Aktivist*innen bauen Trinity-Protestcamp ab und rücken näher ans Stammwerk ran

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Von Initiative Stop Trinity

Die Entscheidung darüber, was produziert wird, können wir nicht mehr alleine einem unberechenbaren Management überlassen

Mit viel Freude haben die Aktivist*innen von „Stop Trinity“ und unterstützenden Gruppen in der Region Wolfsburg und Braunschweig die Meldungen vom voraussichtlichen Aus für das Trinity-Werk vernommen. Aber nicht nur Aktivist*innen freuen sich: „Trinity-Werk in Warmenau kommt wohl doch nicht. Klima-Aktivisten und VW-Werker sind sich ungewohnt einig: Die Nachricht begrüßen sie“ titulierte die WN am 17.11. die Nachricht. Das Protestcamp gegen den Werksneubau ist mittlerweile abgebaut. Die Aktivitäten gehen aber weiter. „Dass die Trinity-Fabrik nicht gebaut wird, ist erst der Anfang. Diese Chance gilt es zu nutzen und nun mal wirklich die Frage eines richtigen Umbaus des Stammwerks zu stellen“, sagt Alex, die lange Zeit beim Protestcamp aktiv war. Ein Umbau des VW-Stammwerks scheint nun laut Konzernchef Oliver Blume entgegen früherer Aussagen durchaus möglich. Statt auf dem Acker nördlich von Warmenau will die Konzernleitung die neue Elektro-Limousine künftig im Stammwerk in dafür umgebauten Hallen bauen. Statt einem Umbau auf ein neues Auto-Modell fordern Aktivist*innen aber einen „wirklichen Umbau“

Wir nutzen aktuell die Gelegenheit, alle Projekte und Investitionen anzuschauen und auf Tragfähigkeit zu prüfen“, lautete die Meldung von Oliver Blume am 17.11.

Dafür wollen sich Aktivist*innen und Beschäftigte unabhängig von der Konzernleitung zusammensetzen und tragfähige Zukunftspläne für Volkswagen entwickeln.

Nun ist Zeit zum Nachdenken über grundsätzliche Veränderungen, über eine wirkliche Verkehrswende und den Anteil von Volkswagen daran. […] Die Entscheidung darüber, was produziert wird, können wir nicht mehr alleine einem unberechenbaren Management überlassen“ schreibt Stephan Krull, ehemaliges Mitglied des VW-Betriebsrats in Wolfsburg.

Maya aus dem Projekthaus Amsel44 lässt ähnliche Töne verlauten: „Diese Zeit wollen wir uns jetzt nehmen und intensiv an einem sozial und ökologisch zukunftsfähigen Umbau von Volkswagen arbeiten. Dafür braucht es eine aktive Zusammenarbeit von Beschäftigten, Aktivist*innen, aktiven und interessierten Stadtbewohner*innen. Was es nicht braucht sind profitgetriebene Manager*innen. Die haben noch keinen Arbeitsplatz gerettet und keinen Fleck Natur bewahrt, solange es keinen Profit abwirft. Wenn wir VW zu einem gemeinwohl- und zukunftsorientierten Verkehrswende-Unternehmen umbauen wollen, dann müssen wir im Zuge dessen das Management entmachten und Entscheidungen künftig selber treffen und umsetzen. Anders wird es nicht gehen.“

Auf dem Acker in Warmenau haben Aktivist*innen als Abschiedsgruß noch ein Transparent hängen gelassen. Vier Kampagnen-Ziele sind als Check-Liste darauf zu lesen. „Keine neue Autofabrik“, „VW umbauen“, „Keine A39″, „Verkehrswende in Wolfsburg“. „Keine neue Autofabrik“ ist abgehakt.

Für die Auseinandersetzungen um den Ort – den Acker in Warmenau – erklären Aktivist*innen rund um das „Stop Trinity“-Camp ihre volle Solidarität und Unterstützung für alle Bestrebungen, den Acker dauerhaft der gewerblichen Nutzung zu entziehen und als Ackerland zu bewahren. „Denn jeder Quadratmeter unversiegelter Boden ist heutzutage unglaublich wertvoll“, sagt Anna vom Camp.

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