Schamlose Skalpellpolitik von EDEKA und Co

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Foto: Pixabay

Laut dem deutschen Tierschutzgesetz müssen die Ferkel bei der Kastration nicht betäubt werden. Deshalb werden jedes Jahr in Deutschland Millionen Ferkel ohne Betäubung kastriert. Das sollte sich zum Jahresanfang eigentlich ändern, aber die Entscheidung darüber hat der Bundestag Ende November für zwei Jahre verschoben.

EIGENTLICH hatten Bauernverband, Fleischwirtschaft und Einzelhandel sogar selbst bereits im Jahr 2008, also vor 12 (!) Jahren, das Ziel des baldmöglichen Verzichts auf die Ferkelkastration ausgegeben. Und vor fast genau einem Jahr hätte diese mittelalterliche Praxis des betäubungslosen Kastrierens von Ferkeln beendet sein sollen. Dann aber wurde auf Druck eben dieser Wirtschaftslobby eine Verlängerung um weitere zwei Jahre im Bundestag beschlossen. Das bedeutet, dass auch im letzten Jahr Millionen Ferkel unerträgliche Schmerzen leiden mussten und dass dies noch mindestens ein weiteres Jahr so weitergehen wird. Wenn Sie das genauso unerträglich finden wie wir, dann stellen Sie sich mit uns gegen diese Praxis und werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!
Weil wir das so nicht hinnehmen wollten, hatten wir uns 2019 an den Lebensmitteleinzelhandel gewandt und Rewe, Edeka und Co. aufgefordert, keine Fleisch- und Wurstwaren mehr von betäubungslos kastrierten Ferkeln zu verkaufen. Die Handelsunternehmen haben die entsprechende Marktmacht, um diese Forderung ihren Lieferanten gegenüber durchzusetzen. Es wäre für sie ein Leichtes gewesen, diese sinnlose Quälerei der Ferkel zu beenden, zumal es da längst hervorragende Alternativen wie die Immunokastration gibt.

Dieser Forderung hatten sich dann auch mehr als 100.000 Verbraucherinnen und Verbraucher angeschlossen. Aber leider ohne Erfolg. Denn keines der angeschriebenen Handelsunternehmen hat sich in irgendeiner Weise öffentlich erklärt! Allem Anschein nach ist es diesen Unternehmen (bzw. den Menschen, die dort die Verantwortung tragen!) egal, wenn Lebewesen, die auf Gedeih und Verderb von ihren wirtschaftlichen Entscheidungen abhängig sind, absurde Schmerzen zugefügt werden. Und das, obwohl genau diese Handelsunternehmen behaupten, ihre angebliche Tierfreundlichkeit mit dem im Frühjahr 2019 eingeführten „Haltungskompass“ zu beweisen. Doch Millionen betäubungslos kastrierte Ferkel machen deutlich: „Tierschutz“ in den Ställen ist bei EDEKA, REWE und Co. nicht viel mehr als Marketinggetöse. Statt um die Tiere geht es den Handelsriesen vor allem um das eigene Image. Diese schamlose Heuchelei wollen wir nicht akzeptieren und weiter dafür kämpfen, dass Tierqual nicht mehr im Angebot der Supermärkte ist. Wenn Sie uns dabei helfen wollen, dann treten Sie jetzt bei!

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