Ansiedelung von Großeinkaufszentren: Braunschweiger Virus grassiert bundesweit

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Unter der Überschrift „Leverkusen holt sich Braunschweiger Kompetenz für sein ECE-Projekt“ wird in der BZ in einem Artikel von Ralph-Herbert Meyer der Transfer von Braunschweiger Know-How in der Ansiedelung eines völlig überdimensionierten Einkaufszentrums als Vorbild für Leverkusen gefeiert. Wie auch in Braunschweig soll der Stadtplaner Walter Ackers in Leverkusen ein von der dortigen Stadt beauftragtes und vermutlich dann ebenfalls von ECE bezahltes Gutachten zur Integration für eine innerstädtische Shopping-Mall anfertigen. Bereits in zahllosen anderen Städten (Oberhausen, Siegen, Bayreuth etc.) ist die Zerstörung einer gewachsenen Innenstadt traurige Realität geworden. Nun droht auch Leverkusen ein ähnliches Schicksal. Genauere Informationen zum dortigen Projekt gibt die „Initiative Leverkusener Bürger für den Fortbestand der Stadtmitte Leverkusen“ im Internet: http://www.pro-leverkusen.info/. Informationen über andere durch Einkaufszentren bedrohte Städte wie Aachen, Celle, Erlangen, Hameln, Heilbronn, Oldenburg, Passau, Würzburg, Klagenfurt etc. können über die Linkliste auf der Seite der Schlossparkfreunde abgerufen werden.

Städteplaner mit hoher Reputation und geringeren wirtschaftlichen Eigeninteressen haben in diesem Frühjahr ein Positionspapier zur Integration von innerstädtischen Einkaufszentren erarbeitet, das über das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) weite Verbreitung erhielt und auf ein großes Echo stieß (Positionspapier), jedoch in Braunschweig und Leverkusen noch nicht angekommen zu sein scheint.
Zu dem bundesweit grassierenden Virus, nämlich der Zerstörung von gewachsenen Innenstädten durch völlig überdimensionierte Einkaufszentren, wird Anfang Oktober ein kritisches Fachbuch von redlichen Städteplanern, Architekten, Geographen, Maklern und Investoren erscheinen, das den vielsagenden Titel „Angriff auf die Stadt“ trägt.

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