Wirklich ermutigend: Göttinger Untersuchung zu FFP 2-Masken

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FFP 2-Maske Foto: Pixabay

Göttinger Untersuchung: Durch FFP 2 – Masken wird das Infektionsrisiko stark gesenkt

Gerade in einer Zeit der wieder wachsenden Unsicherheit angesichts von Impfdurchbrüchen und dem befürchteten Anrollen der Omikron-Variante des Coronavirus (siehe „So schnell wie möglich die dritte Impfung“, Braunschweig-Spiegel 9.12.21) bringt eine Studie aus Göttingen erfreuliche Klarheit. Erarbeitet wurde diese Studie zum Schutz durch Gesichtsmasken vom dortigen Max-Plank-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Sie kann von jedem hier nachgelesen werden.

Die Forscher haben in ihren Untersuchungen die Wirksamkeit verschiedener Maskentypen erfasst und verglichen. Ihre Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Auch wenn ein ungeimpfter Mensch ohne Maske drei Meter Abstand zu einem Corona-infizierten, sprechenden Menschen ohne Maske einhält, dauert es keine fünf Minuten, bis er sich ansteckt (mit 90 %-iger Wahrscheinlichkeit). Wenn der Letztgenannte nur atmet, aber nicht spricht, ist das Risiko etwas geringer, wenn er singt, ist es noch höher.

2. Tragen beide gut angepasste OP-Masken und nehmen einen Abstand von 1,5 Metern ein, wird das Virus innerhalb von 20 Minuten mit maximal 30 %-iger Wahrscheinlichkeit übertragen. Der Schutz ist also schon etwas besser, aber noch nicht wirklich gut.

3. Tragen nun aber beide gutsitzende FFP 2 – Masken (wieder: bei Abstand von 1,5 Metern), sinkt das Risiko der Ansteckung im gleichen Zeitraum auf 0,4 %!

(Quelle 1: Prof. Michael Kochen, in „benefits“/Dezember ´21)

Diese Risikominimierung ist allerdings nur zu haben, wenn man dafür sorgt, dass die Maske so gut sitzt, dass keine Atemluft zwischen Gesicht und Maske heraus- oder hineinströmen kann. Eine beschlagene Brille etwa ist ein deutliches Zeichen, dass die Maske nicht völlig an die Haut anschließt. Der Metallbügel soll, passend gebogen, für lückenlose Anpassung an die Gesichtsform genutzt werden. Das muss der Einzelne individuell ausprobieren. Wenn er zum Beispiel stoßweise einatmet, müsste sich die Maskenform verändern, nämlich ein bisschen zusammenziehen. Tut sie das nicht, muss noch eine Lücke geschlossen werden.

Die Forscher weisen in einer Mitteilung des Instituts darauf hin, dass sie das Risiko so konservativ wie möglich berechnen wollten. So würde in der Realität des Alltags etwa die Atemluft eines infizierten Menschen, die an den Rändern der Maske ausströme, verdünnt, was zu niedrigeren Risikozahlen führen könne. „Wenn unter diesen Bedingungen sogar das theoretische Risiko klein ist, ist man unter realen Bedingungen auf der ganz sicheren Seite“, erklärt Institutsdirektor Bodenschatz. (Quelle 2: FAZ vom 5.12.2021)

3 KOMMENTARE

  1. Die Sache mit den Masken ist doch weit komplexer als gedacht. Stiftung Warentest hatte im Frühjahr 2021 FFP2-Masken getestet. Von 10 getesteten Modellen konnte lediglich eine empfohlen werden. Im September dieses Jahres wurde erneut getestet: Von diesmal 20 getesteten Modellen waren immerhin 4 für gut befunden worden, d.h. die übrigen 16 Modelle hatten mehr oder weniger gravierende Mängel.
    Als Jens Spahn im Frühjahr Masken-Gutscheine für die ältere Bevölkerung spendierte, habe ich diese bei einer Apotheke meines Vertrauens eingelöst. Die dort ausgehändigten Masken tragen zum einen auf der Verpackung den Aufdruck FFP2, zum anderen „nicht-medizinische partikelfiltrierende Halbmaske“. Ich weiß bis heute nicht, was ich davon halten soll.

  2. Diese unterschiedlichen Erkenntnisse werden Gründe haben, die nur zu ermitteln sind, indem Stiftung Warentest und das MPI mit den Widersprüchlichkeiten konfrontiert werden.

  3. Die Stiftung Warentest hat ihre Ergebnisse am 19.7.21 veröffentlicht (Überschrift des Artikels: „FFP 2 – Masken im Test: Vier können wir rundum empfehlen“), dort findet man auch die Namen der vier empfohlenen Masken. Einige weitere haben laut Stiftung ebenfalls eine hohe Filterwirkung, aber entweder eine nicht so gute Passform (muss man selber ausprobieren) oder größeren Widerstand beim Atmen, so dass sie nicht gut auf Dauer getragen werden können.
    Der Artikel erläutert auch, wie die Untersuchungen vorgenommen wurden und wie die Masken zu tragen sind. Dem Max-Planck-Institut ging es darum, den großen Unterschied in der Filterwirkung zwischen FFP 2 – und OP – Masken zu betonen. Und das ist erst einmal für jede und jeden von uns eine wichtige Information.

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