Wo AKK hin will, sind die USA schon lange – eine Studie zeigt die schrecklichen Folgen (1)

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Nichts hören, nichts sagen, nichts sehen Foto: Paul Brennan auf Pixabay

Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) will mit dem Kurs der militärischen Zurückhaltung Schluss machen. Die deutsche Bundeswehr müsse mutiger und engagierter in Auslandseinsätze gehen; es gelte „neue Härte im Einsatz“ zu entwickeln und das „Spektrum unserer militärischen Mittel wenn nötig auszuschöpfen“ (FAZ, 22. November 2019). Herr Schäuble und andere sprechen dafür, dass das bald der Kurs der gesamten CDU zu werden scheint.

Seit bald 20 Jahren führen die USA unter der Parole „Krieg gegen den Terror“ Kriege und teilen Militärschläge aus – insgesamt übrigens in mehr als 80 Ländern dieser Erde. Eine Forschergruppe des Watson Instituts der Brown University, einer von acht amerikanischen Eliteuniversitäten, hat nun akribisch die Kosten untersucht. Das Projekt „costs of war“ analysiert die menschlichen wie die finanziellen Folgen für die USA selber.

Teil 1

Die Opfer an Menschenleben

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass in diesen Kriegen seit 2001 zwischen 769.549 und 801.000 Menschen zu Tode gekommen sind. Sie haben diese Zahlen in einem umfassenden und komplizierten Verfahren ermittelt, so dass jedenfalls die Größenordnungen nicht mehr umstritten sein können. Allein im Irakkrieg sind zwischen 276.363 und 308.000 Menschen getötet worden. Davon waren zwei Drittel Zivilisten. Die Zahlen der getöteten „Oppositions-Kämpfer“ sind ebenso erfasst wie die der humanitären Helfer oder die der Journalisten. Mit 7.014 Menschen ist die Zahl der gefallenen Soldaten der USA (in allem Kriegen) vergleichsweise gering. Die auf der Homepage des Watson-Instituts von jedermann einsehbare Tabelle dürfte erschöpfend sein. Erfasst sind die Vorgänge in Afghanistan, in Pakistan, im Irak, in Syrien, im Jemen und – in einer eigenen Rubrik – „Andere“.

Die Forscher betonen, dass in dieser Tabelle nur die durch Kriegshandlungen Getöteten erfasst sind, also nicht die „indirekten“ Opfer. Professor David Vine aus dem Vorstand des Projekts schätzt, dass an Kriegsfolgen (kein Zugang zu Nahrung, zu Wasser, zu Medikamenten, zerstörte Infrastruktur usw.) insgesamt mindestens weitere 3 Millionen Menschen gestorben sind.

Moralisch gesehen ist die von der Studie statistisch erfasste Kriegspolitik völlig verwerflich.

Sie verdeutlicht, dass das von unseren staatstragenden Politikern ständig vorgetragene Wort von den „westlichen Werten“, die es zu verteidigen gelte, hier jedenfalls der glatte Hohn ist.

Das Recht auf Leben und Menschenwürde gelten offenbar nicht viel. Im Gegenteil müsste jeder, dem diese Werte wichtig sind, die USA dafür kritisieren, dass sie diese Werte auf schlimmste Weise verletzt haben, und – wo auch immer – darum kämpfen, dass sie diese Politik beenden.

Interventionen brachten „in keinem Fall den gewünschten Erfolg“

Ein unverdächtiger Zeuge, Professor Carlo Masala von der Bundeswehrhochschule München, bewertet die Politik der Militärinterventionen der USA so: „In keinem Fall brachte das den gewünschten Erfolg.“ Zwar sei der eine oder andere Diktator von der Macht entfernt worden, aber die Interventionen der USA „hinterließen zerfallende Staaten, in denen rivalisierende Gruppen gewaltsam um die Macht kämpfen, die Zivilbevölkerung leidet und die destabilisierenden Tendenzen … auf die Nachbarstaaten übergreifen.“ Diese Politik, die er „liberalen Imperialismus“ nennt, habe unter anderem Flüchtlingsströme und tiefsitzenden Hass auf die westliche Politik insbesondere im Mittleren und Nahen Osten zur Folge (alles aus: Weltunordnung, S.149/150).

Diese Politik ist also nicht nur moralisch verwerflich, sie verfehlt nicht nur ihre Ziele, sondern sie bewirkt sogar das Gegenteil dessen, was sie angestrebt hat. Wer sich aber weigert, die Politik der letzten 20 Jahre zu überprüfen und Konsequenzen daraus zu ziehen, der wird unweigerlich in dem gleichen Desaster landen wie die USA. Und das wäre dann nicht nur das Desaster der AKK und ihrer Parteigenossen.

Zum zweiten Teil: die finanziellen Kosten

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