantrag des Hamburger Einkaufscenterentwicklers ECE GmbH & Co.KG auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen das Buch „Angriff auf die City“ ab. Somit halten die in dem Buch gemachten Inhalte und Aussagen der Attacke des Hamburger Einkaufscenterentwicklers ECE GmbH & Co.KG stand, unbequeme Wahrheiten über die Wirkungsweise nicht integrierter innerstädtischer Einkaufszentren zu verhindern. Die in dem Buch zum Ausdruck gebrachte Kritik gegenüber den Entwicklern von Großeinkaufszentren besitzt weiterhin Gültigkeit. Mehr noch: diese wird dadurch untermauert, dass neuerliche wissenschaftliche Studien die in dem Buch getroffenen Aussagen stützen.

Der Aufsatzband „Angriff auf die City“, an dem 18 Autoren beteiligt sind, beleuchtet in Beiträgen namhafter Fachleute unterschiedlicher Disziplinen die Wirkung von Shopping-Centern in zentralen Lagen auf unsere Innenstädte in kritischer Weise. Die Herausgeber dieses Buches wollten eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema anregen. Dieses ist Ihnen – wie das weit über Deutschlands Grenzen hinausreichende mediale Echo beweist – mit großem Erfolg gelungen.

Der Einkaufscenterentwickler ECE wollte bereits im November 2006 mit Hilfe eines Antrags auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Auslieferung dieses Buches eine solche öffentliche Diskussion verhindern. Das Hamburger Landgericht lehnte am 17. November 2006 den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Verbreitung des Buches ab. Jedoch wurden nach Auffassung des Gerichts – aufgrund zeitlich bedingter Änderungen des Sachstands in einem Fallbeispiel – Korrekturen notwendig, die umgehend in einer korrigierten Fassung des Buches zum Tragen kamen.

Auch wenn die Hamburger ECE sich selbst in einer von ihr verbreiteten Pressemeldung zum Ausgang des ersten Verfahrens als vermeintliche Siegerin darzustellen versuchte, so musste an dieser Darstellung spätestens gezweifelt werden, als die Klägerin vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg in Berufung gegen das erstinstanzlichen Urteil ging. Dem absurden Versuch, das Buch als Inszenierung von vermeintlichen „Mitbewerbern“ zu geißeln, konnte das Berufungsgericht ebenso wenig folgen wie den ersatzweise eingereichten Anträgen auf Unterlassung zahlreicher Textpassagen wegen angeblicher „falscher Tatsachenbehauptungen“ oder „Schmähkritiken“.

Die in dem Buch geäußerte Kritik mag die wirtschaftlichen Interessen einiger Entwickler berühren, jedoch ist diese von den Herausgebern nicht dagegen gerichtet. Deren Kritik dient einzig und allein einem Ziel: dem Erhalt von gewachsenen Einzelhandels- und Stadtstrukturen in unseren Innenstädten bzw. dem, was davon noch übrig ist. Der Verödung von Innenstädten durch überdimensionierte, gewachsene Stadtstrukturen zerstörende Großeinkaufszentren entgegenzutreten, ist gleichermaßen eine kulturelle und gesellschaftliche Aufgabe. Diese Aufgabe in den Fokus des öffentlichen Interesses zu stellen, ist ihr Anliegen.

Wegen des großen Interesses an dem Thema und der ungebrochenen Nachfrage nach dem Buch ist eine Neuauflage geplant.

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