„Der Mietvertrag mit der Spielbank ist noch nicht unterschrieben.“

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In das Gebäude am Bohlweg, das Friedrich Knapp gehört, soll nach dem Willen der Stadt die neue Spielbank einziehen. Foto: B. Piest

Diese überraschende Aussage von Friedrich Knapp, dem Eigentümer des Reinicke & Richau-Hauses, lasen wir am 8.10.2020 in der Braunschweiger Zeitung. Als Begründung für sein Zögern nennt Knapp die fehlende Qualität der Ansiedlung: „Das ist eine Bude wie die anderen Spielhallen auch. Die stellen zwei Tische rein und 100 Daddel-Automaten.“

Mit Verlaub: Deutlicher kann man es nicht sagen!

Das Projekt bezieht sich auf den Mietvertrag mit der Spielbanken Niedersachsen GmbH, mit dem der Umzug der Spielbanken von Bad Harzburg nach Braunschweig besiegelt werden soll.

In mehreren Artikeln berichtete und kommentierte der Braunschweig-Spiegel bisher die geplante Neuansiedlung der Spielbank.

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Man kann sich jetzt gut vorstellen, mit welchen Argumenten die Spielbanken vorgehen, um bei Friedrich Knapp an die Unterschrift im Mietvertrag ranzukommen. „Es gibt doch einen Riesenunterschied zwischen einer Spielhalle und den Spielbanken! Spielbanken unterliegen den Regeln des Glücksspielstaatsvertrages und damit wird eine gute Suchtprävention betrieben. Gefährdete Spieler können sich einer Selbstsperre unterziehen oder erhalten nach Meldung z.B. des Personals eine Fremdsperre.“ Soweit die Theorie. In der Praxis zeigt sich, dass Fremdsperren nur sehr selten ausgesprochen werden (damit schädigt sich die Spielbank ja selbst!), und ein Viertel der gesperrten Spieler berichten, dass sie trotz Sperre weiterspielen durften. Offenbar ist die Spielersperre ein zahnloser Tiger. Hinzu kommt noch, dass die Automaten der Spielbank im Gegensatz zur Spielhalle praktisch keine Grenzen haben bei Einsatz und Gewinn, was die Suchtgefährdung deutlich erhöht.

Die Argumente der Spielbankbetreiber sind nicht belastbar.

Herr Knapp hat sich bisher verantwortungsbewusster gezeigt als die Braunschweiger Verwaltung und die meisten Ratspolitiker. Herr Knapp, unterschreiben Sie den Mietvertrag bitte nicht! Die Bürger/-innen der Stadt werden es Ihnen danken!

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