Asse strahlt so stark wie nie

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Neue Messungen bestätigen die Sorgen um die Sicherheit in der Asse.

Bei der geplanten Rückholung des Atommülls aus der Asse ist offenbar größte Eile geboten: In dem Atommülllager bei Wolfenbüttel ist die Radioaktivität vor einer Einlagerungskammer stark gestiegen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) maß in einem alten Bohrloch vor der Kammer 12 eine Aktivität von 240.000 Becquerel Cäsium 137 pro Liter, wie der Sprecher des Asse-Betreibers, Werner Nording, am Donnerstag mitteilte. Der Wert liege damit 24 Mal höher als die erlaubte Freigrenze von 10.000 Becquerel.

„Keine Panik“
Gegenüber NDR.de bezeichnete Nording die Strahlung aber nicht als gravierend. Das BfS habe alle Schutzmaßnahmen ergriffen, die zur Sicherheit der Beschäftigten erforderlich seien, betonte der BfS-Sprecher. Die Herkunft der Strahlung werde derzeit noch untersucht. Man habe sich für die Veröffentlichung entschieden, um keine Informationen vorzuenthalten…

Sanierung geht weiter
Für die Sanierungsarbeiten, die derzeit in der Asse laufen, haben die neuen Messwerte keine Folgen. „Wir haben eine Genehmigung, die das Hundertfache der Freigrenze erlaubt“, sagte Nording. Erst bei Werten darüber, müssten die Arbeiten eingestellt werden…

„Hälfte der Informationen fehlt“
Udo Dettmann vom atomkraftkritischen Asse-II-Koordinationskreis kritisierte die Informationspolitik des BfS. „Die Hälfte der Informationen fehlt, zum Beispiel, um wie viele Liter hoch kontaminierte Flüssigkeit es sich handelt“, sagte er am Donnerstag. Klar sei, dass es in der Asse „offene Radioaktivität“ gebe. Die Vorarbeiten zur Bergung der Fässer müssten nun „umgehend beginnen“.
Der gleichen Meinung ist auch die politische Opposition. „Die Zeitbombe Asse tickt“, sagte die atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ute Vogt forderte eine umfassende Aufklärung von der Bundesregierung. Schwarz-Gelb müsse klarstellen, dass sie sich bei ihrer angeblichen Neuausrichtung in der Energiepolitik vor der Endlagerfrage nicht drücke…
www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/assestrahlt101.html

„Die Radioaktivität ist bereits im Gestein“
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat in einem Bohrloch im Atommülllager Asse Radioaktivität von 240.000 Becquerel Cäsium 137 pro Liter gemessen. Der Wert liegt 24 Mal höher als die erlaubte Freigrenze. Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Initiative „ausgestrahlt“ im Gespräch mit NDR.de.

NDR.de: Wie schätzen Sie die Situation in der Asse ein?

Stay: Die Asse war ja schon aus den Schlagzeilen verschwunden, fast vergessen. Und jetzt merken wir, dass dort immer noch ein riesiger Umweltskandal vor sich hin schlummert. Das Atommüllproblem ist immer noch völlig ungelöst. Auch der Salzstock Gorleben ist umstritten und die Bundesregierung hält immer noch daran fest. Eigentlich ist es nötig, das Atommüllproblem ganz neu anzugehen…
www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/assestay101.html

Keiner weiß was
… Die Strahlenschützer können bislang nicht nachvollziehen, wie die höheren Werte zustande kommen. Man habe sichergestellt, dass niemand mit der verstrahlten Lösung direkt in Kontakt kommt und dass keine Kontamination nach außen geschleppt werden kann, teilte das Amt mit.
www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-04/atomlager-asse-caesium-lauge

… Aus der Kammer 12 wird seit Jahren Wasser gedrückt und sammelt sich vor der Kammer. Der genaue Grund ist unbekannt. 2008 hatte die damals zuständige Helmholtz-Gesellschaft in dem gleichen Bohrloch noch eine Aktivität von etwa 90.000 Bq/l, also dem 9fachen Wert über der Freigrenze, gemessen. Damit habe sich die Casium-Konzentration an dieser Messstelle innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt, teilte das BfS mit. Zusätzlich zu Cäsium 137 wurde in der Lösung das Radionuklid Kobalt 60 gemessen, allerdings nur in einer geringen Höhe von 10,5 Bq/l, hieß es.
www.n-tv.de/politik/Caesium-Aktivitaet-i…-article3108061.html

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