Sagt mir, wo die Bienen sind! (Teil 2)

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Copyright Marunde
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Bienensterben in Deutschland als Folge unbedarften Handelns?

Schon 2007 wurde infolge des Bienensterbens in den USA prognostiziert, das mit dem Verschwinden der Insekten eine Krise in der Nahrungsversorgung ausgelöst werden können. Während in Deutschland etwa jedes vierte Bienenvolk verschwunden ist, sind es in den USA etwa 50 %. Die Bestände dezimierten sich gar um bis zu 70 % (Jan Pehrke: „Das globale Bienensterben“. In: cbg-networks, http://www.cbgnetwork.org/2266.html).
Experten warnen vor den damit verbundenen Folgen für den Menschen. Der Tenor: Wenn das Bienensterben nicht bald endet, könnte es ernsthafte Folgen für die Nahrungsmittelversorgung in den USA und den anderen betroffenen Ländern haben. Bienen produzieren nicht nur Honig, sondern bestäuben auch mehr als 90 Gemüse- und Obstsorten. Äpfel, Nüsse, Avocados, Sojabohnen, Spargel, Broccoli, Sellerie, Kürbisse und Gurken dürften ohne Bienen rar werden. Auch süße Dinge wie Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Kiwis, Kirschen, Blau- und Erdbeeren und diverse Melonensorten sind auf die Befruchtung der fliegenden Arbeiter angewiesen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums basiert rund ein Drittel der Ernährung der Amerikaner auf Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden – 80 Prozent davon durch Honigbienen.

“Ich kann den Bienen ja wohl schlecht untersagen, erst auf meinen Acker mit genmanipuliertem Mais zu fliegen und danach auf Ihre Erdbeeren… und zweitens haben Sie bei einer Pflanze jetzt mindestens 225 kg Ertrag, das sind mehr als 100 Torten!“ (Mit freundlicher Genehmigung von Marunde – www.marunde.info)

 

Auch indirekte Effekte des Bienensterbens auf die Nahrungsmittelversorgung sind möglich: Rinder etwa ernähren sich von Pflanzen wie der Luzerne, die ebenfalls von Bienen bestäubt werden. („Bienensterben könnte Lebensmittelkrise auslösen.“ Spiegel-online vom 3. Mai 2007).
Das Bienensterben sei nach Einschätzung von Kevin Hackett (US-Landwirtschaftsministerium) die „größte allgemeine Bedrohung unserer Lebensmittelversorgung“.
Das Phänomen, das „Colony Collapse Disorder“ (CCD) genannt wird, wurde zunächst dadurch erklärt, das Krankheitserreger bzw. Parasiten (Varroamilbe) die Bienenstöcke befallen hätten. Allerdings hatten Wissenschaftler in vielen der betroffenen Bienenstöcken keine Spur des Parasiten entdecken können.

Sprecher des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerverbands ließen schon vor etlichen Jahren solche Erklärungen nicht gelten. Einer deren Sprecher, Manfred Hederer, sagte in einem Interview: „Die Milbe ist es nicht“ und sein Kollege Wolfgang Stöckmann pflichtete ihm bei: „Das ist die Erklärung der Bieneninstitute, die uns unsachgemäße Pflege unserer Völker vorwerfen. Wir Imker wissen, dass der Parasit nicht der eigentliche Grund ist“. Wie sollte der Parasit auch der Grund hierfür sein, schrieb das Internetportal „cbgnetwork.org“ (Jan Pehrke, ebenda) zur Abwehr vor Gefahren des Industriekonzerns Bayer: Der Parasit treibe nämlich schon seit 1977 sein Unwesen, „als ihn WissenschaftlerInnen des Bieneninstitutes Oberursel gemeinsam mit zu Forschungszwecken importierten asiatischen Honigbienen einschleppten.“ Den großen Hunger könne die Varroa-Milbe nicht plötzlich über Nacht überkommen haben.
Ganz offensichtlich wurde über Jahre hinweg die wahre Ursache verschleiert, was Fragen bezüglich des an dem Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln beteiligten Institutionen und Personen und dem Lobbyismus großer Chemie-Konzerne aufwirft. Ein Blick auf die „moderne“ Landwirtschaftspolitik a la Bayer wird in der nächsten Fortsetzung geworfen.

 

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