Fritz Bauer und die Ausmeiers. Folge 2

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Der Braunschweig-Spiegel veröffentlicht eine kleine Serie zu Fritz Bauer, dem großen Juristen der Nachkriegszeit, der in Braunschweig als Generalstaatsanwalt unter schwierigen Bedingungen arbeitete, denn der Juristenapparat war voll mit Alt-Nazis. In der 1. Folge wird von einem Gespräch mit Frau Ausmeier berichtet, die Fritz Bauer zu ihrem persönlichen Bekanntenkreis zählte und die selber in Braunschweig politisch aktiv war.

Journalistisches Zeitdokument aus der Braunschweiger Zeitung 2003, Nr. 7 (Besitz Ausmeier)

Lesen Sie hier Jasager, Neinsager, Ansager
Dokumentarische Aufführung über den 20. Juli, den Remer-Prozess, Fritz Bauer und das Fernsehen der Fünfziger Jahre von Gilbert Holzgang

Frau Ausmeier berichtet über Treffen mit Fritz Bauer, die in ihrer Wohnung stattfanden. Sie kann sich an intensive Diskussionen in ihrer Wohnung über den Verbleib der Nazi-Schergen erinnern. Bei diesen Diskussionen war ihr Ehemann, der Journalist bei der Braunschweig-Presse war, engagiert dabei. Von ihm wurde die Rubrik „Menschen vor dem Richter“ journalistisch bearbeitet. Obwohl Fritz Bauer die entscheidenden Hinweise für die Ergreifung Aldolf Eichmanns an den Israelischen Mossad gab, handelten die Gespräche nicht von Eichmann, im Mittelpunkt stand meistens die Ergreifung von Mengele, dem freundlich dreinblickenden SS-Chef-Arzt und Massenmörder in Auschwitz. Siehe dazu: „Mengele-Sohn bittet Israel um Entschuldigung

Gelegentlich fuhr Frau Ausmeier mit Fritz Bauer auf Veranstaltungen, wie z. B. auf ein hessisches Juristentreffen in Kassel. Sie begleitete ihn, denn er lebte ohne Frau. Kultur war Fritz Bauer sehr wichtig, und so begleitete sie ihn auch zu kulturellen Veranstaltungen. Die Beziehung zwischen den Ausmeiers und Fritz Bauer war sehr persönlich, was zahlreiche bunte Ansichtskarten belegen, die der reisefreudige Fritz Bauer aus vielen Ländern den Ausmeiers schickte.

Fritz Bauer war ein engagierter Debattierer, dem gelegentlich der Ruf einer gewissen Radikalität anhaftete, was in seiner Situation, seiner Geschichte und seinen Plänen verständlich, ja geradezu erforderlich war.

 

 

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