Zum 25-jährigen Jubiläum des Grünen Müttermanifestes

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Update zum Artikel „Zum 20-jährigen Jubiläum des Grünen Müttermanifestes“

Hier erfahren Sie etwas darüber:

– wie das Patriarchat in die nächste Runde geht

– wie das Patriarchat entstand

– warum wir wirklich in der globalen Krise stecken

Das neue Familienrecht besagt, dass alleinerziehende Mütter einer Vollzeit-Beschäftigung nachgehen müssen. Politikerinnen aller Couleur, meist selbst nicht Mutter – damit in der Sache nicht kompetent – wollen alle Mütter auch schon ganz kleiner Kinder im Beruf sehen. Die schlecht bezahlte Erziehungsarbeit leisten in diesem System andere Frauen, Erzieherinnen, die schlecht bezahlte Hausarbeit meist Frauen aus Polen.

Natürlich dürfen auch Männer Erzieher werden oder Putzmann, wenn sie Lust dazu haben! Natürlich dürfen sich auch Männer an der Hausarbeit beteiligen, leider tun sie auch das nur, wenn sie Lust haben, und das kommt selten vor. Kein Wunder, wer will schon nach 10-12 Stunden außer Haus noch putzen, was natürlich auch für Frauen gilt. Das höhere Gehalt der Männer dient dann als Argument, sich den Kram vom Leibe zu halten. Auch die Kinder haben keine Zeit mehr, sich im Haushalt zu beteiligen, denn durch Ganztagsschule und G8, eine „grandiose“ Idee zur Freisetzung der Mutter, sind sie nun Vollzeit-Schüler mit einem immensen Überstunden-Pensum. Das alles nennt man Gender Mainstreaming, verankert seit Ende der Neunzehnhundertneunziger Jahre im EU-Recht, nur weiß auf der Straße kaum jemand davon…

Welche liebende Mutter würde ihren überforderten Kindern nicht alles abnehmen, wenn sie könnte? Die Mütter, die Hausfrauen sind, tun das, nur so ist es Kindern heute möglich noch einen Rest an Freizeit wahrzunehmen, wenn sie sich der Schule nicht verweigern wollen. Die Kinder alleinerziehender Mütter, die diese Frauen nicht selten unbedingt allein bekommen wollten, werden in den Hort geschickt. Echte Freizeit sieht anders aus. Familien mit geringem Einkommen, wo ein Gehalt nicht reicht, haben keine Wahl, beide sind meist berufstätig, sofern sie nicht schwer vermittelbar sind. Natürlich ist eine Krippe, ein Hort das geringere Übel für Kinder aus „asozialen“ Familien (das kann auch ein berufsorientiertes Akademikerpaar sein; asozial bedeutet, sich nicht sozial zu verhalten) oder für Kinder von kranken oder suchtkranken Eltern. Diese Kinder sind im doppelten Sinne arm. Niemand ist glücklich mit einer solchen Situation, es sei denn, er hat Hornhaut auf der Seele oder ist Autist. Bei Kindern und Eltern heißt ‚aus dem Auge’ eben nicht ‚aus dem Sinn’. „Nach einer Langzeitstudie (siehe am Ende des Artikels) weisen Kinder, die schon früh in eine Krippe kommen, bereits ab dem 4. Lebensjahr ein signifikantes Aggressionspotenzial auf und ab dem 8. Lebensjahr zudem vermehrt Konzentrationsstörungen.“ sagte der nicht ohne Grund sehr bekannte, leider kürzlich verstorbene Pädagoge Wolfgang Bergmann. Als Mutter und genaue Beobachterin kann ich aus Erfahrung sprechen: Das stimmt! Krippen- und Hortkinder sind verhaltensauffällig. Kinder im Hort beneiden andere Kinder, die zuhause sein dürfen, die eine Mutter für sich haben, sofern es nicht Kinder von hartherzigen Eltern sind. Warum wohl ist das so?
Kinder sehnen sich in erster Linie nach der nährenden Mutter, das ist ihr Erbe aus der Altsteinzeit. Das Leben ohne Mutter wird obendrein zur Tortur: Die Kindheit wird durch einen Hort zum Beruf, „professionalisiert“. Das Kind hat einen 9-10-Stunden-Tag, aber keinen Rückzugsort und schon gar keine greifbare Bezugsperson, die sich seiner exklusiv annimmt und für es Partei ergreift. Manche werden, sofern es sich um stille, sensible Kinder handelt, von anderen untergebuttert, schon früh gemobbt und insgesamt überfordert. Auch die Erzieher sind damit überfordert.
Es ist nicht gesund, wenn Eltern jeden Tag ein weinendes Kind in der Einrichtung zurücklassen. Weinen bedeutet, dass das Kind nicht glücklich ist. Das brennt sich irreversibel ein die Gehirnstrukturen. Die Politik sieht dagegen nur die freche Göre, die sich selbstbewusst durchsetzt, und damit jedenfalls äußerlich kein Problem hat. Neuerdings wird sich aber über die dramatische Zunahme von Gewalt bei Jugendlichen gewundert.
Kindheit findet nicht mehr statt, so wie wir sie kennen: Vormittags in der Schule, Mittag zuhause lecker essen, nachmittags spielen und Hausaufgaben machen, ausgewählte Freunde einladen, die Umgebung erforschen, ab ca. 10 Jahre auch mal ohne ständige Aufsicht Abenteuer erleben, usw..

Dann sind da noch die vielen Kinder mit gesundheitlichen Problemen, die im Hort nicht die Pflege bekommen, die sie brauchen. Dauererkältungen, ADHS, Legasthenie, Neurodermitis, Asthma, Sehschwächen, Körperbehinderungen, Depressionen, Essstörungen etc.. Kaum eine Familie mit mehreren Kindern, die nicht damit zu kämpfen hat. Welches Leid steht noch bevor, wenn eines Tages ausnahmslos alle Kinder verhortet werden? Was wird dann aus Eltern, die wegen einer Erkrankung des Kindes ihren Beruf aufgeben müssen?

Ein Aspekt der Hortbetreuung wird immer unterschlagen: Kinder werden dem Einfluss und den Werten ihrer Eltern entzogen. Der Hort hatte in der DDR den Zweck, sozialistische BürgerInnen zu formen. Jetzt wird nach einem vermeintlichen Mainstream erzogen, der Gender-Ideologie, die nicht von der Mehrheit getragen wird, sondern in den Universitäten erdacht wurde, also künstlich erzeugt wurde. Unzählige Frauen und Männer stehen der Kinderfremdbetreuung zum Glück noch kritisch gegenüber, auch aus anderen Gründen: Die Erzieherinnen in Krippen und Horten machen nicht immer einen kompetenten Eindruck. Deutsche Erzieherinnen haben, anders als in Skandinavien, kein Studium absolviert, sondern haben, oft nach dem Hauptschulabschluss, eine recht kurze Ausbildung genossen. Lebenserfahrung, Persönlichkeitsbildung, Gesundheitsbewusstsein? Fehlanzeige. Gegenstand dieser Ausbildung ist auch nicht, Mädchen besonders zu stärken. Im Kindergarten werden nicht selten Liedchen einstudiert wie: „Zuerst kommt der Sonnenkäferpapa, dann kommt die Sonnenkäfermama…“. Kritik daran wird überhaupt nicht verstanden. Aber das „feministische“ Gender Mainstreaming will das ja ändern, will die Horte in ihrem Sinne attraktiver machen… und tappt genauso in die Patriarchatsfalle: Ziel der neuen Erziehung ist nicht selbstbewusste Geschlechtlichkeit, was vordergründig behauptet wird, sondern Mädchen in Männerberufe zu rekrutieren. Ein Mädchen, dass ganz selbstbewusst „nur“ Mutter werden will, weil es zu sehen und schmerzlich zu spüren bekommt, dass seine berufstätige Mutter vollkommen überfordert ist, ist unerwünscht. Gender und Post-Gender sind Ideologien, die die Mutter abschaffen wollen, übrig bleibt der Vater und die der männlichen, patriarchalen Berufswelt angepasste Frau. In den christlichen Kindergärten darf die Gender-Ideologie „schmückendes Beiwerk“ sein, steht sie doch der Schöpfergottvater-Theologie, einer Säule des Patriarchats, nicht entgegen: Der Mann ist und bleibt der Maßstab. Es ist sehr viel verlangt, jeden Abend Hort-Nachsorge betreiben zu müssen, wenn das Kind mit patriarchal-christlichen Werten nach Hause kommt und nicht mit seiner Puppe spielen durfte, vielleicht sogar deshalb gemobbt wurde, und wenn man selbst erschöpft ist.

Seit längerem ist ein zynisches Argument im Umlauf. Berufstätigkeit fördere die Gesundheit der Frau, so lesen wir es auf allen Papieren. Zahlreiche Statistiken besonders geförderter Institute werden dazu bemüht. Eine Frau versündigt sich schon an ihrer Gesundheit, wenn sie nicht berufstätig ist! Warum also bleiben so viele Frauen zuhause, auch wenn sie keine Kinder haben? Nach einer amerikanischen Langzeitstudie (Waldron-Studie über 20 Jahre) aus den 80igern gibt es eine Gruppe von Frauen (aber auch Männern), die Hausfrau (Hausmann) bleiben, weil sie sich nicht wohlfühlen und meinen im Berufsalltag nicht bestehen zu können. Diese Gruppe ist nicht „eingebildet krank“ wie die erhöhte Sterblichkeit belegt und macht einen hohen Anteil an allen Hausfrauen aus. Das passt PolitikerInnen gar nicht ins Konzept. Frauen haben Powerfrauen zu sein! Schnell werden Ursache und Wirkung vertauscht.

Der Streit um das Müttermanifest

Aus Sorge um die Familien haben sich schon 1986 Grüne Mütter zusammengefunden und gegen den Widerstand der anderen Grünen Frauen das Müttermanifest verfasst und ohne um Erlaubnis zu fragen 1987 veröffentlicht. Wichtigste Forderung: Bezahlt Frauen für die Familienarbeit, gebt ihnen ein Müttergehalt! Gebt ihnen dafür auch eine Rente. Lasst die Frauen jeden Alters eine (notfalls zweite) Ausbildung machen. Nur das schafft wirklich Wahlfreiheit. Nur das schafft echte Anerkennung von Familienarbeit in all ihren Facetten.

Vergessen haben sie nur, taktischer Fehler (!), auch an die Hausmänner zu denken. Laut war der Aufschrei aus den eigenen Reihen. Die Grünen Frauen spalteten sich in zwei unvereinbare Fraktionen: Die Mütter vertraten die sog. „dualistische Emanzipation“, die anderen die (angeblich) „egalitäre Emanzipation“.

Als Neofaschisten wurden die Unterzeichnerinnen des Müttermanifestes, zu denen auch Antje Vollmer zählt, beschimpft. Der lauteste Schrei kam aus Niedersachsen. Es war so schlimm, dass ein Mann dazwischen gehen musste. Ingo Stürmer, der damalige Landesvorsitzende der Grünen in Niedersachsen, sprach in einer Presseerklärung ein Machtwort: „Der Landesvorstand ist empört über den Versuch einiger weniger niedersächsischer Frauen, in diffamierender Weise die Unterzeichnerinnen des Müttermanifestes und ihre Politik mit nationalsozialistischen Symbolen und Aussagen in Verbindung zu bringen.“ Was war passiert? Während der Debatte um das Müttermanifest bei der Bundesversammlung in Duisburg entfalteten Frauen der Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen, zur der damals Lore Deppe, Marion Olthoff und die jetzige Vorstehende des Kreisverbandes der Grünen in Braunschweig Christa Karras federführend gehörten, „ein Transparent mit dem Text: „Müttermanifest, die zarteste Versuchung für schwarz-grüne Wendepolitik.“ Gleichzeitig wurde bekannt, dass auf allen Frauenklos und auch sonst gelbe Zettel klebten mit der Aufschrift: „Es ist wieder soweit, das Kind adelt die Frau, das Kind adelt die Frau“. Dazu ein Mutterkreuz mit Nazi-Emblem, ebenfalls von den Frauen der LAG Niedersachsen.“ So schrieb damals die TAZ. Taktischer Fehler(!). Die peinliche Angelegenheit führte im Folgenden dazu, dass sich die Grünen Mütter mit ihrer Forderung nach einer AG Mütterpolitik durchsetzen konnten. Im Laufe der nächsten zwei Jahrzehnte wurde es trotzdem ruhig um diese AG, bis sie ganz verstummte.

Ausgetrickst

Durchsetzen konnte sich wieder die andere Fraktion mit einem alten Trick. Sie entlarvten in einem ersten Schritt den Mythos von der Mütterlichkeit als Ausgeburt patriarchalen Denkens des Neunzehnten Jahrhunderts, was ja zunächst nicht falsch ist. Für die Grünen Frauen gibt es nur die eine Mütterlichkeit, die patriarchal aufopferungsvolle Mutter, so definiert von Männern. Und die gilt es mit allen Mitteln zu bekämpfen. Mittel der Wahl also – im zweiten Schritt – ist die Schaffung eines neuen Mythos sprich eine Geschichtsverzerrung. Die Historie wird bemüht, um zu belegen, dass Mütter „früher“ ihren Kindern gleichgültig gegenüberstanden und auf dem Feld oder in der Werkstatt gearbeitet haben. Diese Mütter sind fortan Vorbild für Grüne Frauen. Nachzulesen in der Diplomarbeit „Grüne Frauen zwischen Psycho und Politik?“ „Früher“, das war für die Grünen Frauen die Zeit der Feudalherrschaft. Eine Zeit in der das Patriarchat in höchster Blüte stand, in der Eltern aufgrund großer wirtschaftlicher Not von ihren Kindern entfremdet wurden, sie fragwürdigen Ammen überließen und so einen verstecken Kindstod begangen. Die Frauen arbeiteten, aber kümmerten sich um sonst nichts oder nur ums Notwenigste, so sinngemäß der großartige „Beitrag zur Politikwissenschaft über die Grünen“ von der Diplomandin. Wer sich für Geschichte nicht interessiert und nicht auf seinen gesunden Menschenverstand vertraut, wird womöglich auf diesen Unsinn hereinfallen. Um herauszufinden, was nun aber wirklich die für Menschen typische Mütterlichkeit ist, müssen wir in das Paläolithikum (Altsteinzeit) zurückkehren. Dort ist „früher“ am frühesten! (Ich höre schon einen Aufschrei.)

Verbotenes Wissen: Die Entstehung des Patriarchats

In der Altsteinzeit hat nicht etwa „der Urmensch“ seine Frau an den Haaren hinter sich hergezogen und ihr mal ein Stück Fleisch rübergereicht. Das ist nur eine beliebte, klischeehafte Vorstellung. Sondern die Menschen lebten in Gruppen aus ca. 120 blutsverwandten Frauen, Mütter, Schwestern, Tanten und deren Kinder, selten auch Großmütter, bildeten eine matrilineare, matrilokale (= matrifokale), umherziehende Gesamthandsgemeinschaft und beschafften 70%-80% der Nahrung durch Sammeln (pflanzliche Nahrung). Unter bestimmten Bedingungen fischten und jagten sie auch. – In der Gegend des Fruchtbaren Halbmondes, wo sich die Menschen des ausgehenden Paläolithikums zuerst niederließen, lebten sie zunächst als Erntevolk, d.h. ohne zu sähen. – Gelegentlich trafen die Frauen die Männer, und nur wenn die Frauen wollten, hatten die Männer auch Spaß dabei. Das ist die female choice, die Damenwahl, die auch bei ausnahmslos allen Tierarten feststellbar ist. Ansonsten zog die Gruppe der Männer umher, jagte und „bastelte Pfeil und Bogen“. Es gab also schon damals eine Arbeitsteilung in Männliches und Weibliches, wobei das weibliche Potential universal war, entsprechend dem Embryo, dessen Anlagen zunächst weiblich sind und später beim Jungen vermännlichen. Vaterschaft war unbekannt, ebenso gab es keine Monogamie, wie es heute noch ist, wenn wir mal realistisch sind, und wie es die Verhaltensforschung bewiesen hat. Also bestimmte die Frauengruppe die Erziehung ihrer Kinder, die wiederum von verschiedenen Männern stammten. Die Männer waren sowieso unterwegs, statt, wie es der Mythos will, die Frauen zu beschützen. Auch das erledigten Frauen selbst, denn die tägliche Arbeit und die Gruppe ließ sie stark sein! Sie bezwangen das Feuer, erfanden am Ende der Altsteinzeit die Landwirtschaft mit Hackbau und die Töpferei und hatten daher lange eine dominante Stellung in der Sippe. Die Verehrung einer Urmutter bzw. Göttin, die Leben, Tod und Regeneration in sich vereinte, war logische Folge dieser Lebensweise. Ihre Kultstätten waren Höhlen, als Symbol für ihren Bauch, besonders auch, wenn aus ihnen Wasser floss. Archäologisch ist das belegt durch Zehntausende von Kultstatuetten von der Altsteinzeit an noch weit bis ins Neolithikum (Jungsteinzeit), die eine übrigens schwangere Frau zeigen. Im gleichen Zeitraum finden sich anfangs keine männlichen Statuetten, erst in der mittleren Altsteinzeit ändert sich das langsam. Noch im Neolithikum sind auch die männlichen Statuetten mit Symbolen der Urmutter überzogen. Es gab bis vor 6500 Jahren in Europa kein Staatswesen, alle Menschen arbeiteten für ihre Sippe, Eigentum war nicht bedeutsam. Doch vor 7000 Jahren ist erste Gruppengewalt nachweisbar. Was war passiert?

Seit 11.000 Jahren waren die Menschen sesshaft und lebten friedlich in fruchtbaren Flussauen, wie wir es auch von nicht kontaktierten, indigenen Völkern wissen. Die Frauen betrieben Ackerbau und die Männer als Jäger begannen allmählich mit der Tierzucht. Das Land und die Tiere waren Eigentum der Sippe. Die Männer erkannten nun bei ihrer Arbeit mit Tieren ihren eigenen Beitrag zur Zeugung, erkannten jedoch nach wie vor nicht ihre leiblichen Kinder. Nach einschneidenden Klimaschwankungen war der Ackerbau vielerorts nicht mehr die Hauptnahrungsquelle, die Bedeutung der Tierzucht, die Hungersnöte abfing, nahm deutlich zu. Einzelne Männer privatisierten (lat. privare = rauben) die Rinder oder Schafe und Ziegen, machten sie zu ihrem Kapital (lat. caput = Kopf) und zogen in die Mittelgebirge. Einer vielbeachteten Theorie nach handelt es sich dabei um die Folge einer posttraumatischen Belastungsstörung und der Erschütterung des Vertrauens in die versorgende Urmutter. Manche Frauen folgten den Männern, nicht wissend, welche Konsequenz dies hätte, oder die Männer raubten sich Frauen, Symptom für ein krankhaft übersteigertes Selbstbewusstsein, missachteten sie doch erstmals das Naturgesetz der female choice.
Der Mann übernahm die Hausherrschaft, die Menschen lebten nun patrilokal, jetzt können wir von echten ‚Familien’ sprechen. Die Frauen wurden durch die Einrichtung der Ehe domestiziert d.h. ihre Sexualität wurde kontrolliert, um halbwegs sicher zu gehen, dass sie kein Kuckuckskind großzogen. Der Besitz wurde in männlicher Linie vererbt. Die Ehe wurde theologisch abgesichert durch die Erfindung des Schöpfergottes und das Verbot und die Dämonisierung der Göttin. Der Herr war fortan dein Hirte. Die Göttin lebte als Schlange und Drachen in der Mythologie fort und wurde getötet. Die Höhle wurde synonym mit der Hölle. In noch rein ackerbäuerlichen Gebieten gerieten diese ersten patriarchalen Familien mit matrifokalen Sippen in Konflikt um das Land, erste Kleinkriege waren die Folge, einen Staat gab es weiterhin noch nicht.
In den Gebieten der südrussischen Steppe gingen die Menschen zum Nomadentum über und domestizierten das Pferd. Nomaden sind, da das Vieh den Männern gehört, immer patriarchal organisiert. Die Erfindung der Metallurgie machte Männer zum erstenmal reich. Die Anführer der Nomadenkulturen wurden unter sog. Kurganen, Hügelgrabern, ebenso reich bestattet, wie sie gelebt hatten. Auch hier waren letztlich klimatische Schwankungen Ursache für den Auszug aus den angestammten Gebieten. Seit 4500 v.u.Z. überfielen immer wieder reiternomadische Verbände das östliche Europa und drangen immer weiter nach Westen vor. Ihre militärische Überlegenheit nutzten sie, um ganze Landstriche zu unterwerfen. Zum erstenmal wurden Staaten errichtet, erkennbar daran, dass in Europa plötzlich überall Kurgane resp. Hügelgräber errichtet wurden. Das frühe Patriarchat, das zunächst nur eine Hausherrschaft war, wurde mit der Staatsherrschaft ausgedehnt und auch in den verbliebenen matrifokalen Gebieten von oben durchgesetzt. Mit der Unterdrückung der female choice steigt die Bevölkerungszahl dramatisch an und mündet in Überbevölkerung. Die Anfälligkeit des Systems für klimatische Veränderungen wird immer größer. Entsprechend mehren sich Kriege mit all ihren Folgen für die Psyche der Bevölkerung.

Was können wir daraus lernen?

Frauen waren für den größeren Teil der Menschheitsgeschichte DIE Trägerinnen unserer Kultur und gaben sie an die Kinder weiter. Frauen sollten erkennen, dass sie dadurch ein großes Machtpotenzial besitzen. Seit 7000 Jahren wissen Väter um ihre Vaterschaft und legen erst heute wieder zunehmend das altsteinzeitliche, fürsorgliche Verhalten des OHEIMS (das vorpatriarchale Urwort für Onkel erinnert an die Matrilineage) an den Tag. Die Mutter jedoch stellt nach wie vor die Weichen für das Leben eines neuen Menschen, sie trägt die größte Verantwortung. Sie sollte, wenn sie sich dem nicht gewachsen fühlt und wenn sie eigentlich gar keine Zeit hat für ein Kind, den Kinderwunsch überdenken. Sie hat dank der modernen empfängnisverhütenden Methoden die Wahl bevor sie ein Kind bekommt, danach sollte das naturgesetzliche Recht des Kindes bestimmend sein.

Unzählige Frauen quittieren die menschenfeindliche Familienpolitik schon heute mit einem Gebärstreik. Das schlechte Gewissen, dass den beruftätigen Müttern als gesellschaftlich bedingt eingeredet wird, ist nichts anderes als der Ruf der Instinkte.

Menschen, die versuchen als EinzelkämpferInnen (dazu zähle ich auch das Kleinfamilienpaar) ein Kind großzuziehen, sind zum Scheitern verurteilt. Sie brauchen Solidarität. Frauen, die sich dem Patriarchat entziehen, also alleinerziehende Mütter, werden durch die aktuellen Gesetze aber bestraft. Mit einem entsprechenden Ehevertrag können diese Gesetze ausgehebelt werden.
Die bedrückende Gesamtsituation lässt sich durch die Besinnung auf die mütterliche Linie abfangen, dazu gehört auch, dass Frauen ihren Namen mit der Eheschließung behalten und auf die Kinder vererben. Mütter dürfen natürlicherweise von der Geschwister- und Großelterngeneration der mütterlichen Linie, die heute allzu oft einen Egotrip fährt, tatkräftige Unterstützung fordern. In unserer mobilen Gesellschaft ist die Matrilineage häufig zerrissen, die Gesellschaft muss hier einspringen. Neue Modelle, die Freunde zu Familien machen, können ähnliches leisten, bieten aber nicht die gleiche nachhaltige Sicherheit. Männer müssen sich neu definieren, als Brüder, die ihren Schwestern helfen, und als Partner, die die naturgesetzliche Freiheit ihrer Partnerin akzeptieren.

Um unsere Gesellschaft nachhaltig von der patriarchalen Krankheit zu heilen, müssen Kinder integriert statt wegorganisiert werden, denn sie gehörten von Anfang an dazu, sie brauchen für eine gesunde Entwicklung die Geborgenheit der Sippe und ihrer Mutter. In Zeiten der totalen Perversion, wie der Feudalgesellschaft oder im Totalitarismus (ob rechter oder linker Couleur), waren sie ein Nichts und wurden, wenn überhaupt in eine kirchliche oder staatliche Erziehungsmaschinerie gespannt. Klöster, Internate, Hitlerjugend oder Kitas sozialistischer Eigenart, sie alle dien(t)en der Indoktrinierung fern des Elternhauses, wohlwissend, dass Eltern Vorbilder sind und Werte vertreten. Dass wir heute wieder so mit Kindern umgehen, sagt viel über den Zustand unserer vermeintlichen Demokratie aus. Hornhaut auf der Seele, Autismus? Es ist die patriarchale Krankheit. Unsere Kinder erleben heute abgespannte Eltern, sie erleben die Arbeitswelt als bedrohlich. Ist das wirklich im besten Sinne vorbildlich?

Die Arbeit der Mütter oder Väter, die zu Hause bleiben, ist voll anzuerkennen. Dies tun PolitikerInnen nicht, wenn sie die Arbeitsleistung von familienorientierten Menschen in einem dem Patriarchat oder dem Gender Mainstream nacheilendem Gehorsam als minderwertig abtun. Damit Mütter die gleiche Unabhängigkeit und zugleich Sicherheit zurückerhalten, die sie einst in der Matrilineage hatten, muss die Gesellschaft ein Müttergehalt zahlen. Eltern sollen nicht Vollzeit arbeiten müssen. Aktuell bevorteilt das Rentenwesen die berufstätige Hälfte. Nur eine aus der gemeinsamen Veranlagung abgeleitete gemeinsame Rente, die nach dem Tod der/s PartnerIn, ob arbeitend oder nicht, voll weitergezahlt wird, ist logisch, nicht aber eine geminderte Witwen/rrente aus Gnade. Menschenwürdig ist eine gute, staatliche Mindestrente für alle. Mütter, die nach der Erziehungsphase wieder in den Beruf wollen, müssen notfalls die kostenlose Möglichkeit bekommen, von vorne anzufangen, lebenslanges Lernen ist heute schon eine Selbstverständlichkeit. Frauenspezifische Berufe sind heute verpönt, aber, das steckt in den Genen, Frauen sind lieber unter Frauen. Lasst sie doch bitte schön und bezahlt sie anständig!

Wie geht es gerade weiter?

Bundesweit ist die Verarmung der Mütter weiter fortgeschritten. Eine Diskussion über die Situation der Mütter ist bei den Braunschweiger Grünen unerwünscht, wie ich schon vor 5 Jahren feststellte. Wir erinnern uns, manche von damals sind noch im Amt. Die jungen Frauen können sich an das Manifest und die Diskussion nicht erinnern. Die Grünen Männer trauen sich gar nicht, etwas dazu zu sagen, denn auch sie laufen Gefahr, harsch angegangen zu werden und plappern aus Desinteresse oder Kalkül die Gender Ideologie nach. Sie haben offenbar ihr Mitspracherecht verloren, ein trauriger Umstand, denn ein Postpatriarchat darf nicht bedeuten, dass Männern nichts mehr zu sagen haben.
Alle etablierten Parteien begannen, die Grüne Idee als die ihre zu verkaufen. Die Gender-Ideologie ist praktisch nicht mehr abwählbar. Die Partei, die zuerst etwas anderes behauptet, hat verloren. Nicht weil sie im Unrecht ist, sondern weil die öffentlich-rechtlichen Medien den Mainstream verbreiten und es keinen investigativen Journalismus gibt, der das Gender Mainstreaming als neoliberal, als Werkzeug des sog. Green Kapitalism entlarvt: Frauen können alles, Frauen müssen alles. Kinder müssen wegorganisiert werden unter dem Denkmäntelchen der besseren „Bildung“, die jetzt synonym ist mit Ausbildung. Frauen tragen Waffen, haben nicht selten auch ihre Dissertation abgeschrieben, sind Managerin angeblich mit den soft skills der Frau ausgestattet, sind Bundeskanzlerin. Sind Kinderlos. Von Soft skills keine Spur. Es sind Frauen, die in der Altsteinzeit wahrscheinlich kinderlos geblieben wären, ohne, dass sie dafür bestraft worden wären, stattdessen in der Sippe Rückhalt fanden. Heute bestimmen sie wie die Mehrheit zu leben hat.

Einem Mainstream zu folgen ist ein Garant für eine schnelle Karriere in der Politik oder in der Wissenschaft. Möglichst wenig anecken. Herumhorchen, was grade gemeint wird und dann das Fähnchen nach dem Winde halten. Dass noch Jahrhunderte gespart werden muss, wird auf lange Sicht die Begründung dafür sein, Gerechtigkeitsmodelle wie das Müttergehalt nicht umsetzen zu wollen. PolitikerInnen aller Parteien werden weiter an der Gebetsmühle von den Krippen, den KiTas und Ganztagsschulen drehen. Eine wirkliche Verbesserung der Situation der Frau werden sie nicht schaffen, sie werden im Gegenteil das tun, was sie dem Müttermanifest zu Unrecht vorwerfen: das Patriarchat mitsamt seinem Kapitalismus weiter verfestigen. Mittel zum Zweck ist die Entfremdung der Menschen voneinander, erreicht die entgültige Abschaffung der Mutter. Die Post-Gender-Bewegung, bekannt geworden durch die Piraten-Partei, fordert bereits den Ersatz der Schwangerschaft durch Labor-Reproduktion, nicht wissend oder ausblendend, wie wichtig der mütterliche Einfluss auf die Seele des ungeborenen Kindes ist. Wer daran erinnert, dass ein Kind zuerst seine Mutter braucht, wird als „biologistisch“ verunglimpft. Diese unsachliche Art des Umgangs mit Andersdenkenden ist aus totalitären Systemen wohlbekannt. Das patriarchale System leugnet mit dem Segen der Priester, dass der Mensch ein Tier ist. Der Mensch sei die Krone der Schöpfung und macht sich die Welt Untertan. Wer glaubt, dass wir diese Einstellung überwunden hätten, irrt. Die Pseudowissenschaft Gender Studies stellen in diesem Sinne einen Rückfall in die Zeit vor der Aufklärung dar. In den 7000 Jahren hat sich das Menschentier nicht an das Patriarchat angepasst, sondern ist schwer erkrankt. Wir erleben derzeit Bankenkrisen, Eurokrisen, Umweltkrisen, der Privatmensch erleidet Arbeitslosigkeit, Beziehungskrisen und psychische Krisen. Es ist die Krise des Patriarchats.

Gegen das Patriarchat hilft nur schonungslose Aufklärung über seine Geschichte und sein Wesen, die in unseren Schulen naturgemäß nicht geleistet wird.

Weiterführende Informationen für Interessierte und solche, die nicht glauben wollen, was sie hier gelesen haben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Müttermanifest

http://de.wikipedia.org/wiki/Gender

NICHD Study of Early Child Care and Youth Development (SECCYD). National Institute of
Child Health and Human Development. 1991-2007.
http://www.nichd.nih.gov

Kirsten Armbruster: Das Muttertabu. http://www.amazon.de/dp/300031430X

Gerhard Bott: Die Erfindung der Götter. BOD Norderstedt 2009. einsehbar bei http://www.amazon.de/dp/3837032728

Riane Eisler: Kelch & Schwert. Unsere Geschichte, unsere Zukunft. Weibliches und männliches Prinzip in der Geschichte. http://www.amazon.de/dp/3936855161

Harald Haarmann: Die Indoeuropäer: Herkunft, Sprache und Kultur. C.H.Beck Wissen München 2010. http://www.amazon.de/dp/3406606822

Gabriele Uhlmann: Archäologie und Macht – Zur Instrumentalisierung der Ur- und Frühgeschichte. http://www.amazon.de/dp/3844814205

Survival. Die Bewegung für indigene Völker. http://www.survivalinternational.de/

Arbeitskreis Post-autistische Ökonomie: http://www.kritische-wirtschaftswissenschaften.de/Download/post-aut-presse.pdf

Green Kapitalism: the god that failed: http://www.paecon.net/PAEReview/issue56/Smith56.pdf

 


Kommentare   
 
0 #3 Julia Brandenburg 2012-04-22 03:46
BRAVA!Bitte mehr davon!Das Beste was ich seit Ewigkeiten gelesen habe!Ich vermisse lediglich die spirituelle Seite der Theorie. Aber ich bin mir fast sicher Sie haben eine. Falls Sie sich im Großen organisieren wollen, ich bin dabei.
 
 
 
0 #2 Lilo Feuerbach 2011-10-17 14:27
1. Wer erzieht Patriarchen? Die Männer etwa?
2. Wer möchte oftmals gar nicht solche Karrieren machen und in solcher Verantwortung stehen?
3. Wer aber jammert dann doch über eine Vorherrschaft von Männern in dieser Welt?

Warum so viele Ideologien reinmengen, geradezu gesagt: Erziehungsarbeit soll eben auch als volle Arbeit mit den damit verbundenen Vergütungen gleichwertig anerkannt werden. Dazu muß man weder die Steinzeit noch DDR-Horte herbeizerren.

Dazu könnten gerade die Grünen viel beitragen hier in Braunschweig. Betrifft ausreichende Betreuung aber auch Gleichstellung von Erziehungsleistung. Dann macht mal!
 
 
 
0 #1 W Karl Schmidt 2011-10-17 00:14
Da überkommt´s mich und ich muß umgehend reagieren. Sehr belesen, wirklich, Sie sind sehr belesen, liebe Frau Uhlmann. Und jetzt
erklären Sie uns wie das Leben ist.
Hätten Sie von I h r e m Leben erzählt, ich hätte sicherlich etwas verstanden. Aber so? Das Leben ist schon sehr anders, nicht so satt wie es von Ihnen hier dargestellt wird. Ist nicht Reduktion auf Geschlechterkam pf. Ist vielmehr redundant. Es zu leben ist manchmal für viele Menschen nicht ganz einfach. Aber existieren diese Menschen überhaupt in Ihrer Gedankenwelt?

Ich bin gespannt auf eine aufgeregte wie anregende Diskussion.

 
 

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