Bo(o)tschaften gegen das Vergessen –

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Von Seebrücke Braunschweig

Braunschweiger*innen machen Menschen auf der Flucht sichtbar

Wie kann ich zu Hause bleiben, wenn ich keines habe? Wie kann ich Hände waschen, wenn Seife fehlt? Wie kann ich den Mindestabstand halten in einem überfüllten Lager an den europäischen Außengrenzen? Welches Menschenleben ist es Wert, aus Seenot gerettet zu werden?

Das sind Fragen, die sich die meisten von uns nicht zu stellen brauchen, aber für zehntausende Menschen auf der Flucht sind sie Alltag.
Die Seebrücke Braunschweig möchte mit der Aktion „Bo(o)tschaften gegen das Vergessen“ auf die Situation der Menschen auf der Flucht und in den Lagern an den europäischen Außengrenzen aufmerksam machen. Auch sollen die Braunschweiger*innen zum Handeln aufgefordert werden.
In der Brunsviga, dem Haus der Kulturen, dem Welcome House, dem Staatstheater und in der Magni Gemeinde laden bald noch leere Leinen und Plakate die Besucher*innen zum Informieren und Gestalten ein. Bilder, Wünsche, Gedanken und Forderungen an die Stadt sollen hier bald an den gespannten Leinen hängen.

Die Aktion beginnt am 29.06. in der Brunsviga und dem Welcome House und ab dem 02.07. im Haus der Kulturen und dem Staatstheater und läuft für 4 Wochen. Auch das Café Riptide beteiligt sich an der Aktion. Auf der Terrasse und im Foyer des Haus der Kulturen wird es am 02.07. von 17.30 bis 22:00 Uhr eine Veranstaltung zur Eröffnung der Aktion „Bo(o)tschaften gegen das Vergessen“ geben (gesonderte Pressemitteilung folgt).

Ilka Binnewies vom Welcome House in Braunschweig sagt über ihre Beteiligung an der Aktion: „Viele BesucherInnen des Welcome House haben
selbst nur knapp das Mittelmeer, Libyen und andere Stationen auf ihrer Fluchtroute überlebt. Es ist für uns ein unerträglicher Gedanke, sie
hätten es nicht geschafft. Wir wollen durch unsere Kooperation mit der Seebrücke dazu beitragen, möglichst wenige zukünftige FreundInnen an den Tod zu verlieren.“ Auch das Haus der Kulturen Braunschweig, beteiligt sich: „Solange die Geflüchteten noch nicht für ihre Grundrechte
eintreten können, sind wir in der Pflicht, nicht wegzuschauen, nicht zu schweigen, sondern zu handeln. Daher unterstützen wir die partizipative
Aktion der Seebrücke Braunschweig“ sagt Adama Logosu-Teko, Leitungsteam Haus der Kulturen Braunschweig.

Die Ergebnisse der Aktion werden auch auf den Kanälen der Sozialen Medien vorgestellt und sollen nach Ende der Aktion im August an die
Stadt Braunschweig übergeben werden. „Eine Umsetzung der Erklärung zum „Sicheren Hafen“ mit Ratbeschluss vom Dezember 2018 steht nach unserer Einschätzung in Braunschweig noch aus. Wir wollen ein Zeichen dafür setzen, dass die Braunschweiger*innen da mehr von Ihrer Stadt erwarten.“ sagen die Aktivist*innen der Seebrücke Braunschweig.

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