Indien: Viele der Gutausgebildeten verlassen das Land

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Indien ist ein Land mit einem besonders großem wirtschaftlichem Wachstum – gegenüber vielen anderen Ländern, die infolge des Handelskrieges ins Stocken gekommen sind. Aber Indien ist auch ein Land, in dem die Masse der Bevölkerung wenig oder gar nichts vom Wirtschaftswachstum hat. Ein Land in dem Umweltmaßnahmen nur als wirtschaftliche Belastung gesehen werden. Ein Land in dem überwiegend Politik für eine ganz kleine Minderheit gemacht wird – trotz „Demokratie“. Übrigens werden die Provinzen Indiens sehr verschieden regiert. Der folgende Artikel von Gilbert Kolonko in Telepolis gibt einen aktuellen Einblick in die Lage Indiens. Das „die Reichen und Gutausgebildeten das sinkende Schiff verlassen“, wie in dem Artikel behauptet, sehe ich als sehr provokativ an. Die Gutausgebildeten verlassen das Land, weil sie anderswo sehr viel mehr verdienen. Inzwischen verdienen die Inder in den USA im Durchschnitt mehr als die Weißen in den USA. (b.k.)

Die Umweltzerstörungen nehmen zu genauso wie die Ungleichheit und die Dollar-Millionäre, immer mehr von ihnen kaufen sich ausländische Pässe.

Der neueste Wohlstandsbericht von Credit Suisse Global bestätigt erneut, wer vom 20-jährigen Wirtschaftswachstum in Indien am meisten profitiert hat: Während sich das gesamte Vermögen in Indien vom Jahr 2000 bis 2018 auf 6 Billionen Dollar verfünffachte, verneunfachte sich die Zahl der indischen Dollar-Millionäre von 39.000 auf 343.000.

Dazu passt eine Studie von Oxfam: Zwischen 2006 und 2015 stieg das Einkommen der Arbeiterinnen und Arbeiter in Indien jährlich um durchschnittlich zwei Prozent – wurde also von der Inflation „aufgefressen“. Das der Millionäre stieg jährlich um zwölf Prozent. Im Jahr 2017 gingen 73 Prozent des erwirtschafteten Wohlstands an das reiche Ein-Prozent des Landes.

Der Ungleichheitsbericht 2019 der South Asia Alliance for Eradication (SAAPE) kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Die einkommensschwachen zehn Prozent der indischen Landbevölkerung besitzen pro Kopf im Schnitt Vermögenswerte von 342 US-Dollar. Die oberen zehn Prozent 77.591. In den Städten ist der Kontrast noch stärker. Dort besitzen die unteren zehn Prozent im Schnitt Vermögenswerte von vier US Dollar pro Kopf, während es bei den oberen 10 Prozent 197.763 Dollar sind.“ Weiter auf Telepolis.

Foto: Devanath auf Pixabay

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