BaumheldInnen gesucht: Unsere Strassenbäume brauchen dringend Wasser

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Plakat für den Aufruf

„Bäume retten unser Klima – jetzt müssen wir unsere Bäume retten!“ (Renate Rosenbaum)

Egal wie viel Mühe sich die Stadt gibt. Die Wachstumsbedingungen für Bäume an unseren Strassen sind schlecht, weil viele unserer Baumarten in der Natur in Lebensgemeinschaften (z. B. Wald) wachsen und nie in Strassenschluchten wachsen würden. Weil aber all die Bäume an unseren Strassen, und möglichst noch viel mehr, entscheidend notwendig sind für das Klein- und Grossklima und für unser aller körperliches und psychisches Wohlbefinden, sind derzeit dringend Maßnahmen erforderlich unsere Bäume vor der Trockenheit zu schützen.

Viele unserer Strassenbäume sind schon geschädigt durch das extrem heiße und anhaltend trockene Wetter im vergangenen Jahr. Jetzt ist es wieder so weit. Das könnte vielen der überlebenden Bäume den Rest geben.

Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich um „ihre“ Bäume kümmern. Die Verantwortung auf die Stadt zu schieben, weil ihr die Bäume gehören, ist verantwortungslos. Wenn Lebewesen, und dazu gehören auch Bäume (muss man vielleicht mal sagen), in Gefahr sind, dann muss man helfen. Zumal es auch noch im eigenen Interesse ist. Also ran an die 10-Liter Kannen und Schläuche und Wasser an die Bäume.

Einjährige Pflanzen, die gerne an die Bäume gepflanzt werden, um die Baumscheibe attraktiver zu gestalten, sollten entfernt werden. Die nehmen nur das Wasser weg. Besonders die beliebten Stockrosen, die tief wurzeln. Sorgen Sie dafür, dass Holzhäcksel auf dem Boden liegt. Der Boden darf niemals ohne Bedeckung sein – so wie im Wald!

Fragen Sie nicht lange, auch nicht die Stadt. Zeigen Sie Bürgersinn und Mitleid mit Lebewesen. Sprechen Sie mit ihren Nachbarn für Mitmachaktionen. Hauseigentümer sollten sich um die Pflanzen vor ihrer Haustüre kümmern. Berücksichtigen Sie die Baumstärke, wenn es zu viele Bäume sind. Die jüngsten Bäume haben das Wasser am nötigsten.

Wasser marsch! Vorbildliche Bürgeraktion zur Baumrettung der „Bürgerinitiative Baumschutz“..

Aufruf und Presseerklärung „Gieß‘ mich!“ der Bürgerinitiative Baumschutz

Mit dem oben abgebildeten Plakat ruft die Bürgerinitiative Baumschutz alle Bürgerinnen und Bürger auf, Bäume und Sträucher zu gießen. „Das zweite Jahr mit extremer Hitze und Trockenheit in Folge ist für viele Bäume tödlich – da reicht auch ein gelegentlicher Regenschauer nicht aus“, so Sabine Sambou von der BI Baumschutz. Sie fährt fort: „Besonders aufgrund der meist viel zu kleinen Baumscheiben und des stark verdichteten Bodens (vor allem z. B. durch Befahren und Parken) kann kaum Wasser zu den Wurzeln gelangen. Die verdurstenden Bäume versuchen mit drastischen Notmaßnahmen zu überleben. Sie werfen ihr Laub früher ab, um nicht zu viel Wasser zu verdunsten. Platanen sprengen lautstark Rindenstücke ab, damit der Stamm heller wird. Bei großem Trockenstress können Bäume sogar ganze Äste abwerfen. Das ist leider seit einigen Wochen an vielen Stellen im Stadtgebiet zu beobachten. Die schlimmen Dürreschäden aus 2018 zeigen sich erst dieses Jahr. Überall sieht man vertrocknete oder leidende Bäume und das Sterben geht rasant weiter. Die Stadt musste bereits etliche Bäume deswegen fällen.“

Baumschützer Edmund Schultz fährt fort: „Alte, hohe Bäume mit großer Krone haben eine besonders große positive Wirkung auf das Stadtklima. Sie filtern nicht nur Feinstaub und andere Schadstoffe aus der Luft, sondern sorgen durch Schattenwurf und Verdunstungskälte für Abkühlung. Daher ist es umso wichtiger, die vorhandenen alten Bäume in der Stadt zu erhalten und zu schützen. Junge Bäume können aufgrund ihrer noch nicht ausgebildeten Krone diese Funktion nur sehr eingeschränkt und erst nach vielen Jahren übernehmen. Außerdem sind sie erheblich anfälliger gegen Trockenstress, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug reichen. Langfristig brauchen wir für ein besseres Stadtklima und gegen die Klimakatastrophe sogar noch wesentlich mehr Bäume, als bisher gepflanzt wurden.“

Die Stadt bewässere zwar Bäume im Sommer, aber die Kapazitäten reichen bei weitem nicht für alle, so die BI Baumschutz. Städte und Gemeinden in ganz Deutschland rufen daher ihre Bürgerinnen und Bürger auf, bei der Bewässerung des Stadtgrüns zu helfen.

„Diese Hilfe wünschen wir uns auch in Braunschweig!“, meint Sabine Sambou, „Ein großer Baum braucht zwar sehr viel Wasser; trotzdem hilft jeder Eimer. Damit das Wasser in den Boden einsickern und den Wurzelbereich erreichen kann, sollten statt täglich besser ein- bis zweimal pro Woche 5 – 10 Eimer auf einmal gegossen werden. Am günstigsten ist es, früh morgens oder spät abends zu gießen. Die überlebenden Bäume danken uns das durch kühlenden Schatten, 5° bis 10 °C weniger Sommerhitze, duftende Blüten und saubere Luft!“

Renate Rosenbaum von der BI bekräftigt: „Bäume retten unser Klima – jetzt müssen wir unsere Bäume retten!“

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