Bienroder See naturnah belassen

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Bienroder See

Brief an die Ratsmitglieder des Planungs- und Umweltausschusses zum TOP Bienroder See

Sehr geehrte Ratsfrauen und Ratsherren,
die vorgelegte Planung für den Bienroder See trifft in der Bevölkerung auf ein geteiltes Echo. Sehr viele Menschen würden den See gerne als Naturparadies behalten, so wie er ist!
Angesichts der Klimakatastrophe, aus Sicht des Naturschutzes und einfach als Braunschweiger/-innen, die diesen idyllischen See lieben, schließen wir uns dem an.
Daher bitten wir Sie, morgen im PlUA die Vorlage abzulehnen.

Hier einige Argumente:

Es ist lange schon bekannt und bewiesen, dass „neue Straßen neue Autos anziehen“ bzw. Parkplätze und Infrastruktur Autoverkehr induzieren. Mit 44 neuen Parkplätzen nebst Straßen und Wegen würden Sie neuen Autoverkehr erzeugen und damit die Klimakatastrophe weiter anheizen. Wie könnten Sie das gegenüber den Kindern und Jugendlichen von Fridays for Future rechtfertigen, deren zukünftige Lebensgrundlagen damit noch mehr beeinträchtigt würden?
– Das Gleiche gilt für die damit einhergehenden Flächenversiegelungen.
– Wir hielten es für ökologisch besser, die Kraftfahrzeuge der Falsch- und Wildparker/-innen vom Gebiet des Sees fern zu halten.
– Wenn wirklich unbedingt mehr Menschen in dieses Noch-Naturparadies gelockt werden sollen (was wir nicht wollen), warum dann nicht ausschließlich umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer/-innen (Fahrrad und ÖPNV) mittels entsprechend verbesserter Infrastruktur? Stattdessen parallel den klimaschädlichen Autoverkehr zu fördern, halten wir nicht für zukunftsträchtig. Es ist auch wesentlich kostenintensiver.
– Der Bienroder See ist gerade deswegen noch relativ natürlich und unversehrt, weil er nur über ein paar kleine „Trampelpfade“ erreichbar und umrundbar ist, die übergroße Menschenmassen und Radverkehr fernhalten. Diese Situation ist aus ökologischer Sicht erhaltenswert und dient der Artenvielfalt.
– Es wäre sehr wichtig, Leichtsinnige vor der extrem lebensgefährlichen Situation zu warnen, dass man bei Kopfsprüngen unter Wasser mit dem Kopf gegen Beton- und Eisenteile stoßen kann. Damit könnte die Stadt wirklich Leben retten! Die notwendigerweise aus Haftungsgründen aufgestellten Verbotsschilder werden von Badegästen meist ignoriert.
– Eine tatsächliche Verbesserung wäre das Entfernen gefährlicher Eisenteile unter der Wasseroberfläche anstelle des „Umgestaltens“ der Natur um den See herum.
Der Bienroder See ist der letzte große Natursee der Braunschweiger/-innen und vielen Nutzer/-innen aus nah und fern sehr ans Herz gewachsen.
Wir sind schon sehr entsetzt darüber, dass dieses Gemeinschaftseigentum der Bürger/-innen zur Hälfte an Privatmenschen verkauft werden konnte (Anglerverein).
Und jetzt soll der restliche See gleichermaßen entnaturisiert und überlaufen werden wie der andere See der Braunschweiger/-innen, der Heidbergsee? Warum? Warum muss überall die wenige Restnatur, die die Stadt noch hat, gefällt, gekappt, beschnitten, gemäht, begradigt, geschottert, versiegelt, asphaltiert oder überbaut werden? Viele Handlungen der Stadt und anderer Grundstücksverantwortlicher stehen auch so schon im krassen Gegensatz zu dem Anspruch, Bienenhauptstadt zu werden. Warum soll jetzt auch noch die andere Hälfte der Natur des Bienroder Sees für künstliche Gestaltung geopfert werden? Bitte lassen Sie das nicht zu!

Dies ist ein Brief der Bürgerinitiative Baumschutz an die Ratsmitglieder des Planungs- und Umweltausschusses zum TOP Bienroder See.

Foto: bi-baumschutz-braunschweig

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