Ignoriert Braunschweig den Wasserstoff für Klimaschutz?

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Modernste Antriebstechnik wurde zu einem Exportschlager: Wasserstofftriebzug mit Brennstoffzelle aus Salzgitter. Pixabay

Wie lange will Braunschweig denn noch warten, um sich an den Möglichkeiten, die der Wasserstoff für den Klimaschutz bietet, aktiv in der Region zu beteiligen?

Der Wirtschafts-Ausschuss des Rathauses so wie die Verbandsversammlung der Region hatten die Potentiale von Wasserstoff-Technik ja eigentlich gut erkannt, sollte man meinen, denn sie hatten vor eineinhalb Jahren  beschlossen : „Wasserstoff-Tankstellennetz engmaschig ausbauen – effiziente Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf den Straßen ermöglichen“ (Verbands-Versammlung vom 25.2.2019).   Und vor einem Jahr hat sich die Stadt sogar schon einen entsprechenden Dienstwagen von Hyundai angeschafft – nur kann man in Braunschweig nirgendwo tanken, die nächste Wasserstoff-Tankstelle ist nämlich in Wolfsburg oder –  noch eine Möglichkeit  –  in Hannover.

Eine eigene Wasserstoff-Tankstelle für Braunschweig an der Hamburger Str. (bei Shell neben dem Eintracht-Stadion) erhofft sich das bundesweite Betreiber-Konsortium „H2 – mobility“ demnächst im Probebetrieb, die Eröffnung ist aber noch immer nicht terminiert.

Lustloses Agieren in Braunschweig

Wie es anders geht, beweist gerade Salzgitter. Dort hat die städtische Wirtschaftsförderung bereits Nägel mit Köpfen gemacht und kooperiert mit fast allen großen Betrieben in einem Wasserstoff-Campus. Weltweit beachtet und nachgefragt, baut die Fa. Alstom Züge mit Wasserstoff-Antrieb, die Salzgitter-Stahlwerke bauen Hydrolyse-Stationen zur Herstellung großer Mengen von Wasserstoff für die CO2-freie Stahlproduktion (siehe Projekt SALCOS und einen Bericht über die Pilotanlage zur Erzeugung von Stahl mit Wasserstoff), Siemens liefert die Aggregate, Avacon die Windkraftanlagen für grünen Strom …  alles plaziert auf vorhandenem Betriebsgelände und Industriebrachen – besser geht es wohl kaum.

In Braunschweig guckt man da lieber drüber weg und sieht sich im aktuellen Wirtschaftsflyer immer noch lieber das „im Jahr 2007, Deutschlands Stadt der Wissenschaft“ (siehe Wasserstoff für Klimaschutz – Ignoriert Braunschweig die Potentiale der Region? –  Vorlage 20-13635, Anfrage der BIBS-Fraktion im Wirtsch.Ausschuss 13.6.2020). Der Wirtschaftsdezernent der Stadt will das nun mal  prüfen: „Inwieweit in einer Neuauflage der Standortbroschüre auch konkrete Projekte auf Braunschweiger Stadtgebiet im Bereich der Wasserstoff-Technologie Erwähnung finden können, wird die Wirtschaftsförderung selbstverständlich bei der inhaltlichen Konzeption prüfen.“ (Antwort Leppa, Vorlage 20-13635-01Wirtsch.Dezernat vom 26.6.2020)

1 KOMMENTAR

  1. Zum H2-Artikel: In der nächsten Umweltzeitung wird das Thema Wasserstoff, seine Darstellung und Verwendung ausführlich beschrieben werden.
    Im UWZ-Artikel wird überdeutlich, dass H2 keineswegs das Allheulmittel ist.
    Bis dahin, bitte abwarten mit Kritik – danke!

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